Neueste Artikel

Podiumsdiskussion „Türkei und EU – was bleibt an Gemeinsamkeiten?“

Zusammen mit dem Europe Direct Köln und der Europa Union Köln konnten wir eine äußerst spannende Posiumsdiskussion zu den Beziehungen zwischen der EU und der Türkei veranstalten.

„Türkei und EU – was bleibt an Gemeinsamkeiten?“ war der Titel der gestrigen Veranstaltung der EUROPE DIRECT Köln, bei dem wir uns als Co-Gastgeber präsentieren durften.

Neben dem Expertenaustausch waren insbesondere die engagierten Diskussionen mit dem Publikum prägend für den gelungenen Abend.

In Zukunft werden noch weitere Veranstaltungen der Europe direct mit uns als Co-Gastgeber durchgeführt, über die wir dann gesondert informieren. Kommt vorbei, es lohnt sich!

Eure JEF-Köln

Happy Birthday, Europa-Union!

Unser Erwachsenenverband, die Europa-Union Deutschland, ist 70 Jahr alt geworden: 70 Jahre Engagement für ein vereintes Europa! Den Geburtstag feierte die Europa-Union am 11. Januar 2017 mit einem Festakt in Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, selbst Mitglied der Europa-Union, würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der Europa-Union. Auch eine Delegation der JEF NRW hat an den Feierlichkeiten teilgenommen.

Der Präsident der Europa-Union, Rainer Wieland, begrüßte die aus ganz Deutschland und Brüssel angereisten Gäste in der französischen Friedrichsstadtkirche in Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble würdigte das Engagement der Europa-Union für ein föderales Europa. In seiner Ansprache sagte er, dass Europa auch im 21. Jahrhundert unverzichtbar sei, allerdings nur als Einheit eine angemessene Rolle spielen könne. Auch Staatsminister Michael Roth vom Auswärtigen Amt warb in seiner Rede für mehr Engagement für Europa. Auch wenn in Europa gerade nicht alles rund laufe, so appellierte Roth dafür, dass es letztlich in unseren Hände liege, „Europa mit vereinten Kräften wieder in die Spur zu bringen“. Die polnische Europaabgeordnete Danuta Hübner gratulierte der Europa-Union und wünschte sich für Polen ebenfalls die Gründung einer solchen proeuropäischen Bewegung. Ebenso gratulierte der Präsident der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD), Dr. Rainer Wend, der Europa-Union und betonte die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen für ein vereintes Europa.

»Sterne backen für Europa« – Eine Straßenaktion mit Traditionscharakter

Ganze 300 Tütchen mit selbst gebackenen Sternen konnten am Nachmittag des 14. Dezember 2016 bei der Straßenaktion »Sterne backen für Europa« an positiv überraschte Menschen in Münster verschenkt werden.

Am dritten Adventswochenende hatten sich JEFerinnen und JEFer getroffen, um unzählige Plätzchen für diese Aktion zu backen. Gemeinsam mit einem eigens dafür gestalteten Flyer mit den Flaggen aller 32 nationaler JEF-Sektionen wurden diese als »Europäische Weihnachtsgrüße« an einem Informationsstand auf der Ludgeristraße verteilt. Mit einigen interessanten Gesprächen, strahlenden Kindergesichtern und vor allem unserem Spaß an der Sache selbst wurde es zu einer erfolgreichen Aktion, die langsam aber sicher zur Tradition im Kreisverband Münster wird.

Ein geballtes Wochenende Europäische Grundlagen

JEF Münster hat am letzten Novemberwochenende ihr erstes Grundlagenseminar abgehalten. Die Teilnehmer Alex und Fynn haben sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt, einen Bericht zu verfassen. Noch immer vom JEF-Spirit ergriffen, haben die beiden gleich auch noch eine Englische und Spanische Version ihres Textes verfasst. Eine Premiere auf unserer Website! Alle drei Fassungen könnt ihr im folgenden lesen:

DEUTSCH

Das neue Semester an der WWU Münster ist angebrochen und damit legte auch JEF Münster einen hervorragenden Start hin. In einem Seminar hatten die neuen und alten Aktiven und Mitglieder die Möglichkeit, sich kennenzulernen. Von Freitag, den 25.11. an bis Samstag, den 26.11. gab es zwei volle Tage über die aktuellen Themen aus der EU und Europa zu diskutieren und ebenso frische Ideen und Projekte zu kreieren. Viele neue Mitglieder und Interessierte konnten hier das erste Mal selbst mitwirken und bekamen die Möglichkeit die Strukturen und Ebenen der JEF zu verstehen.

