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Drohende Regierungsbeteiligung der FPÖ in Österreich gefährdet europäische Einigung

Zu den Ergebnissen der Nationalratswahl in der Republik Österreich sehen die JEF NRW die europäische Einigung stark gefährdet und veröffentlichen eine Erklärung.

Bei der Nationalratswahl in Österreich ist die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) drittstärkste Kraft geworden und wird vermutlich mit der Wahlsiegerin, der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP), die Regierung bilden. „Dies ist ein herber Schlag für die europäische Einigung“, sagt Markus Thürmann, Vorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) NRW. Zuvor hatte die ÖVP unter ihrem Vorsitzenden Sebastian Kurz einen rechtspopulistischen Wahlkampf gemacht.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache stellte nach der Verkündung des Wahlergebnisses fest, dass 60 Prozent der Österreicher das FPÖ-Wahlprogramm gewählt hätten. „Das stimmt zwar nicht ganz, aber tatsächlich ist es keine zielführende Strategie, die Inhalte der Rechtspopulisten zu übernehmen, denn das stärkt sie nur“ sagt Ludger Wortmann, stellvertretender Vorsitzender der JEF NRW. „Es ist eine von zwei Strategien, die gegen Rechtspopulisten nicht hilft“, so Wortmann weiter. „Die andere ist das Verschweigen von tatsächlichen Problemen. Man muss die Themen der Rechtspopulisten aufgreifen, ohne ihre unsinnigen Scheinlösungen zu übernehmen.“

Nach den letzten Wahlergebnissen in Europa schien es, als wären die Rechtspopulisten geschwächt, doch dieses Wahlergebnis entspricht dem nicht. In Österreich sind die Rechtspopulisten bereits seit Jahrzehnten Teil der politischen Landschaft und auf Landesebene koalieren mit ihr nicht nur die ÖVP, sondern selbst die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ).

Bericht vom 64. Bundeskongress der JEF Deutschlands

Vom 13. bis 15. Oktober fand in Bremen der 64. Bundeskongress der JEF Deutschland statt. Die JEF NRW nahmen mit 11 Delegierten und weiteren Gästen teil. Landesschatzmeister Jan Nübel war mit von der Partie und berichtet über das vergangene Wochenende.

Nicht nur Gladbach nahm aus Bremen etwas nach NRW mit: Vom vergangenen Freitag bis Sonntag fand die Versammlung von 15 JEF–Landesdelegationen in Bremen statt: Der Bundeskongress (BuKo) der JEF Deutschland. Unter den gut 100 Delegierten fanden sich auch elf Vertreter, die quer durch Nordrhein-Westfalen zusammengestellt worden waren.

Nebst Wahlen und Rechenschaftsbericht der JEF-Bundesebene fanden einige Würdenträger der Bremer Bürgerschaft Zeit für ein Grußwort und einen Senatsempfang. Abgerundet wurden die Abende von einem durch die JEF Bremen organisierten Rahmenprogramm.

Dieser BuKo sollte einer der Rekorde werden: Anträge zum politischen Programm, der Programmatik des Verbands und organisatorische Anträge ergaben zusammen satte 23 Anträge mit deutlich über 200 Änderungsanträge.

Der Bundesvorstand hatte mit einem Leitantrag, der sich unter anderem an Macrons jüngsten Vorschlägen zur Reform der EU anlehnte die Richtung gewiesen.

Behandelt wurde ein Spektrum von dem Thema Freihandel, Transatlantisches Verhältnis Klimaabkommen, Menschenrechte bis Sportförderung.

Die JEF NRW freuten sich über den Beschluss ihres Antrages zur Öffnung des europäischen Telekommunikationsmarktes. Hinzu erreichten der BuKo einen Beschluss zur katalonisches Unabhängigkeitsbestebung und zu Junckers Weißbuch.

