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Volles Haus, JEF-Style Curry und Pulse of Europe

Am 1. und 2. April traf sich der Anfang März gewählte Vorstand in Bochum, um die Agenda für das kommende Jahr aufzusetzen und seine Arbeitsweisen zu vereinbaren. Unser Landesschatzmeister Jan hat einen Bericht darüber geschrieben:

Am vergangenem Wochenende luden Markus und Christine Thürmann als Landesvorsitzender bzw. Vorsitzende des Kreisverbandes JEF Ruhrgebiet zur Klausurtagung der JEF NRW in ihr Zuhause im schönen Bochum. Der Einladung waren der am 5. März neu zusammengestellte Vorstand sowie die fünf Vorsitzenden der Kreisverbände (Aachen, Düsseldorf/Duisburg, Köln, Münster und Ruhrgebiet) gefolgt.

Die Küche der Thürmanns war somit gut gefüllt, doch tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Anwesenden konnten eine ebenso gefüllte Tagesagenda bewältigen und wurden letzten Endes durch ein Gericht aus dem nur am 1. April erhältlichen JEF-Kochbuch* für ihre Mühen entlohnt.

Auf der Tagesordnung stand neben der Kooptierung weiterer Vorstandsmitglieder und den üblichen Berichten aus den Arbeitsgemeinschaften die Planung kommender zentraler Projekte: Die internationale Fahrt der JEF NRW soll dieses Jahr in die Ukraine gehen – zusätzlich freuen sich die JEF im Münsterland, an Rhein und Ruhr auf den Gegenbesuch der JEF Kosovo, von welchen sie im Vorjahr so herzlich empfangen worden waren. Eine obligatorische Städtefahrt der JEF NRW steht auch noch ins Haus – wobei hierfür dieses Mal eine Reihe spannender Ziele in der engeren Auswahl stehen.

Wie immer werden die JEF NRW für Mitglieder und Interessierte auch in diesem Jahr wieder ein ggf. sogar zwei Netzwerktreffen abhalten. Weitere Seminare und Veranstaltungen sind in der Planung.

In den Arbeitsgemeinschaften werden außerdem Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsentwicklung und – ganz neu! – ein breiter angelegter Entstehungsprozess für Anträge auf dem Bundeskongress der JEF im Oktober weiterentwickelt werden. Die AG SimEP freut sich auf die baldige Findung einer Hilfskraft und will ebenfalls wieder durchstarten.

Zwischenzeitlich nutzten die Kreisvorsitzenden die Gelegenheit einen nützlichen Best Practice-Austausch zu starten. Abgerundet wurde das Wochenende durch die Teilnahme an der örtlichen Pulse of Europe-Kundgebung am Sonntagnachmittag. Bei schönem Wetter und unter Mitwirkung einiger örtlicher JEF-Aktiver fand diese vor der Christuskirche statt. Neben Vertreter*innen von JEF und EUD sowie einigen Pateijugenden fanden sich mal wieder viele, bisher vielleicht weniger politisch aktive Bürgerinnen und Bürger zusammen, um zu beweisen, dass die „schweigende Mehrheit“ in diesem Land nicht von Populisten und Demokratiegegnern beherrscht wird.

* Wenn du das komplette „JEF-Curry“-Rezept haben möchtest, wende dich vertrauensvoll an Markus Thürmann. 😉

Themenstammtisch „Bosnien & Herzegowina“

Bei unserem Themenstammtisch ging es um dieses Mal um Bosnien & Herzegowina.

Gestern hatten wir wieder unseren monatlichen Stammtisch und Lena hat über die historische und aktuelle Situation in Bosnien und Herzegowina berichtet. Wir haben uns nicht nur über den interessanten Vortrag gefreut, sondern auch über die vielen neuen Gesichter, die zu unserem Stammtisch gekommen sind.

Der nächste Stammtisch findet am 27.04.2017 um 19.30 Uhr im Magnus (Zülpicher Str.) statt. Wir freuen uns auf Euch!