Am Freitag hieß die JEF Münster die 20 Teilnehmer willkommen und als erstes gab es verschiedene Team-Building-Spiele, sodass sich alte und neue JEFfer*Innen miteinander warm werden konnten. Das Highlight des Tages bildete das „World Café“, bei dem jeweils ein Vertreter bzw. Vertreterin der JEF Europa-, Deutschland- und NRW-Ebene, ebenso wie der Europa Union Deutschland, auf eine kleine Teilnehmergruppe traf. So wurden die Strukturen der JEF und die innere Organisation für jeden verständlich. Den Abschluss des ersten Tages bildete das Rätsel, ob der Sin-Obelisk am Aquatag oder doch am Neptiminus fertiggestellt wurde.

Nach einer kurzen Nacht trafen sich die Teilnehmer am Samstagmorgen erneut, um über die europäische Gesellschaft und insbesondere über die Frage zu diskutieren, ob es „europäische Werte“ gibt. Nach dem spannenden Austausch von Perspektiven und Ideen, stellten wir erstaunt fest, wie vielseitig die Meinungen über dieses Thema sind. Gleichsam kontrovers, aber dafür mit der nötigen klassisch-italienischen Nervennahrung, ging es beim „EUROPA QUIZ“ zu, bei dem die Teilnehmer kreative Fragen zur EU beantworten. Den Rest des Tages bestimmte die erfolgreiche Ideenfindung für zukünftige Projekte der JEF Münster.

Abgerundet wurde das gleichwohl spaßige und produktive Seminar dann von einem gemeinschaftlichen Gang auf den Münsteraner Weihnachtsmarkt begleitet von leckerem rotem und weißem Glühwein.

ENGLISH

A new semester has begun at the University of Munster and with it all student organizations became active again, giving the university community the life and energy which defines its academic spirit. One of these especially active organizations is JEF Münster whose members had the opportunity to gather back together this weekend in a seminar which for the first time brought together new and more veteran members. The seminar lasted from Friday 25th to Saturday 26th, two days of debating and taking part in different activities to create a good team spirit as well as doing some brainstorming to gather new fresh ideas. This first seminar allowed all new members to take an active role for the first time. Everyone got to know each other better and had the opportunity to directly involve with the organization and understand its structure.

On Friday, JEF received and welcomed all the participants who during the first part of the evening enjoyed different team-building activities and games which helped them to strengthen the bounds and so that the „freshers” could get to know the rest of the team much better. The rest of the evening the participants met several representatives from the different levels in Europe, Germany and NRW, of the Young European Federalist, as well as its elder organization the UEF. With this „World Coffee” participants got an inside view and a better understanding of how JEF is organized.

To close this first day, the team had to resolve the mystery of the Zin-Obelisk and whether it was finished on Neptiminus or Sharkday.

After not too much sleep we spent the morning to debate about the European society, the main concerns of Europeans and whether Europe has common values or not. After a huge exchange of different ideas and perspectives, surprisingly we realized how much opinions can vary. After this, some facts where put on the table during the „Europe Quiz”, the participants could enjoy during lunch. The rest of the day was the perfect time to form fresh ideas that JEF Muenster will hopefully be able to realize in the future.

To round up this very productive and entertaining weekend the Christmas market with its typically German mulled wine was the perfect closing.

