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Resümee einer Reise

Nach einer Woche im jüngsten Staat Europas neigt sich unsere Kosovofahrt dem Ende entgegen. Am letzten Tag unserer Reise hatte die Reisegruppe Gelegenheit, die intensiven Erlebnisse der Reise noch einmal Revue passieren zu lassen.

Austausch mit jungen Kosovaren als ein Highlight der Kosovofahrt

In einer Gesprächsrunde am Morgen bewerteten die Teilnehmer den Verlauf der Studienreise. Hierbei sollten sie positive und negative Aspekte herausstellen als auch Verbesserungsvorsachläge unterbreiten. Des Weiteren war es ihre Aufgabe, zu erläutern, welche besonderen Erkenntnisse sie aus der Reise mitnehmen.

Besonders positiv wurde von Seiten der Teilnehmer der Austausch mit den jungen Kosovaren sowie den verschiedenen politischen Stiftungen, NGO´s und Institutionen angesehen, da dieser einen tiefen Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Realitäten des Kosovo vermittelte. In diesem Zusammenhang beindruckte auch der nach wie vor ungebrochene Enthusiasmus der kosovarischen Freunde gegenüber der Europäischen Integration. Faszination übte auf die Reisegruppe zudem der liberale Islam des Landes aus, der gerade in Zeiten des extremen Islamismus als Vorbild dienen kann. Darüber hinaus war die Gruppe von der religiösen Heterogenität des Kosovo beeindruckt.

Der immer noch vorhandene politische Konflikt zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben offenbarte sich für die Reisenden sehr eindrücklich während des Besuches der Stadt Mitrovica im Nordkosovo. Viele hatten in Mitrovica den Eindruck, dass sich dort „zwei Länder in einer Stadt“ befinden würden.

Einen besonderen Eindruck hinterließ ebenfalls der Besuch von Prizren. Viele Mitglieder der Gruppe schwärmten nämlich vom malerischen Charme der osmanischen Altstadt Prizrens.

Die Teilnehmer betonten, dass sich während der Reise ein besonderer Teamgeist entwickelt habe, der dazu führte, dass sich die Gruppe am Ende der Reise wie eine „kleine Familie“ gefühlt habe.

Herausforderungen auf dem Weg zur EU

Aus Sicht der Mitglieder der Gruppe verdeutlichte die Reise, dass der Kosovo bei seinem Weg zur EU-Mitgliedschaft noch viele Hürden überwinden muss. Die Bekämpfung der Korruption und die Verringerung klientelistischer Strukturen sowie die Stärkung der einheimischen Volkswirtschaft wurden dabei als Hauptaufgaben genannt. Manche Teilnehmer fragten sich, ob sich die genannten Probleme in den 10 bis 20 Jahren überhaupt in befriedigender Weise erledigen ließen.

Potenzielle Verbesserungsvorschläge

Während der Gesprächsrunde äußerte die Gruppe auch eine Reihe möglicher Verbesserungen. So wurde hervorgehoben, dass man auch gerne Kontakt zur jugendlichen Landbevölkerung des Kosovo aufgenommen hätte, um auf diese Weise ein vielfältigeres Meinungsbild gewinnen zu können. Des Weiteren hätten es die Teilnehmer auch spannend gefunden, mit Vertretern der kosovarischen Parteien, politischen Journalisten und Vertretern der verschiedenen ethnischen Minderheiten zu diskutieren. Einige Teilnehmer merkten zudem an, dass es gut gewesen wäre, auch einen sicherheitspolitische Themenschwerpunkt in die Studienreise zu integrieren. Hierzu hätte beispielsweise ein Gespräch mit Mitgliedern der Kosovo Force (KFOR) oder der einheimischen Kosovo Security Forces (KSF) arrangiert werden können, das den Fokus auf die Sicherheitslage des Landes legt.

Am Ende der Reise äußerten viele Mitglieder der Reisegruppe den Wunsch, noch einmal in den jüngsten Staat Europas zurückzukehren.

