Neueste Artikel

Die Sterne Europas wieder zum Leuchten bringen

Zum Abschluss unserer Veranstaltungsreihe „JEF meets…“ war Joel Back von den Grünen bei uns zu Gast. Neben seinem politischen Engagement und Studium in Münster ist er nach wie vor bei der grünen Jugend in seiner Heimat Luxemburg aktiv. Vor etwa 20 interessierten Zuhörern hat er die Gestaltungskonzepte seiner Partei für Europa in den kommenden Jahrzehnten vorgestellt und dabei im Verhältnis zu seinen drei „Vorrednern“ noch einige neue Akzente setzen können

Allgemein misst er der Europawahl 2019 einen großen Stellenwert zu: die Wahl sei eine Weichenstellung in einem Europa, das derzeit politisch auf der Stelle tritt. In den kommenden Jahren solle die europäische Politik zwei Schwerpunkte setzen: Einerseits müsse die europäische Energie- und Verkehrspolitik ökologisch gestaltet werden, andererseits solle der innere Zusammenhalt unter den EU-BürgerInnen verstärkt werden.

In der Migrationspolitik sieht Joel Back das klare Bedürfnis, legale Fluchtwege nach Europa zu schaffen. Es sei zwar legitim, die Aktivität der Grenzschutzagentur Frontex zu intensivieren, allerdings müsse das von weiteren Maßnahmen, etwa der verstärkten Zusammenarbeit mit den europäischen Anrainerstaaten sowie mit dem UNHCR, begleitet sein. Ein Vorschlag der Grünen ist es ferner, Staaten bei vertragswidrigem Verhalten der Regierung Finanzmittel der EU zu entziehen und auf die Geflüchtetenhilfe vor Ort umzulegen.

Insbesondere in der GASP besteht nach Joels Einschätzung Handlungsbedarf: „Die EU muss international mit eigener Stimme sprechen und weltpolitikfähig werden“. Insbesondere gilt das für die Repräsentation im UN-Sicherheitsrat. Er bringt auch das Schlagwort „feministische Außenpolitik“ ins Spiel – ihm selbst bis vor wenigen Wochen und seinen ZuhörerInnen bisher völlig unbekannt. Dabei handelt es sich um ein insbesondere in Schweden und Luxemburg forciertes Konzept, das sich durch die Integration von Frauen in diplomatische internationale Beziehungen eine Umorientierung in der Gestaltung der globalen Politik erhofft und auch bereits Gegenstand einer UN-Resolution war.

Im Themenfeld Wirtschaftspolitik ging es zunächst um die europäisch-afrikanische Zusammenarbeit. Joel Back betonte, dass Europa mit Afrika eine Partnerschaft auf Augenhöhe begründen müsse. Transnationale Unternehmen, die ihren Sitz in der EU haben, müssten auch bei wirtschaftlichen Aktivitäten in Entwicklungsländern auf die Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet werden können. 

Hinsichtlich der Währungsunion wendet sich Joel entschieden gegen eine Aufspaltung in Nord- und Südeuro. Zur Stärkung wirtschaftlich schwächerer Staaten sei es vielmehr erforderlich, im Rahmen eines Europäischen Währungsfonds Kredite zu vergeben, um Krisensituationen abzuwenden. Einen besonderen Schwerpunkt legen die Grünen selbstverständlich auf die Klimapolitik. Auf diesem Gebiet fordert Joel insbesondere eine transnational koordinierte Verkehrs- und Energiewende, um dem Klimawandel effektiv begegnen zu können.

In Hinblick auf weitere Integrationsschritte stehen für Joel Vertragsänderungen im Vordergrund, die unter anderem durch die Einführung eines Initiativrechts des Europäischen Parlaments eine verstärkte Gleichberechtigung des Parlaments im europäischen Institutionengefüge bewirken. Außerdem fordern die Grünen auch eine konsequentere Nachbarschaftspolitik, die insbesondere auf eine EU-Mitgliedschaft Albaniens und Mazedoniens abzielt.

Natürlich, so Joel Back, stehen die Grünen auch hinter den Vereinigten Staaten von Europa. „Wir wollen Europas Sterne wieder zum Leuchten bringen“, so sein optimistisch-pragmatischer Ausblick auf die Europawahl. Ein passender Schlussstrich für die Veranstaltungsreihe, die mit diesem Abend zu Ende geht.