ESPAÑOL

Un nuevo semestre comienza en la WWU Münster y con el las asociaciones de estudiantes vuelven a la vida, trayendo consigo a la comunidad universitaria la energía que caracteriza el espíritu académico de la institución. Precisamente una de las asociaciones de estudiantes más presentes y activas es JEF Münster, cuyos miembros tuvieron la oportunidad de encontrarse de nuevo este pasado fin de semana en un Seminario que por primera vez aglutinó a nuevos y veteranos miembros. El Seminario tuvo lugar entre el viernes 25 y el sábado 26 de noviembre. Dos días de debates y diferentes actividades con el fin de crear un buen ambiente y espíritu de equipo, así como de recolectar nuevas ideas para los proyectos de la organización. Este primer Encuentro permitió a los nuevos miembros tomar parte activa y comenzar a integrarse en la organización. Todos los participantes tuvieron la oportunidad de conocerse mejor y de involucrase con la asociación, así como conocer su estructura.

En la tarde del viernes, JEF recibió y dio la bienvenida a los participantes, los cuales durante la primera parte del encuentro llevaron acabo diferentes ejercicios y juegos de team-building. El resto de la tarde los participantes pudieron conocer a diferentes representantes de las dientes ramas de JEF en Europa, Alemania y Reinaría del Norte-Westafalia; así como de su organización madre, UEF. Con este “World café” los participantes del encuentro pudieron tener una clara vista interna de la asociación y comprender mejor como JEF está organizado.

Para cerrar un intenso viernes el equipo tuvo que resolver el enigma del Obelisco Zin, descubriendo si fue terminado en el día de Neptiminus or Sharkday.

Después de no demasiado dormir pasamos la mañana del sábado entre debate y debate sobre la sociedad europea, las principales preocupaciones de los europeos, así como tratando la pregunta de si Europa tiene o no un sistema de valores en común. Después de un intenso intercambio de opiniones, se llego a la conclusión de que la riqueza y variedad de las diferentes perspectivas caracteriza todo el objeto de debate. Después unos cuantos hechos contrapusieron lo emocional de los argumentos de la primera parte en un „Europa Quiz” que los participantes del encuentro realizaron durante la comida. El resto de la tarde fue el momento perfecto para desarrollar nuevas ideas que JEF podrá llevar a cabo en el future.

Para finalizar un fin de semana redondo no podia faltar los mercados de navidad y el típico vino alemán caliente o glühwein.

US-Wahl 2016 – Was nun Europa?

Am Dienstag, den 15.11.2016 kamen viele Europa-Interessierte im »Internationalen Zentrum – Die Brücke« zusammen, um nach einem gehaltvollen Kurzvortrag von Laura Mack über die zukünftigen Beziehungen zwischen den USA und Europa zu diskutieren.

Eine Woche nach dem überraschenden Wahlergebnis in den USA wurden mögliche Konsequenzen für Europa auch bei unserem »Discuss Europe« Stammtisch zur Sprache gebracht. Schnell kam es zu einer angeregten und vielfältigen Debatte über Freihandelsabkommen, Wahlkampfmethoden und Populismus in europäischen Staaten. Deutlich wurde insbesondere, dass Europa (bzw. die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten) jetzt nicht lange auf die politischen Impulse aus Amerika warten darf, sondern durchdacht aber zügig selbst die Initiative ergreifen muss. In der Hoffnung, dass die Staaten Europas nun näher zusammenrücken und gemeinsam politische Strategien für so viele brennende Fragen erarbeiten, ging es zum Ausklang des Abends ins Café Milagro.

Bella Italia: Wirklich immer alles Bella?

Am 15. November 2016 stellte JEF Mitglied Angelo „sein“ Heimatland Italien vor. Dabei nahm er uns mit auf eine spannende und aufschlussreiche Reise durch Bella Italia: von Pizza und Mozarella über da Vinci und Berlusconi bis hin zu Lampedusa, EU und Europarat.

Mehr als nur Pizza und Pasta

So ist unser südlicher Partner nicht nur Mutterland der Pizza, sondern beherbergt auch die größten und aktivsten Vulkane Europas: alleine bei einem Ausbruch des Vesuvs müssten circa 3 Millionen Menschen evakuiert werden.