Eure JEF Köln

Reise zu unserem nördlichen Nachbarn

„Velkommen og god aften“, so begrüßte uns Lea zu ihrem „Länderabend Dänemark“ am 21.03.2017 im UFO der Ruhr Universität. Dabei nahm sie uns mit auf eine Reise und stellte uns die berühmteste Einwohnerin und den ältesten Stein Dänemarks vor, erklärte uns, warum die Dänen bei einem „roten Tuch“ an etwas ganz anderes denken als wir, und was denn eigentlich das Vigesimalsystem ist.

Küste bis nach New York

Obwohl es nur ca. 5 Millionen Dänen gibt, können sie sich nicht über zu wenig Strand und Küsten beklagen: rein rechnerisch reichen die gut 7.300 km Küste von Deutschland bis nach New York City.

Und auch sonst ist das Meer in Dänemark immer präsent und man ist nie mehr als 70 km vom Wasser entfernt. Kein Wunder also, dass die berühmteste Einwohnerin Dänemarks die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen ist.

Die Hauptstadt spielt sowieso eine besondere Rolle in Dänemark. Mit, großzügig gerechneten, 1,25 Millionen Einwohnern, ist sie kulturelles, wirtschaftliches und politisches Zentrum unseres nördlichen Nachbarn. Darauf machte auch Lea aufmerksam: „Wer Kopenhagen kennt, kennt nicht automatisch auch Dänemark.“Denn neben den 5 Regionen des „Kernlandes“ gehören zu Dänemark noch zahlreiche Inseln. Die bekanntesten sind sicherlich die Färöer-Inseln und Grönland, die beide zwar zum Königreich Dänemark gehören, aber nicht zur Europäischen Union.

Danish Royal

„Das Dänemark eine Monarchie ist, kann man leicht vergessen,“ so Lea. Denn die Dänen haben ein ganz entspanntes Verhältnis zu ihren Royals. So kann es schon mal passieren, dass einem der Kronprinz auf dem Fahrrad auf dem Weg zum Kindergarten entgegen kommt. Und natürlich berichten auch hier die Klatschblätter über zu hohe Ausgaben der königlichen Familie und Extravaganzen.

Aber ohne Königin? Das möchten die Dänen dann auch nicht. Wer kann es ihnen verübeln, sind die Royals doch nahbar wie sonst kaum eine andere blaublütige Familie. Und ganz nebenbei hat Königin Margrethe den „Herrn der Ringe“ ins Dänische übersetzt.

I want to ride my bicycle…

A propos Fahrrad fahren: Fahrrad fahren würde als Volkssport der Dänen gelten, wenn es nicht eh selbstverständlich wäre. Bei Wind und Wetter schwingen sich die Dänen, und vor allem die Kopenhagener, auf ihren Drahtesel. Das hält nicht nur im Winter warm, sondern schont auch noch die Umwelt. So kommt man auf zwei Rädern an vielen Stellen schneller voran als im Auto. Und auch sonst sind viele Dinge auf Radfahrer ausgelegt: Zweispurige Radwege, Abbiegerspuren und in Fahrtrichtung geneigte Mülleimer zeugen von der Radvernarrtheit der Dänen. Besonders in Kopenhagen wird deshalb das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel angesehen. Und auch so genutzt. Wer also als Tourist in der Hauptstadt unterwegs ist, sollte sich entweder an die Gepflogenheiten anpassen, oder die Stadt zu Fuß erkunden.

Typisch Dänisch

Zu entdecken gibt es in dem weitgestreckten Land noch einiges mehr: ziemlich in der Mitte des Landes, seit ca. 935 steht der berühmte „Jellingstein“, den die erste Erwähnung des Landesnamens „Dänemark“ ziert.

Hoch im Norden, nahe der Hafenstadt Skagen, treffen Nord- und Ostsee aufeinander. Ganz Mutige können hier also in zwei Meeren gleichzeitig schwimmen.