Verbotene Wörter, maritime Gemütlichkeit und eine ganz andere Alternative

Nachdem die 15 Teilnehmer*innen der Kopenhagenreise in der vergangenen Woche wieder in ihren Heimathäfen in NRW und Schleswig-Holstein angelegt haben, lohnt es sich, noch einmal auf die Begegnung mit der Europæisk Ungdom København zurückzuschauen.

Europæisk Ungdom København – warum trägt die JEF Kopenhagen diesen ungewöhnlichen Namen, der übersetzt ganz einfach Europäische Jugend Kopenhagen heißt? Schon zu Beginn führte diese Bezeichnung zu Erstaunen, da ihr das Grundbekenntnis zum föderalen Europa fehlt, das den meisten anderen Sektionen der JEF direkt im Titel anzusehen ist. Diese Namenswahl sei jedoch strategisches Kalkül, versicherte Magnus Orstrand, International Officer der Kopenhagener JEF, da „Föderalismus“ in Dänemark – einem recht zentralistischen Land – einen sehr negativen Beigeschmack hat und im Alltagsverständnis vieler Dän*innen mit einer Fremdbestimmung durch Brüssel verbunden werde.

Ein weiteres Wort mit besonderer Bedeutung für Dänemark sei „Souveränität“, versicherte wenige Tage später Catharina Sørensen, Leiterin der Forschungsabteilung des Think Tanks EUROPA in Kopenhagen. So zeige sich, dass die Zustimmung zur Verlagerung bestimmter Kompetenzen an die europäische Ebene vom Framing dieser Kompetenzübertragung abhänge – frage man „Sollte Dänemark im Feld xyz enger auf europäischer Ebene kooperieren?“ fallen die Zustimmungsraten um bis zu 24% höher aus als bei der gleichen Frage, wenn sie als „Abgabe von Souveränität“ formuliert werde. Inwieweit sich dieselbe Tendenz in anderen Mitgliedsstaaten zeige, konnte Sørensen jedoch nicht beantworten. Die Betonung der eigenen Souveränität, die sich auch in den dänischen Opt-Outs niederschlägt, zeigte sich außerdem auch am dänischen Parlament, das ganz im Gegensatz zu anderen europäischen Parlamenten nur die dänische Flagge präsentiert.

Neben diesen speziell europapolitischen Fragestellungen ging es bei der Reise außerdem um das dänische Parteiensystem und seinen Umgang mit der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei), die 1995 gegründet wurde und seit 1998 dem dänischen Parlament angehört. In einem gemeinsamen Workshop mit der Europæisk Ungdom København wurden Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten der anderen Parteien diskutiert, und auch mit der Situation in Schweden verglichen. Während die dortigen Schwedendemokraten isoliert wurden, versuchten die konservativeren dänischen Parteien schon recht früh, Themen der Rechtspopulisten in ihr Programm aufzunehmen. Während einige Wissenschaftler*innen dies als einen Erfolg bezeichnen, da es zu einer Entradikalisierung der Dansk Folkeparti geführt habe, kritisieren andere Beobachter*innen, dass auf diese Weise rechtspopulistische Forderungen und Rhetorik im Mainstream der Parteienlandschaft angekommen seien. Darüber, welche Konsequenzen diese Beobachtungen für den Umgang mit der Alternative für Deutschland haben, wurde hitzig diskutiert.

Im Übrigen kennt auch das dänische Parteiensystem seit kurzem seine eigene Alternative: die Partei Alternativet, deren Abgeordneter Rasmus Nordqvist eine Führung durch das dänische Parlament gab und dabei die eigene Motivation und das parteipolitische Programm vorstellte, das im Gegensatz zur deutschen Alternative vor allem grüne und sozialliberale Schwerpunkte enthält. Die Reisegruppe besuchte außerdem die Vertretung des Europäischen Parlaments in Kopenhagen, die ihre Kampagne „This time I’m voting“ für die kommende Europawahl vorstellte. Im Anschluss wurden Ideen für eigene Aktionen gesammelt, sowie Ansätze diskutiert, wie die JEF-eigene Kampagne „Europa machen“ lokal ergänzt werden könnte. Darüber hinaus trafen die Teilnehmer*innen sich am Mittwochabend mit YATA, der Youth Atlantic Treaty Association, um über die Möglichkeit und Notwendigkeit einer europäischen Armee zu diskutieren. Diese Diskussion zwischen YATA und Vertretern der JEF wurde anschließend in einer Bar über ein paar Gläsern Carlsberg weitergeführt.