Neben der altbekannten Klassikern wie der Pizza und Mozzarella, die neben dem Tourismus einen großen Teil der italienischen Wirtschaft ausmachen, verdanken wir Italien auch große Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci und Michel Angelo, aber auch Silvio Berlusconi. Auch die Sprachenvielfalt Italiens ist bemerkenswert: über 20 Dialekte, mehrere Amtssprachen, darunter neben Italienisch auch Deutsch und Französisch, und Minderheitensprachen wie Albanisch und Griechisch werden auf dem Stiefel im Mittelmeer gesprochen. Dass die Kommunikation zwischen Süd-und Norditalienern nicht immer reibungslos funktioniert, konnte Angelo dabei aus eigener Erfahrung berichten.

Nicht immer eitel Sonnenschein

Dass dabei nicht immer alles „bella“ ist, machte Angelo an einigen Beispielen klar: die ankommenden Flüchtlinge auf der kleinen Insel Lampedusa sind nicht nur eine Herausforderung für lokale Behörden, sondern auch für die italienische Gesellschaft. Zu dieser Problematik kommt eine enorm hohe Jugendarbeitslosigkeit von teilweise 40%, welche die Lage nicht vereinfacht.

Mutterland Europas

Trotzdem ist die durchschnittliche Lebenserwartung mit 82,8 Jahren so hoch wie kaum irgendwo in Europa. Mit über 42 Verbänden der italienische JEF, ist der Europäische Gedanke in Italien, immerhin Gründungsmitglied nicht nur des Europarates und der Europäischen Union, tief verwurzelt.

US-Präsidentschaftswahlen 2016

Die JEF NRW steht für ein weltoffenes, tolerantes und friedliches Zusammenleben aller Menschen. Spätestens durch die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika können sich die EU und die europäischen Regierungen nicht mehr auf die USA als internationalen Partner zur Verteidigung dieser Werte verlassen.

Die Bevölkerung Europas darf jetzt aber nicht erstarren, sondern muss sich seines bisher nicht genutzten Potentials schnellstens bewusst werden. Mit antidemokratischen Bewegungen in Russland und der Türkei, mit populistischen antieuropäischen Strömungen in vielen Staaten der EU und der neuen unberechenbaren Situation in den USA steht die Europäische Union vor einer Zerreißprobe wie es sie seit ihrer Gründung nicht gab. Die Gefahr des Rückfalls in nationalistische Gedankenmuster, in denen die Rechte von Minderheiten beschnitten, in denen Wahlen durch Abgrenzung gewonnen werden, in denen Völkerverständigung und Menschenrechte dem Wohle des Nationalstaates untergeordnet werden, ist seit einiger Zeit präsent und wird durch die Wahl von Trump noch weiter verstärkt. 
 
Die Europäische Union muss anfangen, auch auf der internationalen Ebene mit einer Stimme zu sprechen und dabei die gesamte Bevölkerung mitzunehmen. Mehr denn je brauchen wir durch den bevorstehenden Wegfall der USA eine europäische Klimapolitik, wir brauchen eine europäische Außen- und Sicherheitspolitik, eine gerechte Europäische Asyl- und Migrationspolitik, eine europäische Armee und  eine europäische Vision in der Bevölkerung, die sich als Gegenpol zu den populistisch-nationalen Strömungen sieht.
 

Gemeinsam bei der »Langen Nacht der US-Wahl«

Am Abend der US-Präsidentschaftswahl haben wir gemeinsam die „Lange Nacht der US-Wahl“ besucht, die vom Institut für Politikwissenschaft veranstaltet wurde.Auf dem Programm standen neben dem Screening der CNN-Wahlberichterstattung sowohl Kurzvorträge des Lehrpersonals als auch Skype-Interviews mit Gesprächspartner*innen auf der ganzen Welt.