Ein eigenes Lebensgefühl nennen die Dänen auch ihr Eigen: „hygge“. Grob übersetzt heißt das „Gemütlichkeit“. Damit etwas „hygge“ wird, benötigt der Däne mindestens zwei Zutaten: Kerzen und das rote Tuch der Dänen, ihre Flagge. Der Begriff „dannebrog“ lässt sich nämlich sowohl mit „Tuch der Dänen“ oder einfach nur „rotes Tuch“ übersetzten. Dieses hissen sie so oft wie möglich oder verschenken es auch auf Geburtstagstorten.

Und das Vigesimalsystem?

Hiermit bezeichnet man die Zählweise der dänischen Sprache: ab 50 werden die Zahlen durch ein Vielfaches von 20 ausgedrückt. So wird die Zahl 60 etwa als 3*20 ausgedrückt und 70 als 3,5*20.

JEF Bonn bei Diskussion zur Türkei am Weltfrauentag

Zum Weltfrauentag besuchte die JEF Bonn am 8. März 2017 eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit TERRE DES FEMMES und Deutsche Welle. Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „Frauenrechtsverletzungen und die Situation von Mädchen und Frauen in der Türkei – Diskussion aktueller Entwicklungen“.

Dr. Lale Akgün, Publizistin und MdB a.D. Seda Serdar, Leiterin des türkischen Programms, Deutsche Welle und Cigdem Toprak, Journalistin, Autorin und Aktivistin sowie Maja Wegener, TERRE DES FEMMES diskutierten über häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Sexualität in einer zunehmend konservativen Gesellschaft. In diesem Zusammenhang wurde die gesamtpolitische Situation in der Türkei, insbesondere das bevorstehende Referendum über eine Verfassungsänderung, kritisiert. Die JEF Bonn hatte bereits im Sommer letzten Jahres einen inhaltlichen Stammtisch zur politischen Situation in der Türkei und den Beziehungen zwischen der Türkei und der EU abgehalten. Daher war die Veranstaltung nun ein guter Anlass sich mit der Menschenrechtslage in der Türkei tiefergehend auseinanderzusetzen.

Landesversammlung 2017

Am 5. März 2017 fand im Europazentrum in Dortmund die Landesmitgliederversammlung der JEF NRW statt. Dabei wurde unter anderem ein neuer Vorstand gewählt und die Satzung aktualisiert. Ein Bericht.

Eingeleitet von einem Piano-Solo der „Ode an die Freude“ fand am vergangenen Sonntag die Landesmitgliederversammlung zum wiederholten Male in Dortmund statt. Auch die Räume des Europazentrums hatten sich in der Vergangenheit bewährt, weshalb wir diese gerne erneut in Anspruch nahmen.

Nach der üblichen Begrüßung und der Bestimmung des Tagungspräsidiums (Pia Schulte, Markus und Christine Thürmann) wurde der Bericht über die Aktivität des Landesvorstands vorgestellt. Ergänzt wurde dieser um die Uraufführung eines neuen Videos mit einem Rückblick über das Jahr 2016 aus Sicht der JEF NRW. Parallel zur Präsentation wurde das Video online freigeschaltet.

In seinem Kassenbericht konnte Landesschatzmeister Jan Nübel erfreulicherweise – wie aber zu erwarten war – über ein Plus auf den Konten berichten. Der scheidende Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Personalwahlen

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Markus Thürmann einstimmig zum Landesvorsitzenden wiedergewählt. Als Stellvertreter*innen stehen ihm ein weiteres Jahr Hannah Cornelsen, Ludger Wortmann und Nora Rijneveen zur Seite. Den Vorstand komplettiert erneut Landesschatzmeister Jan Nübel sowie die neu gewählten Beisitzer*innen Silvio Crapis, Sonja Ebbing und Tim Odendahl.