Neben der eigenen Weiterbildung nahm die Reisegruppe aber auch den Auftrag politischer Bildung ernst, den verschiedenste JEF-Sektionen in dem Programm „Europe@school“ zu verwirklichen suchen. So besuchte sie am Donnerstagvormittag Hundige Lilleskole, eine Mittelschule in einem Außenbezirk Kopenhagens. In vier verschiedenen Workshops und einer abschließenden Fragerunde brachten sie den Schüler*innen der achten und neunten Klasse Europa und seine praktischen Implikationen für ihr eigenes Leben etwas näher. Wenngleich das europäische Institutionengefüge Teil des vorgeschriebenen Curriculums sei, könne dieser Austausch deutscher Studierender und dänischer Schüler*innen den europäischen Gedanken ganz praktisch stärken, bemerkte die zuständige Lehrkraft.

Zwischen diesen Events gab es außerdem ausreichend Zeit für Sightseeing, bspw. für eine Bootstour durch die Kanäle Nyhavns. Auch eine Stadtführung zu Fuß gab es am ersten Tag in Kopenhagen, wobei allerdings immer mal wieder Teilnehmer*innen zurückblieben, um auf dem Weihnachtsmarkt Kostproben entgegen zu nehmen. Dabei wurde insbesondere Gløgg für gut befunden, sodass auf unserem Intercultural Evening ebenfalls einige Gläser des dänischen Glühweins ausgeschenkt wurden. Neben einem kniffligen Quiz zu Deutschland, Dänemark und Europa nutzten die Teilnehmer*innen diesen letzten gemeinsamen Abend, um die freundschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen und über die künftige Zusammenarbeit nachzudenken. Ein gegenseitiger Besuch der Weihnachtsfeiern von Flensburg und Kopenhagen ist bereits geplant!

Zuletzt soll außergewöhnliche Unterkunft der Reisegruppe erwähnt werden: das knapp 90-jährige Segelschiff Hawila, das – leider momentan wenig seetauglich – in Kastrup zu Hafen liegt und fünfzehn gemütliche Kojen bot. Im großen Gemeinschaftsraum (rustikal mit Kamin beheizt) ließen sich die Tage gemeinsam ausklingen, sodass auch der Austausch zwischen den einzelnen JEF-Kreisverbänden innerhalb Deutschlands nicht zu kurz kam. Insgesamt handelte es sich also um eine sehr gelungene Fahrt unter dem Motto: „Leinen los für die europäische Integration!“.

Die Fahrt nach Kopenhagen wurde mit Bundesmitteln aus dem Kinder- und Jugendplan, den Europa Union Kreisverbänden Düsseldorf, Steinfurt und Köln, sowie von der JEF Europe und der Europäschen Kommission gefördert. Herzlichen Dank!

SimEP Münster als Leuchtturm-Projekt des PSD-BürgerProjekts ausgezeichnet

Unsere Münsteraner Simulation des Europäischen Parlaments wurde am Freitag, den 16.11.2018 als Leuchtturmprojekt des BürgerProjekts der PSD Bank Westfalen-Lippe ausgezeichnet und erhält eine Fördersumme von 5000 Euro.

Bereits das zwölfte Mal in Folge fördert die PSD Bank Westfalen-Lippe eG gemeinsam mit den Medienpartnern Neue Westfälische (Bielefeld) und Westfälische Nachrichten (Münster) mit dem BürgerProjekt besonders nachhaltige und vorbildliche Projekte mit großem bürgerschaftlichen Engagement. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Europa fängt vor meiner Haustür an!“. Hierzu wurden Institutionen, Träger, Vereine oder Gruppen aufgerufen, passende Projekte einzureichen. Zunächst wurde dann per Online-Voting abgestimmt, hiernach entschied eine Fachjury über die Förderung der Projekte.