Brückenbau in Mitrovica

Heute fuhren die nordrhein-westfälischen und kosovarischen JEFer nach Mitrovica, eine zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben aufgeteilte Stadt. Wir besuchten sowohl den einen als auch den anderen Teil unter den wachsamen Augen der kosovarischen und italienischen Polizei und betraten ein sunnitisches und ein orthodoxes Gotteshaus.

Mitrovica

Bekanntlich ist der Kosovo ein multi-ethnischer Staat. Neun Zehntel der Bevölkerung sind Kosovo-Albaner, aber es gibt noch fünf weitere offiziell anerkannte ethnische Gruppen. Die größte dieser Minderheiten ist die Gruppe der Kosovo-Serben, die insbesondere den Norden des Landes bewohnt. Leider sind die Beziehungen zwischen dieser Gruppe und der Bevölkerungsmehrheit nicht immer die besten. Steingewordener Ausdruck dieser Beziehung ist die Stadt Mitrovica im Norden des Landes, in der die beiden Gruppen in säuberlich getrennten Stadtteilen leben. Diese Stadt besuchten wir heute. Um 10:30 trafen wir uns vor dem Haus, in dem wir wohnen, mit unseren kosovarischen Freunden und bestiegen zwei etwa fünfundzwanzig Jahre alte VW-Busse. Einer dieser Busse war tiefergelegt, wild bespoilert und schmückte sich mit rot lackierten Trommelbremsen. Der Andere sah normal aus, aber verfügte dafür über einen Laminatboden und einen zusätzlichen Sitzplatz – den Hocker. In Ermangelung geeigneter Gurte nicht angeschnallt machten wir uns auf den Weg und kamen nach einer Stunde der Fahrt durch die hügelige Landschaft des Kosovo in Mitrovica an.

Die Moschee und die Brücke

Die Stadt hat etwa 75.000 Einwohner und ist, ganz ähnlich wie Prishtinë, geprägt von grauen Wohnblöcken und einem Gewirr kleiner Häuser mit flachgiebeligen Dächern. Unter der fachkundigen Führung von Sara, einer kosovarischen Teilnehmerin unseres Projektes, die aus Mitrovica stammt, besichtigten wir zunächst die nach dem Kosovokrieg neu gebaute Zentralmoschee der Stadt. Der weiße, kuppelbekrönte und von zwei Minaretten flankierte Bau ist von innen bunt bemalt und, bei aller Pracht, durchaus gemütlich. Finanziert wurde der Moschee-Neubau aus der Türkei. Nach der Besichtigung der Moschee spazierten wir durch die Stadt bis an den Fluss Ibar, der die Mitrovica  durchschneidet und den von 60.000 Menschen bewohnten kosovo-albanischem vom nur ein Viertel so großen kosovo-serbischen Teil trennt. Über den Fluss führt eine Brücke, die bereits seit 2011 für den Autoverkehr gesperrt ist. Lange Jahre war sie mit Blockaden belegt, aber seit diesem Sommer wird sie repariert und soll Anfang nächsten Jahres für den Autoverkehr wieder geöffnet werden. Neben der Brücke gibt es eine kleine Fußgängerbrücke, über die man den Fluss überqueren kann. An dieser Brücke wartete die Polizei und wies uns freundlich darauf hin, dass die Situation sicher sei und man problemlos in den serbischen Teil der Stadt könne. Also überquerten wir den Fluss und trafen auf der anderen Seite die italienischen Carabinieri, die mit mehreren Beamten und gepanzerten Fahrzeugen ihren kosovarischen Kollegen zur Seite standen.