Hier ist ein herzlicher Dank den Vorstandsmitgliedern gegenüber, die nicht erneut angetreten sind, angebracht: Christine Thürmann, David Schrock und Sophie Rother. Alle drei haben mit viel Energie die JEF NRW zu dem gemacht, was sie heute sind: Ein stetig wachsender und lebhafter Verband.

Nach den Vorstandswahlen durften die Stimmkarten jedoch noch nicht weggelegt werden. Zuerst stand noch die Wahl der Kassenprüfer*innen an, die Simon Gutleben und Daniel Roesch für sich entschieden. Stellvertretend stehen ihnen zur Seite Lena Borgstedt und Sebastian Pfaff.

Anschließend standen – nach einer Pause – die Wahlen zu den Delegationen in den Bundesausschuss, Bundeskongress und Europakongress auf der Tagesordnung. Neben dem satzungsgemäß als Landesvorsitzender geborenen Mitglied Markus Thürmann vertritt auch in diesem Jahr wieder Ludger Wortmann die Jungen Europäer in dem höchsten Gremium zwischen den Bundeskongressen. Stellvertretende Bundesausschussdelegierte sind Pia Schulte und David Schrock.

Für den Bundeskongress gab es 12 Plätze zu vergeben, auf die sich mehr als die doppelte Anzahl von Kandidat*innen beworben hatten. Die Liste befindet sich im Anhang [1]. Durch das große Interesse an den Delegationsplätzen sind wir ausreichend mit Stellvertreter*innen versorgt.

Die letzte Wahl betraf die Delegation zum Europakongress, der dieses Jahr Anfang November in Malta stattfinden wird. Hier wurden Hannah Cornelsen und Tim Odendahl als Delegierte gewählt. Ludger Wortmann steht als Vertreter bereit.

Antragsdebatten

Um unsere Gemeinnützigkeit zu wahren, wurde vor einem Jahr die Satzung geändert. Bei der außerordentlichen Landesmitgliederversammlung im vergangenen Juni in Bochum versuchten wir in der Zwischenzeit bemängelte Passagen zu korrigieren. Nun wurden erneut Änderungen, auch aufgrund unserer glücklicherweise wachsenden Mitgliederzahl, notwendig, welche nach einer – bei Satzungsfragen gewohnt – ausgiebigen Debatte.

Im Anschluss wurde der Leitantrag des Landesvorstandes vorgestellt und welcher mit wenigen Änderungen beschlossen. Ein Antrag des Kreisverbandes Münster wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nach kurzen Beratungen an den Landesvorstand überwiesen.

Danksagungen

Zwischen einzelnen Tagesordnungspunkten wurden wir mit einigen Grußworten beglückt. Zu Danken ist hierbei den Vertreter*innen der Parteijugenden: Konstanze Fuchs, Junge Union NRW, Felix Eggersglüß, NRWJusos und Moritz Körner, Junge Liberale NRW.

Aus anderen anderen JEF-Sektionen begrüßten uns Markus Schildknecht, Vorsitzender der JEF Baden-Württemberg, und Max Weigelin, Vorsitzender der JEF Rheinland-Pfalz. Beide kamen auf dem Rückweg vom Bundesausschuss in Berlin vorbei, dessen Vorsitz Schildknecht turnusgemäß übernommen hat. NRW’s Malte Steuber überbrachte als stv. Bundesvorsitzender und International Officer der JEF Deutschland die besten Grüße des Bundesverbandes. Peter Wahl, Vorsitzender der Europa-Union NRW, ließ es sich nicht nehmen, sich zusätzlich zu seinem Grußwort auch in Debatten einzubringen.

Zu guter Letzt möchten wir uns bei allen Teilnehmer*innen der Landesmitgliederversammlung für ihr Erscheinen, und natürlich allen Mitgliedern des Landesverbandes für ihren Einsatz über das vergangene Jahr danken.