Wir reichten unsere jährlich stattfindende Simulation des Europäischen Parlaments für Münsteraner Schülerinnen und Schüler zum BürgerProjekt ein und konnten bereits beim Online-Voting den 5. Rang erzielen. Noch größer war die Überraschung bei der Preisverleihung, die am 16.11. im Gebäude des PSD-Bank stattfand. Unser Projekt rückte nach der Beurteilung der Fachjury noch weiter nach vorne und wurde als eines von zwei Leuchtturmprojekten prämiert. Damit verbunden ist eine Fördersumme von 5000 Euro. 

„Damit haben wir wirklich nicht gerechnet“, freute sich Carolin Mues, Vorsitzende der JEF Münster. „Die Auszeichnung bedeutet für uns auch eine grundsätzliche Würdigung unserer ehrenamtlichen Arbeit.“ Die konkrete Arbeit für die Durchführung der SimEP 2019 wird durch die Fördersumme erheblich erleichtert, betonte Rebecca Melzer, langjährige Organisatorin der SimEP Münster und SimEP-Koordinatorin auf JEF NRW-Ebene: „Unser größtes Anliegen ist es, die SimEP für die Schülerinnen und Schüler kostenlos anbieten zu können. Dafür waren wir jedes Jahr darauf angewiesen, dass sich ausreichend Sponsoren finden. Durch die großzügige Förderung der PSD-Bank fällt die Sponsorensuche nun weg und wir können uns ganz auf die inhaltliche Arbeit fokussieren.“

Auch die Westfälischen Nachrichten, deren Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann die Veranstaltung unterhaltsam und kurzweilig moderierte, berichteten über die Preisverleihung: https://m.wn.de/Muenster/3552054-PSD-Buergerprojekt-Muensters-ausgezeichnetes-Sextett

Wir möchten uns hiermit nochmals ausdrücklich bei allen Verantwortlichen der PSD Bank und der Jury für die außerordentlich großzügige Fördersumme bedanken. Für uns ist die Auszeichnung als Leuchtturmprojekt eine große Anerkennung unserer Arbeit und gleichzeitig auch Ansporn, die SimEP 2019 und weitere kommende Projekte mit hoher Motivation anzugehen!

Mehr Infos zu unserer SimEP findet ihr hier.

„Die SPD unterstützt die Vereinigten Staaten von Europa bereits seit 1925“

„JEF meets…“ Nummer drei – auf unserer Reise durch die Programmatiken der Parteien zur Europawahl stand uns am Dienstag, den 13. November 2018 Sarah Weiser von der SPD Rede und Antwort. Seit 2010 ist Sarah bei den Jusos aktiv. Die Jura-Studentin ist Kandidatin der SPD Münster und der SPD im Münsterland für das Europäische Parlament. Zum ersten Mal trafen wir bei unserer Veranstaltungsreihe damit auf eine EP-Kandidatin.

Das aktuell größte Problem in Europa sieht Sarah unter anderen in einer elementaren Vertrauenskrise. Die Bürger kriegten nicht mit, wie sie von Europa profitieren, erläuterte die SPD-Kandidatin zu beginn unserer Diskussionsveranstaltung im Internationalen Zentrum – die Brücke.

Die Diskussion wurde mit dem Thema Migrations-, Außen- und Sicherheitspolitik eröffnet. Sarah betonte, dass Europa auch bereits in der Vergangenheit nicht solidarisch in Bezug auf die Staaten an der Außengrenze war und äußerte Verständnis für die aktuelle Unzufriedenheit der italienischen Regierung. Deutschland schrieb sie aufgrund seiner großen Wirtschaftskraft eine Schlüsselrolle in der Bewältigung der Problematik zu. Am wichtigsten sei jedoch die Bekämpfung von Fluchtursachen. Auch unsere eigene Wirtschaftspolitik sollten wir deshalb grundlegend hinterfragen. „Wir reißen mit unserer Handelspolitik immer wieder Bemühungen der Entwicklungszusammenarbeit ein“, erläuterte die Sozialdemokratin. In Bezug auf eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik sprach sich Sarah für eine Zusammenlegung von militärischen Ressourcen aus. Eine EU-Armee solle jedoch keinesfalls der weiteren Aufrüstung dienen. Wichtig sei zudem, dass Europa in Sicherheitsfragen mit einer Stimme sprechen: „Wir müssen einen Weg finden, dass Europa handlungsfähig ist!“ Europa solle ein verlässlicher Partner in der Weltpolitik sein, aber nicht bevormundend handeln.