Das andere Bundesgremium der JEF, der Bundesausschuss (BA), hat noch ein ordentliches Programm zu bewältigen: Eine Stärkung des EuGH, eine Frage zum Umgang der EU mit Anrainerkrisen stehen noch ins Haus. Hinzu kommen Organisatorische Projekte wie ein Strategiewechsel hin zu einem Verein, welcher in Zukunft nicht als Elitenprojekt erscheinen will und weitere Anträge wie etwa die Terror- und Verbrechensbekämpfung, die Frage nach einem europäischen Mindestlohn und die Möglichkeit eines kostenlosen Zugangs zu Kultur.

Erschöpft aber glücklich gilt der Dank der JEF NRW dem Vorstand und Sekretariat des Bundesverbandes und besonders den Bremern. Liebe Bremer JEF: Ihr seid eurem Motto „den man tau“ jovel gerecht geworden!

Jetzt freuen wir uns auf die BA-Arbeit und den nächsten BuKo. Die JEF NRW haben das Ziel, nächstes Jahr mindestens zwölf Delegierte zu schicken!

„Flucht auf dem Wasser – wer flüchtet und wer daran verdient“

Nachbericht zur Veranstaltung „Flucht auf dem Wasser – wer flüchtet und wer daran verdient“ am 12. Oktober.

Warum sterben auf der Flucht von Afrika nach Europa so viele Menschen? Wie verläuft die Route? Und was für ein Geschäftsmodell steckt hinter dem Menschenhandel der Schlepperbanden?

Auf diese Fragen lieferte der Auslandsreporter Mirco Keilberth vergangenen Donnerstag ziemlich frustrierende Antworten. Er lebt und berichtet aus Afrika. Letzte Woche ist er zu einer Podiumsdiskussion, die wir in Kooperation mit Europe Direct und der Kölner VHS organisierten, nach Köln gekommen. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Anne Gödde erörterte er die Situation. Gödde sagte: „Die EU will viel tun, oft sind ihr aber die Hände gebunden.“

Unser Fazit: Es muss sich etwas ändern. Und das geht wohl am Besten mit mehr Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten.

Eure JEF Köln

EP tagt in Kamp-Lintfort – Debatte über Asylpolitik

Eine weitere Simulation des Europäischen Parlaments Nordrhein-Westfalen fand vergangene Woche statt. Für die Staatskanzlei NRW richten wir dieses Planspiel landesweit in Schulen aus – dieses mal an der Europaschule Kamp-Lintfort. Die Schüler*innen beteiligten sich intensiv an den Diskussionen über Datenschutz und Asylpolitik.

Statt Unterricht standen für die jungen Abgeordneten der Europaschule in Kamp-Lintfort Asylpolitik und Datenschutz auf der Agenda. Rund 30 Schüler*innen nahmen an der Simulation des Europäischen Parlaments (SimEP) am 5. Oktober teil und diskutierten einen Richtlinienentwurf der Europäischen Kommission. Die SimEP gehört zu der Planspielreihe, die die JEF NRW im Auftrag der Staatskanzlei NRW durchführen. Die JEF Düsseldorf/Duisburg leiteten die Veranstaltung vor Ort.

Die neuen Parlamentarier*innen wägten Rechte auf Freiheit, Sicherheit und Schutz persönlicher Daten ab und schrieben 18 Änderungsanträge. In den Fraktionsverhandlungen zeichnete sich früh ab, wer mit wem koalieren könnte. ALDE steckte einige Gemeinsamkeiten mit den linken Fraktionen GUE/NGL und S&D ab. Auf der anderen Seite paktierten EVP und EKR. Im Plenum hielten sich die Gruppen nicht immer an das Muster. Selbst die Fraktionsdisziplin schwankte.