Anhang

[1] Die Delegation zum Bundeskongress setzt sich wie folgt zusammen: Markus Thürmann, Pia Schulte, Christine Thürmann, Tim Odendahl, Ludger Wortmann, Hannah Cornelsen, Martin Mödder, Sebastian Hetheier, Nora Rijneveen, Jannis Haendke, Sonja Ebbing und Solveig Kallerhoff

Litauen: Drei B’s für Europa

Das Land im Nordosten Europas lässt sich mit der Formel L=3xB beschreiben. Denn Litauen steht für den größten baltischen Staat, ist eine Biernation und ganz dem Basketball verfallen. Mitteleuropäer würden vielleicht auch zu dem Urteil kommen, dass das Land mit dem Ritter im Wappen eine bewegte Geschichte hat, von einer bodenständigen Kultur geprägt ist, aber auch bitterkalt sein kann. Bibber, bibber, brrr…

Beim Länderabend am 21. Februar in den Räumlichkeiten des Europe Direct Büros in der VHS Essen, nahm uns der studierte Staatswissenschaftlicher und Europarechtler Sebastian Paff mit auf eine spannende Reise durch das bevölkerungsreichste Land des Baltikums, das er im Rahmen eines Auslandssemesters und eines Praktikums gleich zweimal für längere Zeit besucht hat. Neben den wichtigsten Fakten über Land und Leute, kam ein Großteil seines Vortrags der bewegten Geschichte Litauens zu. Ebenso durften Exkurse zu Politik, Kunst, Kultur und der kulinarischen Besonderheiten des Landes nicht fehlen.

Bewegte Geschichte

Die meisten, die sich für Europa interessieren, wissen mit Sicherheit, dass Litauen seit 2004 Mitglied der EU und der Nato ist und schon seit knapp zwei Jahren mit dem Euro bezahlen darf. Die wenigsten kennen allerdings die historisch turbulenten Entwicklungen des Landes, dessen staatliche Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Sebastian skizzierte hier kenntnisreich die Beziehungen zu Polen und Russland, die heute noch nachwirken und sichtliche Spuren in Sprache und Kultur hinterlassen haben.

Enge Verbindung zu Polen

Vor allem die enge Verbindung zu Polen in der „Polnisch-Litauischen Union“ machte das Land früher zu einem der bedeutendsten Großherzogtümer Ostmitteleuropas, welches bis ins 16. Jh. seine politische und wirtschaftliche Macht gegenüber dem russischen Zarenreich aufrechterhalten konnte. Als Litauen 1795 dann doch unter russische Herrschaft fällt, ist die Glanzzeit erst einmal vorüber. Im 19. Jh. wird es komplett russifiziert, was eine radikale Tilgung aller Spuren des traditionellen Litauens bedeutete.

Wirren des 20. Jh. und Weg in die EU

Die erste Hälfte des 20. Jh. verläuft dabei ungleich schöner. So hat Litauen in den 1940ern unter einem autoritären System und im Zweiten Weltkrieg unter zahlreichen Massendeportationen zu leiden. Hinter dem Eisernen Vorhang – Churchill rückt die Melone zurecht – will sich das Land auch nicht so Recht in der Rolle eines Sowjetstaates gefallen. Es soll aber bis ins Jahr 1990 dauern, dass sich Litauen als erster Unionsstaat unabhängig erklärt und die UdSSR darauf langsam zerfällt. Der Weg in den Club Europa wird hiernach mit Tigersprüngen genommen und mittlerweile fühlen sich die Südbalten in der Eurozone relativ wohl.

Politisches System mit zersplitterten Parteien

Politisch hat man sich aktuell in einer semipräsidentiellen Demokratie eingerichtet, die laut Sebastian an einem zersplitterten Parteiensystem krankt. Häufige Regierungskrisen und wechselnde Mehrheiten sind in Litauen deshalb keine Seltenheit. Denn vielfach hängen die politischen Entscheidungen stark von einzelnen Persönlichkeiten ab. Was fehlt, ist eine ausgeprägte Parteienfamilie, mit Parteien, die mittel- bis langfristig einem bestimmten Kurs folgen. Hier hat das Land noch Nachholbedarf.