Auf der anderen Seite

Von einem Haus direkt an der Brücke blickte Wladimir Putin auf uns herab. Die Schilder waren in serbischer Sprache gehalten und die Autos hatten serbische Kennzeichen oder überhaupt keine. Bezahlt wird mit serbischem Dinar, nicht mit Euro. Viele der Menschen in diesem Teil der Stadt sind der Auffassung, dass der Kosovo zu Serbien gehöre. Sie haben oft serbische Pässe, leben nach serbischen Gesetzen und bezahlen nach Aussage unserer kosovarischen Freunde oft auch keine Steuern an den kosovarischen Staat, den sie ja als illegitim empfinden. Allerdings beginnen die Gräben langsam, sich zu schließen, und junge Kosovo-Serben erkennen oft den kosovarischen Staat an.  Dennoch waren noch einige Spuren der Gräben zu sehen. Viele Hauswände schmückten Grafittis, auf denen die USA und die EU mit Nazis gleichgesetzt wurden. Wir aber wanderten durch die Stadt den Hügel zum Bergmannsdenkmal hinauf. Dieses Denkmal stammt noch aus jugoslawischer Zeit und ehrt die Bergleute, die den Wohlstand der Stadt erarbeiteten. Heute ist der Bergbau durch den Krieg, die Teilung und Umweltprobleme zum Erliegen gekommen, aber angeblich enthält der Abraum noch so viele Seltene Erden, dass sie noch wirtschaftlich gewonnen werden könnten – wenn er nicht so schwermetallkontaminiert wäre. Auf dem Weg zum Denkmal trafen wir die kosovarische Polizei. Die Polizisten waren ethnische Serben und begleiteten uns ein Stück, um uns ein Gefühl der Sicherheit zu geben, was Sara nicht mit Begeisterung quittierte. Sie war der Auffassung, dass die Polizisten so täten, als wäre die Situation gefährlicher, als sie ist.

Ein Denkmal und eine Kirche

Nachdem wir die Ruine eines Stadions passiert hatten, kamen wir auf dem Hügel an. Das Denkmal ist ein Betonbalken, der auf zwei gewaltigen Betonsäulen ruht und im Betrachter ein Gefühl des Unbehagens hervorruft. Vom Hügel aus genossen wir einen fantastischen Blick über die Stadt und das Umland. Nach einem Gruppenfoto spazierten wir zur serbisch-orthodoxen Kirche, die ein Stück tiefer am Hang steht. Sie ist im Jahr 2005 errichtet worden, weil die alte Kirche auf der nun kosovo-albanischen Seite der Stadt liegt. Das Kircheninnere begrüßte uns mit Ikonen, Heiligenbildern und einer Kuppel im traditionellen orthodoxen Stil. Nach der Kirchenbesichtigung mit intensiver Weihrauchinhalation wanderten wir zurück über die Brücke und aßen in der Stadt. Die meisten unserer kosovarischen Freunde waren, ganz wie wir, zum ersten Mal im kosovo-serbischen Teil der Stadt gewesen. Insofern war unser Besuch ein winziger Beitrag zum innerkosovarischen Brückenbau.

Auf unserer Rückreise legten wir in Vushtrria einen Zwischenhalt ein, um dort – passend zum Thema des Tages – eine Brücke zu besichtigen, die allerdings aus dem Spätmittelalter stammte. Sie führte über nichts, denn der Fluss, den sie einst überspannte, hat längst seinen Lauf geändert. Nach einer Pause in unserer Unterkunft trafen wir uns am Abend zu einem Abschiedsessen mit unseren neugewonnenen Freunden aus dem Kosovo und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Auf den Spuren der Vergangenheit in Prizren

Das Wochenende nutzen wir, um den Kosovo weiter zu entdecken und auch außerhalb Pristinas Land und Leute kennenzulernen. Prizren ist die zweitgrößte Stadt im Kosovo und weist eine schöne Altstadt auf, deren osmanische Einflüsse bei Museums – und Moscheebesuch deutlich wurden. Gestärkt von Pide, Kebab und Fladenbrot, erklommen wir die Festung über den Dächern Prizrens und erreichten den bisher höchsten Ort unserer Reise. Zurück in Pristina ließen wir den Abend ausnahmsweise gemütlich ausklingen.