EKR und EVP betonten, dass es für die Sicherheit in der EU nötig sei, die Kontrolle der Flüchtlinge zu verschärfen. Über deren Aufnahme hätten die Nationalstaaten zu entscheiden. ALDE begrüßte, dass die Kommission den Handlungsbedarf erkenne, kritisierte aber, dass sie die Rechte der Flüchtlinge vernachlässige. Die S&D-Fraktion betonte, europäische Asylpolitik sei an den Grundwerten der Sozialdemokratie zu messen: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Die GUE/NGL-Fraktion bedauerte die Not der Flüchtlinge: „Wir schämen uns für die derzeitige Politik.“

ALDE, S&D und GUE/NGL befürworteten, Asylbewerber*innen nach einem gerechten Schlüssel auf die Mitgliedstaaten zu verteilen, der sich an Bevölkerungszahl, Steuereinnahmen und wirtschaftliche Kraft berechne. EVP und EKR hakten nach, wie denn mit Staaten umzugehen sei, die sich der Umverteilung widersetzten. Bestrafen? Die anderen Gruppen wichen der Frage aus. Weitere Streitpunkte waren u.a. das Speichern sämtlicher persönlicher Daten und das anlasslose Auswerten von Kommunikationsdaten der Flüchtlinge oder die 10-Tage-Meldepflicht. „Total übertrieben“, so ALDE: „Es ist doch nicht das Ziel von Asylbewerbern, Terroranschläge zu verüben oder Krieg zu führen. Die flüchten davor. Ich werde ja auch nicht so viel kontrolliert.“ Das Gegenargument von EVP und EKR: „Sicherheit ist ein Grundrecht. Wir prüfen besser mehrmals!“ Doch S&D und GUE/NGL meinten ebenfalls, Überwachung gehe nicht grenzenlos. Die Lust zur Diskussion war groß, es gab einige Kompromisse. Wegen Zeitmangels konnte am Ende jedoch nicht über den endgültigen Richtlinienentwurf abgestimmt werden.

JEF Münster zu Gast beim Grünen Werkstattgespräch in Greven

Auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen Greven waren zwei unserer Mitglieder am Montag, den 18.09.2017 bei der Veranstaltung »Grünes Werkstattgespräch mit Sven Giegold, MdEP und Prof. Dr. Wim Kösters« zu Gast.

Bei entspannter Atmosphäre sprachen die Diskutanten unter dem Titel „Mehr Gerechtigkeit und Demokratie – Neue Hoffnung für Europa?“ darüber, dass die Auseinandersetzungen um die Ausrichtung der europäischen Gesellschaften immer härter werden, indes sich auch die positiven Stimmen für das europäische Gemeinschaftsprojekt wieder mehr Gehör verschaffen. Mit Diskussionspunkten zu europäischen Medien und zu transnationale Listen für die Wahl des Europäischen Parlaments wurden auch Themen angesprochen, die den Jungen Europäischen Föderalisten am Herzen liegen. Moderiert wurde der Nachmittag von Jan-Niclas Gesenhues, dem Bundestagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Steinfurt II. Neben dem Beisein bei einer interessanten und anspruchsvollen Debatte, erhielten unsere Mitglieder Pascal Brüning (Beisitzer im Vorstand) und Pia Wirtz zudem die Chance sich und die JEF Münster kurz vorzustellen.

Europapolitischer Wahl-O-Mat | Die interaktive Podiumsdiskussion

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl veranstalteten die Jungen Europäischen Föderalisten Münster (JEF Münster) am Sonntag, den 17. September 2017 von 19:00 bis 20:45 Uhr eine interaktive Podiumsdiskussion mit europapolitischem Fokus in der Aula der KSHG, Frauenstraße 3-6 in Münster. Als Direktkandidatinnen und Direktkandidaten für den Wahlkreis Münster nahmen Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen), Jörg Berens (FDP), Robert von Olberg (SPD), Sybille Benning (CDU) und Hubertus Zdebel (Die Linke) an der Diskussion teil.

Der Veranstaltungstitel war dabei Programm: Gemeinsam mit über 100 Gästen konnten die fünf Kandidatinnen und Kandidaten mittels farbiger Karten ihre Zustimmung, Ablehnung oder Enthaltung zu ausgewählten europapolitischen Statements ausdrücken. Es folgten angeregte Diskussionen auf dem Podium, die von Joris Duffner und Pia Wirtz moderiert wurden.