Nationalsport Basketball

Spitze sind die Litauer allerdings im Basketball. Ja, genau. Basketball. Der Sport mit den großen Jungs. Wo bei den Deutschen das Runde ins Eckige muss und eigentlich nix über König Fußball geht, streift der Litaue sich lieber ein etwas zu groß aussehendes Muskelshirt über und wirft einen ziemlich harten Ball in einen ziemlich kleinen und ziemlich hoch hängenden Korb. Bisher ist Litauen drei Mal Europameister im Basketball geworden und hat beachtliche WM- und Olympiaerfolge erzielt. Der Sport ist dabei besonders wichtig für das Nationalbewusstsein, er gilt als „Sinnbild des Kampfes für die Unabhängigkeit“, so Sebastian.
Denn heute hat man einmal wieder mehr Angst vor dem Aggressor Russland, das seine militärischen Muskelspiele im Baltikum nicht sein lassen kann.

Wie die Sportler es bei der litauischen Liebe zu Bier und fettigen Speisen allerdings schaffen, ihre Form zu halten und Topleistungen zu bringen, konnte Sebastian uns an dem Abend nicht abschließend erklären. Jedenfalls lohnt sich ein Besuch des Landes allemal. Gerade Vilnius sollte man gesehen haben. Nur bei einem Besuch im Winter gilt es sich lieber schön warm einzupacken. Da herrschen dann Minusgrade zwischen -15° und -20° Celsius.

Erfolgreiche Diskussionsveranstaltung mit EP-Vizepräsident Rainer Wieland

Mit einem hochkarätigen Redner, einer professionellen Moderation und etwa 140 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, wurde die Diskussion »Versinkt Europa im Populismus?« zu einem echten Erfolg! Die Kooperationsveranstaltung mit der Hochschulgruppe Visionen für Europa fand am vergangenen Freitag, den 3. Februar 2017 im voll besetzten Hörsaal JO 1 statt.

Wenn komplexe Sachverhalte grob vereinfacht, offenkundige Unwahrheiten als‚ alternative Fakten‘ präsentiert und fragwürdige Parolen gerufen werden, dann hat der Populismus Eingang in die politischen und gesellschaftlichen Debatten gefunden. Als Phänomen ist es nicht neu, dennoch rückt es zunehmend in die Mitte der Gesellschaft und bewegt ganz Europa. Mit Rainer Wieland, einem der stellvertretenden Präsidenten des Europäischen Parlaments, diskutierten Studierende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürgern unter anderem über die Auswirkungen des Phänomens für die Arbeit des Europäischen Parlaments und den richtigen Umgang mit Populisten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Johannes Keil (Visionen für Europa), leitete Rainer Wieland mit einem 15-minütigen Vortrag in die Thematik des wachsenden Rechts- sowie Linkspopulismus in Europa ein und schilderte Situationen aus der täglichen, parlamentarischen Arbeit in Brüssel und Straßburg. Er bemerkte mit Rückbezug auf den andauernden Krieg in Syrien, die ungelösten Probleme in (Nord-)Afrika und die erstarkenden populistischen Strömungen, dass Europa häufig zu lange weggeschaut habe. Er forderte, dass Politiker den europäischen Populisten mutig und entschlossen entgegentreten und diesen auf argumentativer Basis wiedersprechen müssten. Es läge allerdings ebenfalls an den Bürgerinnen und Bürgern, sich im Alltag gegen Pauschalisierungen zu wenden und Anfeindungen sowie Hetze abzuweisen.

Nach einer Meldung aus dem Publikum merkte der Diskutant an, dass die Grenze zwischen populistischen Äußerungen und überprüfbaren politischen Tatsachen fließend sei. Deshalb und in Anbetracht der vorliegenden, ungelösten Probleme müsse man auf dem europäischen Kontinent aber auch weltweit aufhören übereinander und anfangen miteinander zu reden und zuzuhören. Er betonte mehrmals, dass respektvoller Umgang untereinander unerlässlich sei, wenn man konstruktive Arbeit leisten und die richtige Handhabe mit den eigenen Regeln finden wolle.

