Exkursionen

Unser Bericht aus Neapel

Der letzte Programmpunkt des Tages war der Besuch der Flüchtlingshilfe AICS. Wir bekamen eine kurze Einführung in das Aufnahme- und Integrationsverfahren der neu ankommenden Geflüchteten in Italien. Dabei müssen zwei Zentren durchlaufen werden. Im ersten Zentrum erhalten die Geflüchteten zunächst erste medizinische Hilfe und Versorgung mit Lebensmitteln. Im zweiten Zentrum werden sie erkennungsdienstlich erfasst und für die Behörden registriert, wodurch sie im Nachgang Unterkünfte, Sprachkurse und Jobtrainings erhalten könnten.

Zwischen der Prozedur des ersten und des weiten Zentrums würden jedoch viele Geflüchtete untertauchen und das Land verlassen, da sie weiter nach Deutschland, Frankreich oder Schweden ziehen wollten.

Wir haben dann die Gelegenheit bekommen, von Flüchtlingen persönlich zu hören, wie sie das Aufnahmesystem in Italien erlebt und welche Herausforderungen sie bei der Integration zu meistern hatten. Zwei der schwierigsten Probleme seien das Erlernen der Sprache und die Arbeitssuche.

Auf dem Forum stehend, mit dem majestätischen Vesuv im Hintergrund, lösen die Mauern und Säulen im Innern des Betrachters gewaltige Gefühle aus.

Der letzte Tag unserer Reise stand dann ganz im Zeichen von Pompeji. Nachdem wir uns bereits in Neapel im Archäologischen Museum über Pompeji informiert hatten, war es nun so weit, die Ausgrabungsstätte selbst zu besuchen. Vom Bahnhof aus führte uns unser Weg zunächst zum Forum, dem damaligen kulturellen und politischen Zentrum der Stadt Pompeji. Knapp 2000 Jahre sind seit dem Vulkanausbruch im Jahr 79 nach Christus vergangen – doch hier wird die Geschichte wie kaum an einem anderen Ort greif- und spürbar. Auf dem Forum stehend, mit dem majestätischen Vesuv im Hintergrund, lösen die Mauern und Säulen im Innern des Betrachters gewaltige Gefühle aus: Demut vor den Naturgewalten, Ehrfurcht vor der Kulturgeschichte und Gedenken an die vielen Menschen, die beim Vulkanausbruch an dieser Stelle ihr Leben ließen. Als großes Memento Mori haben die Ruinen von Pompeji uns die Vergänglichkeit des Menschen nähergebracht.

Zurück in Neapel tauschten wir bei einem letzten gemeinsamen Abendessen mit einigen unserer Gastgeber unsere Eindrücke dieses intensiven Tages aus, bevor am nächsten Morgen der Flieger zurück nach Düsseldorf auf uns wartete.

Die intensiven Einblicke in das Leben unserer Gastgeber, ihre Sorgen – vor allem im Bereich der Arbeitssuche – aber auch ihre Hoffnungen mit Blick auf Europa haben die deutschen Teilnehmer mitgenommen und können nun die Position Süditaliens im Gesamtgefüge von Europa besser verstehen und einschätzen. Auf der praktischen Ebene haben die Erlebnisse einige Teilnehmer dazu animiert sich zuhause in unserem Verein weiter zu engagieren, wodurch u.a. Werbevideos für die Mitgliedergewinnung entstanden sind. Auch ein Nachtreffen der Fahrt inkl. Skype-Meeting mit den Neapolitanern ist geplant.

Die Fahrt nach Neapel wurde mit Bundesmitteln aus dem Kinder- und Jugendplan, sowie von mehreren Kreisverbänden der Europa-Union Deutschland gefördert.