Wir trafen uns zunächst um 18:00 Uhr im Café Global zum lockeren Beisammensein, bevor es gegen 19:30 Uhr in Richtung Hörsaalzentrum Scharnhorststraße 100 gehen sollte. Diskutiert wurde neben der US-Wahl auch der frisch veröffentlichte Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Alternative für Deutschland (AfD) sowie dessen Jugendorganisation, der Jungen Alternativen (JA).

Als wir um 19:30 Uhr am Hörsaalzentrum Scharnhorststraße ankamen war direkt klar: Wir waren nicht zu früh aufgebrochen. Hatten die Veranstalter anfangs mit maximal 250 Besucher*innen gerechnet, wurde dann noch ein zweiter Hörsaal geöffnet, in dem das nachfolgende Programm doppelt gehalten. Auch unsere 13-köpfige Gruppe musste sich dann auf die zwei Hörsäle aufteilen.

Auf dem Programm standen Kurzvorträge von Mitarbeiter*innen des Instituts für Politikwissenschaft (IfPol) zum Wahlsystem und das Wahlclientel und Video-Interviews mit anderen Politikwissenschaftler*innen weltweit.

Es gab uns ein gutes Gefühl, dass sich so viele junge Menschen für die Wahl interessierten und das in einem so unaufgeregten Rahmen. Das Wahlergebnis am Ende der Nacht war dann für die meisten ernüchternd.

Polen im Wandel

Diesen Dienstag stellte Jan Zimmermann Polen im Rahmen des Länderabends der JEF Ruhrgebiet vor. Neben Tatsachen und Eindrücken zum Land und seines Aufenthaltes dort, regte er dabei eine Diskussion über den polnischen Platz in Europa an.

Wegen seines halbjährigen Aufenthaltes dort lag es nahe, dass Jan die aktuelle Kulturhaupstadt Europas, Breslau (pol. Wroc &lstrok aw), als Stellvertreterin für das heutige Polen wählte. Es gibt einerseits ein starkes Streben nach Modernisierung, so kann zum Beispiel die Abwesenheit von Ladenschlusszeiten als Reaktion auf den Mangel zu Zeiten des Sozialismus verstanden werden. Auf der anderen Seite spielen traditionelle Werte auch im heutigen Polen eine große Rolle.

Wichtige Rolle der Kirche

Besonders die katholische Kirche ist identitätsstiftend für Polen; der ehemalige Papst Johannes-Paul II wird auch heute noch von vielen im Land verehrt, so gibt es kaum eine Stadt ohne Denkmal für ihn. Gerade in Breslau genießt darüber hinaus auch der frühere Erzbischof Boles &lstrok aw Kominek ein ähnlich großes Ansehen wie Johannes-Paul II. Er leistete 1965 mit seinem Hirtenbrief, aus dem vor allem die Worte „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ bekannt wurden, einen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung nach dem zweiten Weltkrieg.

Heute gilt das Verhältnis zwischen beiden Ländern trotz einiger verbliebener gegenseitiger Vorurteile als so gut wie noch nie. Es gibt nur noch wenige Polen, die Deutschland als Bedrohung wahrnehmen, die Angst vor russischer Aggression hingegen ist hingegen noch weit verbreitet. So kam es, dass infolge der jüngsten bewaffneten Konflikte in Osteuropa in polnischen Medien darüber diskutiert wurde, ob die Bundeswehr Polen im Kriegsfall verteidigen könnte.

Im Zentrum der europäischen Politik

Die diesjährige Fahrt der JEF NRW in Zusammenarbeit mit der Jakob-Kaiser-Stiftung ging in das Zentrum der europäischen Politik – nach Brüssel. Auf dem Plan der 3-tägigen Reise vom 22. Bis zum 24. September 2016 standen dabei Besuche bei der NATO, der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union.