Unter der Leitung von Moderatorin Teresa Stiens entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Publikumsfragen lenkten die Auseinandersetzung zeitweise auch auf die Handelsabkommen Ceta und TTIP, die Lage von Geflüchteten in verschiedenen Ländern, den neuen US-Präsidenten Trump und eine europäische Verteidigungsgemeinschaft.

Als Präsident der Europa-Union Deutschland fand Rainer Wieland abschließenden lobende Worte für unsere Arbeit im Kreisverband Münster und rief die anwesenden Bürgerinnen und Bürger dazu auf sich gemeinsam mit uns für Europa zu engagieren.

Wir freuen uns sehr über das zahlreiche Erscheinen, die ausgeprägte Teilhabe an der Debatte und die entsprechend positive Resonanz in Münster! An dieser Stelle möchten wir von der JEF Münster uns gemeinsam mit der Hochschulgruppe Visionen für Europa sehr herzlich bei Rainer Wieland für sein Kommen und die erfolgreiche Veranstaltung bedanken!

Die Initiative für die Veranstaltung ging von Visionen für Europa aus, deren Mitglieder im Mai 2016 auf dem »European Youth Event« in Straßburg mit Rainer Wieland ins Gespräch kamen und den Kontakt herstellten. Einige Monate später sind wir sehr zufrieden mit der guten Zusammenarbeit mit der Hochschulgruppe und dem Ansprechpartner Johannes Keil und hoffen bei weiteren Kooperationen Seite an Seite für die europäische Idee einzustehen.

Bild (v. l. n. r.): Johannes Keil (Visionen für Europa), Rainer Wieland (Vizepräsident des EU-Parlaments), Lena Heidemann (JEF Münster) und Teresa Stiens (Moderation).

Interview zur Diskussionsveranstaltung mit Rainer Wieland

Im Morgenprogramm »Coffeeshop« des Campussenders Radio Q wurde die bevorstehende Veranstaltung »Versinkt Europa im Populismus?« mit Rainer Wieland vorgestellt und eine Einladung zur Veranstaltung an alle Hörerinnen und Hörer ausgesprochen.

Im Mitschnitt des Gesprächs zwischen Max Hengesbach (Moderator bei Radio Q) und Lena Heidemann (Stellvertretende Vorsitzende der JEF Münster) erfahrt ihr welche Inhalte bei der Diskussion thematisiert werden sollen und wie die Kooperation mit der Hochschulgruppe „Visionen für Europa“ zustande gekommen ist.

Ausgestrahlt wurde das Live-Interview am Freitag, den 3. Februar 2017 um 10:10 Uhr. Hört doch mal rein!

Hier geht’s zum Mitschnitt.

Lebhafte Debatten beim Planspiel im Barmer Rathaus

Etwa 90 Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Wuppertal schlüpften am Freitag in die Rolle von Europaparlamentariern. Mit dabei waren Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, sowie der Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke.

Einen ganzen Tag lang konnten sich SchülerInnen von fünf verschiedenen Schulen am Freitag mit der Arbeit von Europaparlamentariern vertraut machen. Bei der Simulation des Europäischen Parlamentes (SimEP) erarbeiteten sie zunächst in einzelnen Fraktionen Änderungen an einem Gesetzesvorschlag und lieferten sich anschließend im Ratssaal eine sehr lebhafte Debatte. Jeder einzelne Änderungsvorschlag wurde dabei diskutiert und unter die Lupe genommen, bis am Ende schließlich eine fertige Richtlinie stand und verabschiedet wurde.

Zu Gast beim Planspiel waren Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes, und der Wuppertaler Bürgermeister Andreas Mucke. Die SchülerInnen hatten ausgiebig Gelegenheit, mit den beiden Politikern zu diskutieren, und stellten dabei kluge, kritische und fordernde Fragen. Die Freude an der Parlamentsdebatte war den SchülerInnen deutlich anzumerken – per Abstimmung beschlossen sie sogar, auf eine Diskussionspause zu verzichten.