Gefolgt wurde der erste Diskussionsblock vom Thema Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Ein wichtiges Anliegen ist Sarah hierbei die Wirtschaftsbeziehungen zu Afrika. Für eine friedliche Perspektive sei es wichtig, den dortigen Ländern die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, erläuterte Sarah. Lokale Märkte dürften nicht zerstört werden, sondern müssen gefördert und aufgebaut werden. Auch die Klimaschutzpolitik wurde im Zuge des Themas Wirtschaft ausgiebig diskutiert. „Wenn wir ernsthaft unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir aktiver und noch radikaler in der Klimapolitik werden“, betonte Sarah. Umwelt und Arbeitsplätze dürften allerdings nicht gegeneinander ausgespielt werden: „Wir sollten vor allem auf unsere Stärken setzen und  Innovationen fördern. Der Strukturwandel muss dabei begleitet werden und sozial erträglich gestaltet werden.“

Im dritten Themenblock der Europäischen Integration und Konstruktion sprach sich Sarah klar für die EU als Werteunion aus: „Wir dürfen keine Staaten für als verloren erklären und müssen weiter die Diskussion suchen“, sagte sie in Bezug auf aktuelle Vorwürfe an Polen und Ungarn. Die Sozialdemokratin ist zudem große Anhängerin eines Ausbaus des Erasmus-Programms auch für Auszubildende. Dort könne noch viel verbessert werden, um tatsächlich allen gesellschaftlichen Schichten den europäischen Gedanken nahezubringen. Nicht zuletzt sieht die EP-Kandidatin die Schaffung einer europäischen Medienöffentlichkeit, die alle Europäer gleichermaßen erreicht, als wichtiges Anliegen an: „ Wir brauchen europäische Medien, die sich mit der europapolitischen Aktualität auseinandersetzen.“

Abschließend betonte Sarah, dass die Vereinigten Staaten von Europa für die SPD bereits seit fast einem ganzen Jahrhundert ein unterstützenswertes Anliegen sind. „Wir haben das bereits 1925 in unserem Heidelberger Programm festgeschrieben, dass wir die Vereinigten Staaten von Europa wollen und sind seitdem auch kein Stück davon abgewichen!“

Wir freuen uns über dieses klare Bekenntnis zur Europäischen Föderation und möchten Sarah Weiser an dieser Stelle nochmals herzlich für ihren Besuch und die spannende Diskussion danken. Letzter Stopp unserer Veranstaltungsreise „JEF meets…“ ist am kommenden Dienstag, den 20.11.2018, wo wir Joel Back von den Grünen zu Gast haben werden. Wie immer in der Brücke, Wilmergasse 2.

JEF Münster meets Junge Liberale Münster

Am 30.10.2018 fand der zweite Europawahl-Check im Rahmen der „JEF Münster meets“-Veranstaltungsreihe statt. Dabei durften die JEF Münster Paavo Czwikla begrüßen, der die europapolitischen Positionen der Jungen Liberalen in Münster vorstellte.

Um einen Vergleichswert zwischen den einzelnen Veranstaltungen zu schaffen, war der Abend wie beim Auftakt der Veranstaltungsreihe in drei Themenblöcke aufgebaut, in denen Paavo zunächst die Position der Jungen Liberalen in Münster präsentieren konnte und daraufhin ein konstruktiver und lebhafter Dialog zwischen ihm und den Anwesenden entstand. Gleich zu Beginn machte er dabei deutlich: „die EU muss mit einer starken und geeinten Stimme ihre Werte in der Welt vertreten.“.

Schwerpunkt des ersten Themenfokus’ Migrations-, Außen- und Sicherheitspolitik bildeten darauf Diskurse zur Gemeinsamen Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie zur europäische Asylpolitik. Wie Tobias Bollmann von der CDU eine Woche zuvor, forderte der Vertreter der Jungen Liberalen Münster hier die Etablierung einer europäischen Armee. Es sei „nicht mehr zeitgemäß 28 Armeen in der EU zu haben“. Weiterhin sei es wichtig europäische Solidarität insbesondere in den Bereichen Migrations- und Außenpolitik zu leben. .  