 Start in die Brüsselfahrt am frühen Morgen

Das Programm umfasste somit eine bedeutende Menge der Organisationen, welche die Dynamik innerhalb der Europäischen Union sowie dem gesamteuropäischen Kontinent intensiv mitgestalten. Wir dagegen vermittelten auf der Hinfahrt in unserem Minibus den genau gegenteiligen Eindruck. Eher träge und schläfrig war da die vorherrschende Grundstimmung. Nun hatte dies aber vermutlich eher wenig mit unserem Desinteresse an der Thematik, sondern vielmehr mit der frühen Abfahrtszeit zu tun. Um 6 Uhr aufzustehen war dann wohl für den Großteil der Gruppe etwas zu früh. So hängt das Logo des NATO Supreme Headquarters (SHAPE) mit seinen mahnenden Worten Vigilia pretium libertatis („Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“) bereits mahnend über unseren Köpfen, als auch wir endlich richtig in den Tag starteten.

Das NATO-Headquarter: Ein Ort hinter Stacheldrahtzäunen

Am Eingang vom Headquarter wurden wir herzlichst von unserem Referenten, Oberstleutnant Claus Richter, begrüßt. Der erste Teil der Besichtigung führte uns dann sofort durch den äußeren Sicherheitsbereich des Geländes. Vom Bus aus konnten wir dabei die Behausungen, Schulen, Krankenhäuser sowie sonstige Gebäude und Einrichtungen einer typischen Stadt bewundern. Denn genau das ist dieser Bereich – ein Ort an dem bis zu 8000 NATO Mitarbeiter wohnen können.  Ein Ort wie eine ganz normale Stadt, aber verborgen hinter hohen Stacheldrahtzäunen. Herr Richter versorgt uns dazu fachkundig mit einer Reihe von Anekdoten über das hiesige Leben. Weiter ging es in die nächste Sicherheitsschale mit dem eigentlichen Hauptquartier – einem funktionalen Gebäude, das architektonisch an eine übergroße Kaserne erinnert. Vorbei an dem Eingang mit den Fahnen der 28 Mitgliedsstaaten und den Bildern der Supreme Allied Commander Europe a.D. gingen wir in eine Art Kinosaal. Hier wartete ein Vortrag über die NATO, ihre Strukturen und Einsätze auf uns. Durch viele Zwischenfragen unserer Seite gingen wir aber schnell einen anderen Weg und diskutierten über Sinn und Unsinn der NATO Ostpolitik sowie über die Bildung einer europäischen Armee. Insbesondere die Beziehungen zu Russland bildeten dabei einen Schwerpunkt des Gesprächs. Zum Schluss noch einen Kaffee in der Kantine und dann ging es weiter in Richtung Brüssel.

Fun-Fakt: Brüssel hat die meisten Staus

Rechtzeitig vor der Ankunft versorgte uns Markus noch mit dem wichtigsten Fun-Fakt der Fahrt: „In keiner anderen europäischen Stadt stehen die Leute mehr im Stau“. Den Beweis lieferte die Stadt dann passender Weise sofort selber. Endlich am Hostel angekommen packten wir schnell unserer Sachen aus, gingen etwas essen und  lagen dann ziemlich schnell im Bett – ein langer Tag am nächsten Morgen stand uns bevor.

Gespräch im Europaparlament mit Fokus auf dem Westbalkan

Am nächsten Morgen ging es sofort los ins Herz der europäischen Politik. Vor dem Europäischen Parlament waren wir mit Victoria Pirker, Referentin der Europaabgeordneten Ulrike Lunacek, verabredet. Nach einer kleinen Runde durch den Besuchertrakt des Parlaments saßen wir dann auf den Besucherbänken des Plenarsaals und bewunderten die vielen leeren Sitzreihen unter uns. Das Gespräch bahnte sich seinen Weg von den Arbeitsweisen der Parlamentes hin zu der politischen Lage des Kosovo und wieder zurück. Im Allgemeinen hatten wir übereinstimmend das Gefühl, dass wir von unserer Referentin mit ihrer kompetenten Art und dem fundierten Fachwissen eine Menge lernen konnten. Insbesondere was Fragen des Kosovo und der Westbalkanpolitik anging, sind wir jetzt zu Experten geworden! Nach drei Stunden waren die Köpfe erstmal voll, schnell noch ein Gruppenfoto – dann ging es weiter.