Netzwerktreffen Januar 2017 in Bonn und Brüssel

Das erste Netzwerktreffen 2017 fand vom 16.- 17. Januar in Bonn und Brüssel statt. Die ca. 40 Teilnehmer aus verschiedenen Organisationen hörten Vorträge zum Thema „Investitionsoffensive“ und konnten bei zahlreichen Diskussionen vertieft in die Thematik einsteigen.

Sonntag, 15. Januar Bonn

Für den Sonntag war kein offizielles Programm vorgesehen. Die bereits angereisten Teilnehmer trafen sich dennoch zum gemeinsamen Burgeressen in der Bonner Innenstadt und „netzwerkten“  bereits am Vortag des eigentlichen Treffens.

Montag, 16. Januar Bonn

Nach der Begrüßung durch Herrn Jochen Pöttgen, den Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, startete das Netzwerktreffen mit der Vorstellung der Organisationen der Teilnehmer. Vorgestellt wurden der deutsch-französische Jugendausschuss (DFJA), die YEPs (Young European Professionals), die „Campusgrün – grüne und grün-alternative Hochschulgruppen“, der Europapunkt sowie die JEF NRW bzw. die JEF Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland und ihre jeweiligen Projekte.

Darauf folgten Vorträge zu den zehn Prioritäten der Europäischen Kommission unter Junker und dem Europäischen Fond für strategische Investitionen. Es wurden viele Fragen gestellt und es kam zu einem intensiven Austausch zwischen den Vortragenden und den Teilnehmern, welche sich bis in die Mittagspause fortsetzten. Nach dem Mittagsessen wurde vor der Abreise nach Brüssel noch ein spezifisches Projekt, das durch den EFSI gefördert wird, nämlich das Küstenkraftwerk Kiel, ein Gasmotorenkraftwerk, vorgestellt.

In Brüssel wurde der Tag mit einem üppigen französischen Abendessen und vielen Gesprächen beendet.

Dienstag, 17. Januar Brüssel

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging es mit dem Bus zur Europäischen Kommission. Beim Einlass kam es zu einer kleinen Verzögerung, weil zeitgleich eine größere Gruppe ankam, aber wir waren schließlich pünktlich im Raum Charlemagne 1.

Über den Vormittag verteilt gab es Vorträge zu den Themen EFSI 2.0, also der Verlängerung der Investitionsoffensive unter verbesserten Bedingungen bis 2020, dem externen Investitionsplan, der private Investitionen in Entwicklungsländern fördern soll, sowie dem ergebnisorientierten EU- Haushalt. Mittlerweile waren die Teilnehmer in das Thema Junker- Plan eingearbeitet und gab es im Anschluss an alle Vorträge angeregte Diskussionen. Besonders der Vortrag von Dr. Stephan Koppelberg, dem Teamleiter des Referats Vorrangige Maßnahmen und politische Berichterstattung der Generaldirektion Kommunikation, über die Erfolgsgeschichte und die Projekte der Investitionsoffensive wurde von allen gut aufgenommen.

Im Anschluss an die Vorträge ging es zum Mittagessen in die Kantine des Besucherzentrums der Kommission. Gesättigt und auch leicht erschlagen von den vielen Informationen des Vormittags ging es danach zur Stadtrundfahrt mit dem Bus vorbei an Königspalast, dem Atomium und durch die verschiedenen Stadtviertel Brüssels. Nachmittags stand noch ein Besuch in der Vertretung des Landes NRW bei der Europäischen Kommission zu einem kleinen Workshop an, bei dem die Arbeit der Vertretung erklärt wurde.

Insgesamt war das erste Netzwerktreffen in diesem Jahr ein voller Erfolg. Unser Dank geht an die Staatskanzlei NRW und die Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn für die Kooperation sowie an alle Referenten für die interessanten Vorträge.