Im zweiten inhaltlichen Block widmete er sich dann der Wirtschafts-, Währungs- sowie Sozialpolitik. Insbesondere die Frage nach der Vereinbarkeit von nationalen Steuern und einem europäischen Bundesstaat sorgte hier für konstruktive Diskussionen zwischen den Anwesenden und dem Referenten. Für Paavo ist demnach ein Funktionieren der EU nur durch finanzielle Stabilität und Verantwortung zu gewährleisten, eine Etablieren eines Finanzministers für die Europagruppe lehnt er jedoch ab.

Die letzten inhaltlichen Schwerpunkte bildeten dann das Themenspektrum europäische Integration und Konstruktion. Hierbei forderte Paavo einen Ausbau des Europäischen Parlaments und die Einführung von transnationalen Listen. Den Abschluss der erfolgreichen Veranstaltung bildete dann seine Stellungnahme zu einem „Vereinigten Staaten von Europa“ – diese seien auch aus Sicht der Jungen Liberalen Münster eine wünschenswerte Konsequenz voranschreitender europäischer Integration.

Wir bedanken uns erneut herzlich bei Paavo für seine Zeit und die spannende Diskussion! Die weiteren „JEF meets…“-Stammtische, zu denen wir alle Interessierten einladen, finden am 13.11. (SPD) und 20.11. (Grüne) jeweils ab 20 Uhr in der Brücke statt

Rund um die Europawahl

Unter dem Motto „Europa geht uns alle an“ fand vergangene Woche das diesjährige Netzwerktreffen statt. Im Zentrum der Diskussionen: die Wahlen des Europäischen Parlaments, die im Jahr 2019 anstehen.

Vom 30. bis 31. Oktober fand das diesjährige JEF NRW Netzwerktreffen in der Jugendherberge Düsseldorf statt. Nach einem kurzen Kennenlernen der Teilnehmer*innen haben sich auch die vertretenen Organisationen vorgestellt. So wurde ein Einblick in die Angebote des IJGDS  zum Freiwilligen Sozialen Jahr im Bereich Politik und Demokratie ermöglicht, sowie die Arbeit der Münsteraner Gruppe „Visionen für Europa“ vorgestellt.

Zusammen haben sich die Teilnehmer*innen anschließend mit Leitlinien und Kampagnen zur Europawahl 2019 befasst. Nach dem Mittagessen in der Jugendherberge ging es wohlgestärkt mit einer Ideensammlung zum Thema Wahlbeteiligung weiter. Von dem Modell eines „Politiker-Speed-Datings“ bis hin zu einem Event unter dem Motto „Europa kulinarisch erleben“ wurde viel zusammengetragen und besprochen. Am Ende des Tages hatten alle ein vollgeschriebenen Block, und viele Ideen wie man das Motto der Europawahlkampagne #europamachen in NRW umsetzen könnte. Auch nach Tagungsende gingen die breitgefächerten Diskussionen munter weiter – in der Düsseldorfer Innenstadt

Der nächste Tag drehte sich um die aktuelle, aber auch um die zukünftige Lage der EU. Nach einer Auseinandersetzung mit der Rede zur Lage der Union von Jean-Claude Juncker im kleinen Kreis, hatten die Teilnehmer*innen das Glück, Fragen und Gedanken mit dem Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, sowie mit dem Minister für Europaangelegenheiten des Landes NRW besprechen zu können. Herr Pöttgen und Herr Dr. Holthoff-Pförtner haben durch ihre Konversation mit den anwesenden Ehrenamtlichen, aber auch miteinander eine starke Dynamik aufgebaut und so ein klares Bild von Europa vermittelt: Wie es heute ist, aber auch, wie es mit dem neuen Haushaltsplan der EU seien könnte. Neben Themen die medial in Europa präsent und viel diskutiert sind, wie u.a. die Einheitslisten oder die abgeschafften Roaminggebühren, wurden auch Themen diskutiert die es seltener in die Öffentlichkeit schaffen. So zum Beispiel die digitalen Abos über die man sich europaweit freuen kann.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für ihr Engagement. Ein besonderer Dank gilt zudem der Staatskanzlei NRW, Herrn Dr. Holthoff-Pförtner sowie Herrn Pöttgen.