Als Vorsitzender der JEF Münster ist Duffner sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends: „Wir freuen uns, dass die Kandidatinnen und Kandidaten unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind und engagiert diskutiert haben. Mit der Veranstaltung konnten wir die Europäische Integration als wichtiges Zukunftsthema in den Fokus des Wahlkampfs rücken!“

Debattiert wurde u.a. über ein einheitliches europäisches Wahlrecht, eine gemeinsame EU-Armee und die langfristige Etablierung einer Sozialunion. Indes sich bei manchen Lösungsansätzen Gemeinsamkeiten abzeichneten, wichen die Parteipositionen bei diversen Detailfragen teilweise stark voneinander ab. Breite Einigkeit zeigte sich für die allgemeine Vertiefung der europäischen Integration und für eine Demokratisierung der EU-Institutionen, wodurch deren Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit in der Bevölkerung gestärkt werde.

Im Laufe des Abends machte von Olberg deutlich, dass die SPD für die Vereinigten Staaten von Europa eintritt. Dazu gehöre auf lange Sicht eine Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik ebenso wie einheitliche Sozialstandards, um gesamteuropäische Probleme zu lösen und damit mehr Zustimmung der Bevölkerung für die EU zu erreichen.

Für Zdebel seien mit einheitlichem Mindestlohn und gemeinsamer Arbeitslosenversicherung erste Schritte zur Sozialunion erstrebenswert sowie eine Harmonisierung der Steuern, insbesondere der Körperschaftssteuer, notwendig. Zudem müsse es zu einer Demokratisierung der EU-Institutionen kommen u.a. mit mehr Rechten für das Europäische Parlament.

Unterschiede in der Kaufkraft seien die Ursache für Missverhältnisse in den Mitgliedstaaten, daher müssten geöffneter Warenverkehr und Arbeitnehmerfreizügigkeit mit sozialen Faktoren flankiert werden, so Klein-Schmeink. In der Sicherheitspolitik seien mehr Koordination und eine Bündelung der Kräfte notwendig. Ebenso bedürfe das Wahlrecht einer Reform.

Für Berens sei eine Sozialunion langfristig nicht auszuschließen, allerdings müsse ihr eine Angleichung der Steuern in der EU vorangestellt werden. Zudem seien Reformen für die EU-Institutionen notwendig. Weiterhin sollte eine gemeinsame europäische Strategie in der Außenpolitik forciert werden, dazu brauche es auch eine gemeinsame EU-Armee.

Benning verwies mehrmals auf Bürgernähe, um Vertrauen für Europapolitik zu schaffen. Eingriffe in die Sozialsysteme sowie das Wahl- und Steuerrecht seien auf die Akzeptanz der Bürger angewiesen und damit als langfristige Ziele zu betrachten. Bei Sicherheits- und Asylpolitik sowie Energiepolitik hingegen sei gesamteuropäische Zusammenarbeit bereits jetzt anzustreben.

Als proeuropäische, überparteiliche Jugendorganisation war es der JEF Münster ein besonderes Anliegen, den Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit zu bieten, sich einen Eindruck von den europapolitischen Positionen der Parteien zu verschaffen. Dies war mit der zahlreich besuchten Veranstaltung und dem interessanten Austausch der Diskutanten erfolgreich. Erfreulich ist außerdem, dass das langfristige politische Ziel der Jungen Europäischen Föderalisten – die Weiterentwicklung der Europäischen Union zu einem Europäischen Bundesstaat – von niemandem auf dem Podium ausgeschlossen wurde, wenngleich es noch viele Einigungsschritte und vor allem Zeit brauche.

Die Veranstaltung wurde vom Kreisverband Münster der JEF NRW e.V. in Eigenverantwortung ehrenamtlich organisiert und von der Bürgerbewegung Pulse of Europe sowie der Hochschulgruppe Visionen für Europa unterstützt.

Wir bedanken uns recht herzliche bei den fünf Direktkandidatinnen und Direktkandidaten für Ihre Teilnahme an unserer Veranstaltung!