Museen und Moscheen

Nach dem wir uns in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt des Kosovo vor allem mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen, stand heute klassisches Sightseeing auf dem Programm. Obwohl der weinselige kosovarische Abend in einer kurzen, nahezu schlaflosen, Nacht resultierte, taperten wir schon vor 9 Uhr los zum Busbahnhof. Auf dem Weg dorthin liefen wir auf dem Bill Clinton Boulevard nicht nur an seiner Statue, sondern auch an einer Boutique namens Hillary vorbei. Zufall?! Im auffällig modernen Bus machten wir es uns für die 2-stündige Busfahrt bequem und bekamen bei einem Fahrpreis von nur 3 € sogar noch einen Schokoriegel dazu. Im Preis ebenfalls inbegriffen war eine Beschallung mit aktuellsten Charts und Balkan-Hits. Vorbei an kosovarischen Dörfern, Industriegebieten, Gemüseständen und einem Blick auf die Šar Berge verging die Fahrt wie im Flug.

Angekommen in Prizren, führten unsere kosovarischen Freunde uns zunächst an den Ort, an dem die Liga von Prizren 1878 gegründet wurde. Um angemessen ausgestattet zu sein, kauften wir Plis – traditionelle weiße Kopfbedeckungen für albanische Männer (und im Krieg auch für kämpfende Frauen). Ein freundlicher älterer Herr teilte mit uns seine Erinnerungen an den Krieg, was uns sehr bewegte. Im Museum erfuhren wir Details über die Führungspersönlichkeiten der Liga von Prizren, die sich für ein großalbanisches Reich (erfolglos) einsetzte. Wir bestaunten im kosovarischen Louvre traditionelle Kleidung und symbolträchtige Gemälde.

Höhenluft schnuppern über den Dächern Prizrens

Nach dem reichhaltigen, osmanisch geprägten Mittagessen im zweistöckigen Restaurant mit Innenhof und Galerie, besuchten wir gemeinsam die Sinan-Pascha-Moschee. Die Moschee wurde im 17. Jahrhundert gegründet und stellt das größte islamische Bauwerk des Landes dar. Erstaunlich waren die detaillierten Ornamente im Gewölbe und die bunt verzierten Fenster. Vom abgetrennten, höher gelegenen Frauenbereich aus, eröffnete sich uns eine neue Perspektive auf die Kuppel.

Jetzt wurde es sportlich. Um die ganze Stadt überblicken zu können, erklommen wir den steilen Berg, der zur Kalaja-Festung hinaufführt. Auf halber Strecke legten wir bei einer Klosterruine atemlos einen Stopp ein. Dabei trafen wir durch Zufall auf mehrere serbische Besucher aus Belgrad. Wir unterhielten uns mit ihnen und unseren kosovarischen Freunden über die Schönheit Prizrens, was uns gezeigt hat, dass ein freundschaftlicher Umgang trotz der jüngeren Geschichte und anhaltenden Schwierigkeiten zwischen den ethnischen Gruppen möglich ist. Daraufhin setzten wir unseren Weg zur Festung hinauf fort und genossen dort den Rundumblick über Prizren. Mit den Bergen am Horizont und tiefhängenden Wolken fühlten einige von uns sich an Mittelerde erinnert und stimmten den angemessenen Soundtrack an.

Bevor wir uns im Privatbus auf den Weg zurück nach Pristina machten, genehmigten wir einen für den Kosovo typischen Macchiato bei einem Stückchen Trilece (ein sehr kalorienhaltiger Kuchen italienischer Abstammung). Zuhause angekommen, ließen wir den Abend bei Chips und Personenraten mit Dobby dem Hauself, Erdogan und Kim Kardashian ausklingen.