„Jedes Erasmus-Baby treibt die Vereinigten Staaten von Europa voran“

Zum Auftakt unserer Veranstaltungsreihe „JEF Münster meets…der Europawahl-Check“ durften wir Tobias Bollmann, stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Münster, bei unserem Stammtisch begrüßen. Der Doktorand stellte sich den Fragen unseres stellvertretenden Vorsitzenden Marlon und etwa 45 interessierten Gästen.

Als begeisterter Europäer sieht Tobias in vielen Bereichen Reformbedarf. Das einzigartige Friedensprojekt sei erheblichem Druck von außen wie auch von innen ausgesetzt. „Die EU ist an einem Punkt angelangt, an dem sie entweder marginalisiert werden wird oder aber durch umfangreiche Reformen einen Befreiungsschlag nach vorne erreichen kann“. Handlungsbedarf sieht er vor allem auf drei Gebieten: er fordert eine europaweite Energiewende, eine Stabilisierung der Währungsunion und eine Vereinheitlichung der europäischen Migrations- und Asylpolitik.

Der Themenblock „Migrations-, Außen- und Sicherheitspolitik“ stellte auch den Einstieg in die Diskussion dar. In der Migrationspolitik dürfe Europa sich nicht gegenüber den Problemen der globalisierten Welt verschließen, sondern müsse eine humane Asylpolitik verfolgen und Fluchtursachen bekämpfen. Innerhalb der EU müsse die Asylpolitik durch einen Ausgleich nationaler Interessen die mit der Migration verbunden Herausforderungen angemessen verteilen. In der GASP sei es wichtig, dass die EU als „Global Player“ handlungsfähig bleibt. Gleichzeitig müsse die europäische Außenpolitik auch nationale Bedürfnisse berücksichtigen. Vehement fordert Tobias auch die Einrichtung einer Europäischen Armee.

Einige Rückfragen zum Außenhandel, insbesondere auch zur europäischen Wirtschaftstätigkeit in Afrika, leiteten über in den zweiten Themenblock, die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Mit Blick auf die USA verlangt Tobias der EU ein selbstbewusstes Auftreten ab. Gerade das Verhalten der US-amerikanischen Global Player könnte Europa schaden. Insbesondere hinsichtlich digitaler Kompetenzen müsse Europas Wirtschaft unabhängiger werden.

In Bezug auf die Währungsunion erteilte Tobias zunächst Ansätzen wie der Vergemeinschaftung von Sozialkassen oder der europäischen Arbeitslosenversicherung eine klare Absage. Er unterstütze allerdings den Vorschlag, einen europäischen Finanzminister einzusetzen. Es sei widersprüchlich, dass unter dem Dach einer einheitlichen Währungsunion zwanzig Finanzminister eigenständig tätig seien. Deutlich sprach sich Tobias auch für eine einheitliche Energie- und Umweltpolitik aus.

Abschließend wandte sich die Diskussion der europäischen Integration und Konstruktion zu. Tobias bemängelte, dass aktuell nationalen Interessen ein höherer Rang eingeräumt werde als einer europaweiten Zielsetzung und Vision: „Es kann nicht auf jedem Gipfel jeweils eine nationale Plus-Minus-Rechnung geben, sondern man muss Win-Win-Situationen schaffen“, konstatierte er. Für ihn nimmt dies einen höheren Rang ein als Umstrukturierungen im institutionellen Gefüge.

Den Schlusspunkt setzte Tobias mit einer bemerkenswerten Aussage – vielleicht gerade eine Aufforderung an die anwesenden Studierenden? „Natürlich sind die Vereinigten Staaten von Europa für mich ein langfristiges Ziel. Jedes Erasmus-Baby, das gezeugt wird, kann die Vereinigten Staaten von Europa weiter vorantreiben!“.

Wir danken Tobias herzlich für die unterhaltsame und lehrreiche Diskussion. Die weiteren „JEF meets…“-Stammtische, zu denen wir alle Interessierten einladen, finden am 30.10. (FDP), 13.11. (SPD) und 20.11. (Grüne) jeweils ab 20 Uhr in der Brücke statt.

Stammtisch im September

Unser monatlicher Stammtisch ging in die nächste Runde. Wir haben insbesondere lokalpolitische Themen besprochen.