Gespräch in der Kommission über Sinn und Unsinn des Ministerrats

Von der EU Legislative ging es einen Fußmarsch weiter, zur Exekutive, der Europäischen Kommission. Hier erwartete uns Martin Saeckl, Gründungsmitglied der European Affairs Consulting Group (eacon). In einem auffällig modern gehaltenen Besprechungszimmer ging es in seiner Präsentation um die Aufgaben und Strukturen der Kommission. Aber wie zuvor zeigten wir, dass wir lieber unsere eigenen Fragen stellten, als einer (ermüdenden) Präsentation zu lauschen. So drehte sich das Gespräch schnell um das (vermeintliche oder reale) Demokratiedefizit der EU sowie Sinn und Unsinn des Rates der Europäischen Union. Folglich überzogen wir die erste Hälfte des Aufenthalts so sehr, dass für unser eigentliches Wunschthema („europäische Nachbarschaftspolitik“) zum Schluss leider nur sehr wenig Zeit blieb. Nun war aber erstmal Zeit für eine kleine Mittagspause!

Diskussion über Macht und Einfluss in der EU bei der Vertretung Deutschlands

Als letzter offizieller Programmpunkt des Abends waren wir bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU eingeladen. Der Experte für Militärfragen Bernd-Ulrich von Wegerer (Head of unit Armaments Policy and European Defence Agency) führte uns direkt zu einem, für unsere bescheidene Gruppengröße doch etwas zu großen, Besprechungsraum (leider bekamen wir auch sonst nichts vom Gebäude zusehen). Auch hier gab es zunächst eine Präsentation über die Rolle und Bedeutung der Vertretung im System der EU. Doch recht schnell zeichnete sich ab, dass es über verschiedene Themen sehr unterschiedliche Sichtweisen gab. Es war somit nicht verwunderlich, dass unser endloses Fragen- und Diskussionspotential auch hier die Überhand gewann und wir über das Pro und Contra von Lobbyismus sowie die Verteilung von Macht und Einfluss in der EU diskutierten. Insbesondere die Frage über die Größe an Einfluss der „deutsche Linie“ auf die europäische Politik  führte immer wieder zu kritischen Nachfragen. Schließlich war auch unser Termin hier vorüber und recht erschöpft vom langen Tag verließen wir das Gebäude. Damit war der offizielle Teil für den Freitag beendet!

Freundschaften knüpfen mit der JEF Brüssel

Der Abend stand zur freien Verfügung. Ein Teil der Gruppe nutzte das, um die Stadt zu erkunden. Der Rest traf sich mit der JEF Brüssel in einer Bar direkt gegenüber vom Europäischen Parlament. Viel muss dazu wohl nicht gesagt werden: Bei ein paar Bier wurden im internationalen Flair der Stadt natürlich neue Freundschaften geknüpft und interessante Gespräche jedweder Couleur geführt.

Von Molenbeek bis ins Museumsviertel

Am Samstagmorgen standen wir alle früh auf, um uns zum Abschluss der Reise mit Malte Woydt auf eine Entdeckungstour durch Brüssel zu machen. Malte – von Haus aus Politikwissenschaftler und Historiker – holte uns an unserem Hotel im vieldiskutierten Stadtteil Molenbeek ab und führte uns quer durch die Stadt bis zum Museumsviertel. Es war eine Stadtführung, die uns weniger die Geschichte der Stadt, als vielmehr deren sozio-ökonomische und kulturelle Entwicklung vor Augen führte. So wurden unterwegs allerhand Vorurteile über die Stadt im Allgemeinen und Molenbeek im Speziellen ausgeräumt und wir lernten Brüssel besser als die internationale Stadt wahrzunehmen, die sie ist: mit all ihrer Dynamik und ihren Problemen. Nach vier Stunden Stadtführung gingen wir erschöpft aber zufrieden zurück zum Bus. Brüssel verabschiedete sich dann noch einmal mit seinem Straßenchaos und wir machten auf der Fahrt das, was wir dabei am besten konnten: schlafen.