Unser Dank gilt außerdem der Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG), die Ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

Video- und Bildmaterial von der Veranstaltung finden sich auf unserer Facebook-Seite!

Flagge zeigen für die Europäische Integration

Gemeinsam besuchten wir die Wahlkampfauftritte von Angela Merkel und Martin Schulz in Münster! Zunächst zeigten wir bei der Kundgebung der Kanzlerin und später bei ihrem Herausforderer Flagge für die Europäische Integration. Wir freuen uns im Rahmen der Aktion, ein sichtbares Zeichen gesetzt zu haben und mit den Menschen ins Gespräch über die Relevanz europapolitischer Themen gekommen zu sein.

Gespannt was wir zum Thema europäische Integration hören würden, trafen sich einige Mitglieder der JEF Münster am Dienstag, den 22.08.2017 auf dem Domplatz. Vor rund 5000 Zuschauerinnen und Zuschauern sprach nicht nur Angela Merkel als Spitzenkandidatin der CDU, ebenso kamen auch NRWs Ministerpräsident Armin Laschet und die Bundestagskandidatin für Münster Sybille Benning zu Wort. Von anderen Besuchern der Kundgebung erhielten wir positiven Zuspruch dafür, dass wir uns mit wehender Flaggen der Europäischen Union und natürlich der Jungen Europäischen Föderalisten unter die Menge mischten. Es spricht für unser Anliegen »Mehr Europapolitik im Bundestagswahlkampf«, dass der Applaus am lautesten über den Domplatz schalte als es in der Rede der Kanzlerin um Europa ging!

Am Mittwoch, den 06.09.2017 trafen sich unsere Mitglieder wiederum gemeinsam mit Freunden in der Stubengasse. Zwei Wochen nach dem Auftritt der Kanzlerin sprach Martin Schulz bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD vor rund 2500 Zuschauerinnen und Zuschauern eine Stunde lang über seine politischen Vorhaben. Zuvor waren Robert von Olberg sowie weitere sozialdemokratische Bundestagskandidatinnen und -kandidaten auf der Bühne interviewt worden. Martin Schulz ging am Ende seiner Rede lange auf die europäische Integration ein und erhielt dafür viel Applaus vom Publikum. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Flagge der Europäischen Union, die wir während der Kundgebung in die Luft hielten, auf Bild- und Videomaterial der Presse zu sehen ist.

Unsere Aktion Flagge zeigen für die Europäische Integration kann für beide Termine als erfolgreich angesehen werden. Denn wir konnten damit nicht nur ein sichtbares Zeichen setzen, sondern kamen zudem mit den Menschen ins Gespräch über die Bedeutung europapolitischer Themen im Wahlkampf.

Fotos von den Kundgebungen findet ihr auf unserer Facebook-Page:

Angela MerkelMartin Schulz 

JEF Bonn beobachten TV-Duell genau

Drei Wochen vor der Bundestagswahl trafen sich die JEF Bonn zum gemeinsamen TV-Duell-Schauen. Dabei wurden die Themen und Kandidat*innen heiß diskutiert und der zu lasche Umgang mit der sg. AfD kritisiert.

Am Sonntag, den 03.09.2017, trafen sich die JEF Bonn anlässlich des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Martin Schulz, welches gemeinsam verfolgt wurde. In diesem Rahmen wurde über die Rolle Europas im deutschen Bundestagswahlkampf diskutiert. Während das Wahlplakat der CDU mit der Aufschrift „Europa stärken heißt Deutschland stärken“ für Gesprächsstoff sorgte, waren die Diskussionsteilnehmer vom Kandidaten Martin Schulz weitgehend enttäuscht. Gerade der ehemalige EU-Parlamentspräsident hätte angesichts des Brexits und der griechischen Staatschuldenkrise das Thema Europa stärker in den Mittelpunkt des Wahlkampfs rücken müssen. Seine Forderung, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einzustellen, werden von der JEF Bonn ausdrücklich begrüßt. Die aktuellen politischen Entwicklungen in der Türkei zeigen, dass sich diese mit ihren politisch motivierten Festnahmen außerhalb des europäischen Rechts- und Wertekanons bewegt.