Bei unserem Stammtisch haben wir uns aufgrund unseres Standortes Köln mit besonders brisanten lokalpolitischen Themen, die aktuell deutschlandweit für Schlagzeilen sorgen, auseinander gesetzt.

Sowohl der Hambacher Forst als auch das nächste anstehende Großereignis in Köln, die Moschee-Eröffnung, über die Lena, unsere Vorsitzende, die durch ihre politische Arbeit und Engagement uns interessante Einblicke und Eindrücke präsentieren konnte, standen auf der Tagesordnung.

Wir hoffen, es hat auch den neuen Gesichtern bei uns gefallen und wir würden uns freuen, diese sowie noch viele weitere Interessierte bei unserem nächsten Stammtisch dabei zu haben

JEF Münster als bester Werber ausgezeichnet

Auf der Landesversammlung der Europa-Union NRW wurde unser Kreisverband für den größten Mitgliederzuwachs im letzten Vorstandsjahr geehrt.

Mit starkem Aufgebot war die JEF Münster am 15. September 2018 bei der Landesversammlung der Europa-Union NRW im Kreishaus Steinfurt vertreten. Als Delegierte für den Münsteraner Kreisverband der Europa-Union fuhren die JEFer Kai Schmitt Holländer, Gina Waßmann und Joris Duffner nach Steinfurt. Für die JEF NRW war zudem die Münsteranerin Pia Wirtz delegiert. Auf der Versammlung wurden verschiedene Anträge zur anstehenden Wahl des Europäischen Parlaments und der Zukunft Europas diskutiert. Die Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland, Linn Selle, stelle ihre Kampagne zur EP-Wahl vor, ein Grußwort kam von Elmar Brok, Präsident der Union Europäischer Föderalisten. Abschließend wurde der neue Vorstand der Europa-Union NRW gewählt, wobei der Vorsitzende Peter W. Wahl bestätigt wurde.

Die JEF und Europa-Union Münster wurden während der Versammlung zudem für ihre besonders guten Leistungen in der Mitgliederwerbung gewürdigt. Im vergangenen Vorstandsjahr konnte die Europa-Union Münster 35 Neumitgliedschaften verbuchen, wovon 29 der JEF zuzurechnen sind. JEF-Mitglieder sind in einer Doppelmitgliedschaft stets auch Mitglieder der Europa-Union. Der Kreisvorsitzender Joris Duffner nahm stellvertretend für die JEF die Auszeichnung vom Landesvorsitzenden der Europa-Union NRW, Peter W. Wahl, entgegen. „Wir freuen uns sehr über die Ehrung von der Europa-Union, die für uns eine Anerkennung der geleisteten ehrenamtlichen Arbeit von vielen Münsteraner JEFerinnen und JEFern bedeutet“, fasste der Kreisvorsitzende zusammen. „Gleichzeitig verstehen wir sie allerdings als Ansporn, auch in Zukunft gute Arbeit zu leisten und viele neue Mitglieder zu gewinnen.“ Die nächste Gelegenheit für alle Interessierten, die JEF Münster kennen zu lernen, bieten unsere Einsteiger-Stammtische am 09. sowie 16. Oktober um 20 Uhr in der Brücke, Wilmergasse 2. 

Foto: Starkes Münsteraner Aufgebot der EUD und JEF bei der Landesversammlung: Joris Duffner, Kai Schmitt Holländer, Gina Wassmann, Wolfram Pott, Pia Wirtz und Hein Höbink (v.l.n.r.)

JEFer sitzen auf einer Picknickdecke im Hofgarten

JEF Bonn treffen sich zum Sommerstammtisch im Hofgarten

Das fantastische Sommerwetter im Juli haben die Mitglieder von JEF Bonn genutzt, um sich zum Plaudern auf der Bonner Hofgartenwiese zu treffen.

Bei herrlichem Sonnenschein haben die JEF Bonn ihren regelmäßigen Stammtisch ins Freie verlagert. Der übliche Treffpunkt, also die Bonner Rheinlust, wurde kurzerhand gegen die Hofgartenwiese am Bonner Schloss ausgetauscht.

Mit kühlen Getränken und heißen Diskussionen genossen die Mitglieder den lauen Sommerabend in entspannter Atmosphäre.

Wenn du beim nächsten Event dabei sein möchtest, dann schau‘ doch einfach mal unverbindlich vorbei!