Präsenz lockt neue Gesichter zur JEF Münster

Wie erreicht man junge Europa-Interessierte? Mit einer erfolgreichen Ansprache auf Studierenden-Messen.

Gleich bei zwei großen Veranstaltungen für Studierende konnten wir unseren Kreisverband im vergangenen Monat vorstellen. Während auf der Erstsemester-Messe des AStA großer Andrang herrschte und nur kurze Einblicke geboten werden konnten, gab es auf der moderat besuchten Studentenfutter-Messe Zeit für ausführlichere Gespräche mit Europa-Interessierten. Die Mensa am Ring bot in beiden Fällen genug Platz, um mit den neuen Merchandise-Produkten aber auch mit dem bewährten Europa-Puzzle auf die JEF Münster aufmerksam zu machen. Mit Erfolg – denn bei den zwei darauf folgenden Einsteiger-Stammtischen konnten wir guten Zulauf verzeichnen. Dies stimmt uns sehr zufrieden, da die JEF Münster nun um einige neue Gesichter und proeuropäisches Engagement reicher geworden ist.

Et voilà: Willkommen bei der SPECQUE

Drei Münsteraner JEFerInnen waren zu Besuch bei der größten französisch sprachigen Simulation des Europäischen Parlaments. Und der Veranstaltungsort war in Kanada. Ein bildungspolitisches Erlebnis der ganz besonderen Art.

Die SPECQUE, das ist die Simulation des Europäischen Parlamentes in Kanada, Québec und Europa. Sie ist die größte Simulation, die in französischer Sprache stattfindet. Aus dem Interesse kanadischer Studenten für das politische System der Europäischen Union heraus entstand dieses Planspiel vor 19 Jahren. Seither findet die SPECQUE abwechselnd in einer Stadt in Europa und in Kanada statt. So war der Austragungsort im vergangenen Jahr Lille, in Nordfrankreich. Die diesjährige Edition wurde nun in der Universitätsstadt Sherbrooke, etwa 150 Kilometer östlich von Montréal ausgetragen.
Drei Münsteraner JEF-Mitglieder waren in diesem Jahr mit dabei. Etienne Reussner, Rebecca Melzer und Thomas Rave haben für eine Woche die Rolle eines Europaabgeordneten wahrgenommen. Etienne war stellvertretender Fraktionsvorsitzender der S&D-Fraktion und hat sich mit dem Auswärtigen und dem Wirtschaftsausschuss befasst. Rebecca, Abgeordnete der EVP, war im Ausschuss der Rechte der Frau mit der europäischen Verregelung von Elternzeiten beschäftigt. Thomas, ebenfalls EVP, hat sich auch im Auswärtigen Ausschuss mit einem Vertrag zwischen der EU und Russland zur Förderung erneuerbarer Energien auseinandergesetzt.
Diese Simulationswoche war für uns drei eine bereichernde Erfahrung. Zum einen durch die fachliche Arbeit in den Ausschüssen und die Verhandlungen mit den anderen Parlamentariern. Zum anderen waren es zahlreiche Begegnungen mit den 120 Teilnehmern aus der EU und Kanada, aber auch Russland und Haiti, die diese Woche zu einem wirklichen Erlebnis gemacht haben.

Wir geben Europa ein Gesicht

Vorstandsmitglied Nadine Kochanski porträtiert aktuell Münsteraner JEFerinnen und JEFer. So möchte der Kreisverband auf ganz persönlicher Ebene die Öffentlichkeit erreichen.