Wie auch der Wahlkampf insgesamt, drehte sich auch das TV-Duell um das Thema Fluchtmigration. Dabei sind wir als JEF Bonn der Auffassung, dass ein gemeinsamer europäischer Innenraum einen gemeinsamen Grenzschutz zur Folge haben muss, wobei jedoch die Möglichkeit einer legalen Migration sicher zu stellen ist. Dieses würde einen Schritt in Richtung eines europäischen Staates bedeuten. Die JEF Bonn haben sich zum Ziel gesetzt, diese Forderung weiter zu diskutieren.

Die JEF Bonn bedauern sehr, dass es nicht gelungen ist die Europaskepsis der AfD schärfer zu kritisieren. Die vorangegangen Wahlen in Frankreich und den Niederlanden haben gezeigt, dass die EU als solche von rechtspopulistischen Parteien in Frage gestellt wird. Dieses kritisieren wir aufs Schärfste.

Zur Info:

Am 13. Dezember findet die Neugründung der JEF Bonn als Kreisverband mit Vorstandswahlen statt. Mehr dazu in Kürze!
In den vergangenen Jahren war die lokale Bewegung weiterhin aktiv, allerdings nicht als

Ventotene International Seminar 2017

Zum Thema „Federalism in Europe and the World – From the Monetary Union to the United States of Europe“ fand im 34. Jahr das Ventotene International Seminar auf besagter Insel statt. An der diesjährigen Ausgabe nahm Maike Billen aus dem Kreisverband Düsseldorf-Duisburg teil und erzählt im Interview von ihren Erfahrungen bei dem unter Jungföderalist*innen berüchtigten Seminar.

JEF NRW-Mitglieder sind regelmäßig zu Gast auf Veranstaltungen übergeordneter oder paralleler JEF-Ebenen. Vom 3. bis zum 8. September fand auf der ehemaligen Verbannungsinsel Ventotene das Ventotene International Seminar 2017 statt, bei dem etwa 150 Teilnehmer*innen und 30 Vortragende bei rund 60 Stunden Sommer, Sonne und Föderalismus genossen. Maike Billen war dieses Jahr dabei und stellte sich gerne unseren Fragen, vielen Dank dafür!

Tim Odendahl: Wie bist du auf das Internationale Ventotene Seminar aufmerksam geworden?

Maike Billen: Ich glaube, ich bin auf das Seminar aufmerksam geworden, als ich den Kalender von JEF NRW durchgesucht habe. Zudem erschien etwas im Newsfeed bei Facebook und ich habe mit jemanden aus meinem Kreisverband gesprochen, der dabei war. Es waren also mehrere Infoquellen, die zur Bewerbung führten.

TO: Was war deine Motivation, dich zu bewerben bzw. welche Erwartungen hattest du an das Seminar?

MB: Ich habe in meinem Motivationsanschreiben mehrere Gründe genannt, die auf Englisch wohl besser klingen: Erstens, ich bin ein „EU-Fan“. Nicht im manischen Sinne. Ich befürworte die Idee hinter dem Integrationsprojekt, sehe aber auch die Schwächen und möchte daran arbeiten, dass es erfolgreich weitergeht. Zweitens, ich war Neuling. Seit Ende Februar bin ich JEF-Mitglied. Zu lange habe ich die EU passiv unterstützt. Pro oder contra EU? Das ist eine Konfliktlinie, die innerhalb von Staaten verläuft, weshalb es umso wichtiger ist, sich transnational zu organisieren. Drittens, ich war neugierig – auf das inhaltliche Programm, aber vor allem auf die Teilnehmer/innen aus Europa und der ganzen Welt. Viertens, ich brauchte Ablenkung von Arbeit und Masterarbeit. Ich sah also die Gelegenheit, mich mit Inhalten und Menschen auseinanderzusetzen, die mich zum Nachdenken anregen. Ich habe die Zeit wahnsinnig genossen und meine Erwartungen wurden übertroffen. Das Programm, nun … es gab sehr interessante Themen, die Qualität der Vorträge schwankte aber. Man muss ein Thema schon spannend präsentieren – sonst reißt man junge, übernächtigte Föderalisten nicht mit.

TO: Was konntest du mitnehmen? Wie willst du das erlernte in die politische Arbeit einbringen?

MB: Hm. Beim Seminar ging es z.B. um UN-Reformen, Europäische Verteidigung, Weltföderation, Eurozone. Man wurde von Föderalismus-Chören beschallt. Es hat mich nicht vernarrt gemacht, eher zu Selbstreflektion angeregt. Keine Frage, ich glaube, dass Föderalismus der Weg ist, den wir gehen sollten. Das haut aber nicht alle Menschen um. Mittags gab es informelle JEF Sessions, bei denen es unter anderem um Engagement ging. Valentin Dupouey Sterdyniak, Generalsekretär von JEF Europe, zitierte aus dem Manifest von Ventotene: „Einer Bewegung, die nur aus Intellektuellen besteht, wird es am Rückhalt der Massen fehlen […]. Würde sich die Bewegung dagegen allein auf das Proletariat stützen, fehlte ihr die Klarheit des Denkens […]“. Die Sprache und das Denken in Klassenbegriffen ist von damals. Ich denke auch nicht, dass JEF sich anmaßen sollten, die hellsten Köpfe einer pro-europäischen Bewegung zu sein. Aber die Grundkritik stimmt und erinnert mich an die letzte Mitgliederversammlung von JEF NRW. Münster hatte den Antrag „Strategiewechsel“ eingebracht und damit das Problem, dass in JEF bestimmte Personengruppen unterrepräsentiert sind. Ich habe kein Masterplan aus Ventotene mitgebracht. Nein, leider nicht. Es hat mich nur darin bestätigt, wie wichtig es ist, den Rückhalt für das Integrationsprojekt auszubauen.

So ein Erlebnis wie in Ventotene ist großartig. Ich wünschte, nicht nur wir würden es schätzen und davon berichten können. Ein paar konkrete Punkte habe dennoch ich mitgekritzelt: Bleibt aktiv nach außen und innen hin. Es reichen 1 bis 2 große Projekte und kleinere regelmäßige Veranstaltungen im Jahr: Europa-Festival, Straßenaktionen oder Debatten. Mitglieder sollten informiert und „belohnt“ werden. Teambuilding-Spiele, Stickers und T-Shirts stärken das Gefühl, gemeinsam an etwas Großem mitzuwirken. Man kann Mitgliederkampagnen zu Semesterbeginn planen. Man stellt Projekte und Ziele vor – bloß nicht mit Theorie abschrecken – listet Fähigkeiten auf, die gefragt sind, und das, was man lernt und erhält. Mitglieder haben verschiedene Bedürfnisse. Bei Newbies: Spaß, Grundwissen, Richtung, einfachere Aufgaben mit schnellen Ergebnissen. Nach und nach kann man die Verantwortung erhöhen. Das sind keine Innovationen, aber gute Tipps.

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* Manifest von Ventotene von Altiero Spinelli, Ernesto Rossi und Eugenio Colorni (Vorwort), in verschiedenen Sprachen abrufbar.

Wenn auch Du an einer Veranstaltung außerhalb der JEF NRW teilgenommen hast, und gerne darüber berichten möchtest, melde dich bei uns! Wir freuen uns sehr darüber, wenn wir die Vielfältigkeit unserer Bewegung etwas klarer darstellen können.

Nachtrag 1.11.2017: Maike hatte sich im Vorhinein für ein Reisestipendium, den Antonio Saggio Award, beworben und hat diesen mit ihrem Essay „Nationalism and Federalism in the era of Trump and Brexit“ gewonnen. Der Text wurde in der englischen Ausgabe unseres Verbandsmagazins neben anderen Einreichungen veröffentlicht.