Europa ein Gesicht geben – Das soll nicht nur im Großen, wie mit Spitzenkandidaten bei der Europawahl, sondern auch im Kleinen funktionieren. Der Kreisverband Münster versucht dies auch ganz lokal mit der Facebook-Fotokampagne »Wir geben Europa ein Gesicht«. Mit der Aktion will der Kreisverband seine Mitglieder der breiteren Öffentlichkeit vorstellen und diese somit auf einer persönlicheren Ebene erreichen. Vorstandsmitglied Nadine Kochanski porträtiert dafür interessierte JEFerinnen und JEFer an bekannten Orten der Stadt. Gemeinsam mit einem kurzen Statement zu ihren individuellen Erfahrungen, Einstellungen und Gedanken zu Europa und zu den Jungen Europäischen Föderalisten wird das Portrait anschließend auf Facebook veröffentlicht. Sonja beispielsweise stellt dabei das bildungspolitische Programm der JEF in den Vordergrund: „Nur wer sich auskennt, kann die Errungenschaften Europas schätzen – und kritikwürdige Entwicklungen sachlich und konkret benennen.“ Auf Facebook können aktuell alle Bilder und Statements unter #EuropäerInnenMS gesichtet werden. Nach Abschluss der Aktion werden alle Porträts auch auf der Website hochgeladen und hier besichtigt werden können.

Mitgliederversammlung JEF Münster

Auf unserer Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt. Zudem blickten wir zurück auf vielfältige Monate und blickten gespannt auf die nächsten gemeinsamen Monate. Die Pressemitteilung dazu:

Am Sonntag, den 03. Juli 2016 haben die Jungen Europäischen Föderalisten Münster auf ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Bei der Sitzung im Großen Forum der KSHG wurde Pia Schulte als Vorsitzende bestätigt. Zu ihren Stellvertretern wurden Felix Altenbach, Lena Heidemann und Tim Odendahl gewählt. Schatzmeisterin Rebecca Melzer komplettiert den Vorstand zusammen mit den Beisitzern Jannis Haendke, Nadine Kochanski und Julia Reischle.

Die Kassenprüfung übernehmen fortan Jakob Toebelmann undLandesgeschäftsführer David Schrock.

Pia Schulte, Studentin der Politik- und Wirtschaftswissenschaften: „Es ist wichtig, in Zeiten des #Brexits neue Ideen für Europa zu entwickeln und den Menschen diese näher zu bringen. Aber wir müssen auch über Europa und die EU aufklären, junge Menschen genauso wie Erwachsene. Hier sehe ich die JEF und wir werden in den nächsten Monaten in Universitäten, in Schulen sowie auch auf der Straße diskutieren und für ein geeintes Europa werben.“

Ein buntes Fest für Europa

Am 9. Juni haben die JEF Münster zum Europäischen Sommerfest am Aasee eingeladen. Es gab Frisches vom Grill, kühle Getränke, gute Musik, ein Pub-Quiz zum Thema Europa sowie zahlreiche Beerpong-Spiele.

Was für ein buntes Fest!
Gestern Abend haben wir erstmals unser Europäisches Sommerfest veranstaltet. Neben einem tollen Buffet, und leckerem vom Grill haben wir ein Pubquiz zum Thema Europa gemacht. Dabei wurden zudem so einige Beerpong-Spiele ausgetragen.

Es war super cool, dass so viele junge Leute aus verschiedenen Ländern gekommen sind. Vielen Dank an alle die da waren! Wir hoffen, ihr hattet Spaß beim Feiern bis tief in die Nacht. Wir freuen uns schon riesig auf das Sommerfest im nächsten Jahr!

Europa in der Schule simulieren

Der Europatag wird von vielen Schulen dafür genutzt, mal etwas Abwechslung in den Schulalltag zu bringen und den Schülerinnen und Schülern die EU und die europäische Idee näher zu bringen. Europäische Politik verständlicher und anschaulicher zu machen, war auch das Ziel des Goethe-Gymnasiums in Ibbenbüren.

Das Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren hatte den münsteraner Kreisverband der JEF gebeten, am 9.6. eine SimEP, also eine Simulation des Europäischen Parlaments, mit der 9. Jahrgangsstufe der Schule durchzuführen. Wir von der JEF Münster haben in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eigenständig eine SimEP auf die Beine gestellt, an der Oberstufenschüler aller Münsteraner Schulen teilnehmen können, wodurch wir uns sehr gut vorbereitet gefühlt haben, eine solche Simulation auch in Ibbenbüren zu leiten.