Internationales Berlin Seminar 2017

Schon zum 13. Mal haben die JEF Deutschland das Internationale Berlin Seminar veranstaltet. Dieses Mal war Hannah Cornelsen aus dem Landesvorstand dabei und berichtet von ihren Erlebnissen auf der mit dem Untertitel „Europa und die Welt“ versehenen Veranstaltung.

JEF NRW-Mitglieder sind regelmäßig zu Gast auf Veranstaltungen übergeordneter oder paralleler JEF-Ebenen. Vom 31. August bis zum 3. September fand in der Bundeshauptstadt das Internationale Berlin Seminar 2017 (IBS) unseres Bundesverbandes statt, bei dem etwa 60 Teilnehmer*innen aus mehr als 20 Ländern teilnahmen. Hannah stellte sich gerne unseren Fragen, vielen Dank dafür!

1. Wie bist du auf das Internationale Berlin Seminar aufmerksam geworden?

Hannah Cornelsen: Ich hatte in den letzten Jahren schon mehrfach von anderen JEFern und über den Bundesvorstand vom IBS gehört und habe es dieses Jahr endlich geschafft mich anzumelden. Das Format gehört  zu den Klassikern der jährlichen Angebote der JEF Deutschland und es hat seinen Ruf verdient 🙂

2. Was war deine Motivation dich zu bewerben bzw. welche Erwartungen hattest du?

HC: Meine Motivation lag vor allem darin, neue Kontakte für die internationalen Aktivitäten der JEF NRW zu knüpfen. Besonders auf die Begegnung mit Kosovaren habe ich mich, mit Hinblick auf unser zweites Projekt mit der JEF Kosovo (Juni 2018) gefreut. Außerdem habe ich mir erhofft, interessante junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zu treffen und gemeinsam über aktuelle Themen der internationalen Politik zu diskutieren. Ich finde es jedes Mal bereichernd, z.B. über die Balkanstaaten mit Leuten zu reden, die auch dorther kommen und von ihren persönlichen Erfahrungen berichten können.

3. Was wird dir besonders in Erinnerung bleiben?

HC: Das Thema des diesjährigen IBS lautete „Europa and the World“. Nachdem uns am Freitagvormittag in einem world café verschiedene Experten input gegeben haben, haben wir uns aufgeteilt und in einer Zukunftswerksatt versucht, Szenarien für die jeweilige Region zu erarbeiten. Ich habe an der Gruppenarbeit zur Region MENA (Middle East und Nordafrika) teilgenommen. Das war eine sehr gute Herausforderung! An unserem Tisch saßen acht Personen mit sechs verschiedenen Nationalitäten. Keiner aus der Gruppe hatte einen Hintergrund oder eine nähere Beziehung zu einem der Länder der Region. Aus diesem Grund ist mir besonders aufgefallen, welche ähnlichen Vorstellungen wir EuropäerInnen von einer friendlichen Gesellschaft und einer funktionierenden Demokratie haben. Teilweise mussten wir uns selbst kritisch hinterfragen. Viele von uns für selbstverständich gehaltene Themen wie die Gleichberechtigung oder freie Meinungsäußerung scheinen uns universell gültig, aber kann man das 1 zu 1 auf andere Regionen übertragen? Welche Kräfte und Gruppen der Gesellschaft können solche Entwicklungen vorantreiben? Auch wenn wir die Probleme der Region leider nicht im Handumdrehen lösen konnten, war es eine sehr spannende und intensive Gruppenarbeit, auf deren Endergebnis wir auch ein bisschen stolz waren.

Auf der Website der JEF Deutschland ist ein Bericht erschienen, den wir Dir empfehlen möchten! Außerdem gibt es noch ein Fotoalbum auf Facebook, dass Du dir angucken kannst.

Wenn auch Du an einer Veranstaltung außerhalb der JEF NRW teilgenommen hast, und gerne darüber berichten möchtest, melde dich bei uns! Wir freuen uns sehr darüber, wenn wir die Vielfältigkeit unserer Bewegung etwas klarer darstellen können.