Bei einer solchen SimEP muss man durchaus einen straffen Zeitplan einhalten, schließlich soll ein gesamter Gesetzesentwurf innerhalb von nur einem Tag diskutiert, überarbeitet und auch abgeschlossen werden. Hierzu werden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eingeteilt, die den einzelnen Fraktionen im Parlament entsprechen. Gemeinsam sollen sie die Position ihrer jeweiligen Fraktion zum Thema des Gesetzesentwurfes erarbeiten, und diese dann so gut wie möglich gegenüber den anderen Fraktionen vertreten und später in der Plenarsitzung des Parlaments auch durchsetzen. Zusätzlich zu den Rollen der Abgeordneten haben wir auch einige Schüler die Rollen von Interessenvertretern und Journalisten übernehmen lassen.

Die Richtlinie, welche die Teilnehmer der SimEP bearbeiten sollten, beschäftigte sich mit der Zulassung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, ein Thema das teilweise sehr komplex sein kann, von dem jedoch jeder betroffen ist. Die Herausforderung für die Teamer der JEF, die die Schüler den Tag über begleitet und unterstütz haben, lag darin, das Thema für die Teilnehmenden so verständlich wie möglich darzustellen und zu erklären. Schließlich handelte es sich um eine 9.Jahrgangsstufe, die Schülerinnen und Schüler waren also jünger als dies bei den bisherigen SimEPs der Fall war.

Wir konnten aber sehr zufrieden feststellen, dass uns dies gut gelungen ist. Auch wenn einige Schüler zu Beginn etwas skeptisch dem Thema und ihrer Aufgabe gegenüber standen, haben sie doch schnell Spaß daran gewonnen, in der Fraktion zu diskutieren und Kompromisse mit anderen Fraktionen auszuhandeln. Dies war auch in der Plenarsitzung am Nachmittag noch der Fall. Hier wurde die Richtlinie offiziell diskutiert und über mögliche Änderungen abgestimmt. Die Teilnehmer haben es geschafft, sehr gute Debatten zu führen und am Ende tatsächlich eine Richtlinie fertigzustellen.

Insgesamt war es sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für uns ein sehr spannender und lehrreicher Tag, an dem wir wohl auch bei einigen Jugendlichen Interesse an Politik und an Europa wecken konnten.

Die JEF Münster beim EYE in Straßburg

Eine Gruppe aus Münster hat am letzten Wochenende gemeinsam das European Youth Event 2016 in Straßburg besucht. Workshops, Diskussionsveranstaltungen, aber z.B. auch Konzerte standen auf dem bunten Programm! Mehr als 7500 junge Erwachsene haben in diesem Jahr daran teilgenommen.

Zwei Tage lang haben sich die Münsteraner JEFerInnen intensiv mit europapolitischen Themen auseinandergesetzt; u. a. mit Krieg und Frieden, Demokratie, Jugendarbeitslosigkeit, Nachhaltigkeit und viele weitere Themen. Im Plenum des europäischen Parlaments und in Ausschüssen wurden hitzige Debatten geführt (Flüchtlingskrise, TTIP, usw.). Kulturelle und kreative Aktivitäten kamen jedoch nicht zu kurz! Außerhalb des Europäischen Parlaments bot das „YO-Village“ ein umfassendes Programm an: Workshops und andere interaktive Aktivitäten ermöglichten neue Sichtweisen über die aktuellen Themen. Mit 7500 Teilnehmern war das European Youth Event auch eine gute Gelegenheit sich mit anderen Europäern auszutauschen und zu vernetzen. Im Abendprogramm standen Konzerte im wunderschönen Straßburg an. Die Münsteraner JEFerInnen haben wertvolle Eindrücke mitgenommen und freuen sich schon jetzt auf das EYE 2017!