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Landesversammlung 2017 – Antragsversammlung

Am Samstag, den 6. August 2017 fand im Europa-Zentrum NRW in Dortmund die zweite Landesmitgliederversammlung 2017 der JEF NRW statt. Neben notwendig gewordenen Satzungsänderungen wurden hauptsächlich Anträge zur inhaltlichen Profilierung des Landesverbands beraten und verabschiedet. Einige Anträge landen im Gepäck der Delegierten zum Bundeskongress der JEF Deutschland und zur Landesversammlung der Europa-Union NRW.

An einem Sonntag mit strahlendem Sonnenschein muss die Motivation schon hoch sein, um, den Nachmittag in einem Sitzungsraum zu verbringen. Dennoch versammelten sich rund 20 JEFfer*innen aus Nordrhein-Westfalen sowie weitere Gäste, um im Rahmen der 2. Landesmitgliederversammlung des Jahres (sozial-medial auch als #LMV172 bekannt) Anträge zur Stärkung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), des Digitalen Binnenmarktes der Union und der Präzisierung der europäischen Außenpolitik beschlossen. Des Weiteren wurde ein organisationspolitischer Antrag der JEF Münster mit Änderungen verabschiedet und die Satzung einstimmig geändert.

Ziel dieser zweiten Mitgliederversammlung war es, den inhaltlichen Debatten, die auf der ersten LMV aufgrund von Satzungsdiskussionen und Vorstandswahlen zu kurz kamen, mehr Platz zu bieten. Zudem lag nun ein kürzerer Abstand zum Bundeskongress („BuKo“) im Oktober vor, denn so manche politische Entwicklungen waren im März noch nicht absehbar. Kurz vor Versand der Einladungen erhielten wir die Nachricht, dass die Satzung in kleinem Ausmaß geändert werden muss, um wieder als eingetragener Verein gemeinnützig werden zu können. Das nahm der Landesvorstand zum Anlass, auch ein Finanzstatut vorzulegen. Hiermit lassen sich zukünftig finanzielle Regelungen, unabhängig von den hohen Hürden einer Satzungsänderung, einfacher ändern. Ungewohnt ohne Diskussion und einstimmig wurden sowohl Satzung als auch Finanzstatut beschlossen. Somit blieb mehr Zeit für die inhaltlichen Debatten – und die nahmen wir uns.

Antragsteller der Beschlussvorlagen „EuGH stärken – Rechtsstaatlichkeit schützen“, „Digitalen Binnenmarkt vollenden“ und „Ein EU-Konzept zur Konfliktbewältigung“ war der Landesvorstand für seine „AG Inhalt und Programmatik“. Einstimmig angenommen wurde der „EuGH-Antrag“, mit dem wir nun mehr Rechte in der Kontrolle von nationalen Gesetzgebungen und die Einschränkung der Wiederwählbarkeit von EuGH-Richtern fordern. In dieser Form stellen wir ihn nun auf dem BuKo und der nächsten Landesversammlung der Europa-Union NRW. Die Anträge zu den Themen Sicherheits- und Wirtschaftspolitik wurden nach längerer Diskussion zurück an die „AG Inhalt“ überwiesen, mit dem klaren Auftrag, die Anträge so zu überarbeiten, dass sie anschließend vom Landesvorstand an den BuKo gestellt werden können.

Für viel Diskussionen sorgte der Resolutionsantrag „Strategiewechsel: Zielgruppen, Kommunikation, Selbstverständnis“ des Kreisverbandes Münster, der auf der LMV im März aus Zeitgründen nicht mehr diskutiert werden konnte. Mit der später, in abgeschwächter Form, verabschiedeten Fassung verpflichten wir uns künftig, aus unseren Komfortzonen auszubrechen, und Bevölkerungsgruppen wie Schüler*innen und Auszubildende vermehrt in den Fokus unserer Mitgliedswerbung zu nehmen. Der Landesvorstand wird den Antrag nun an die Bundesebene anpassen und die Resolution ebenfalls an den BuKo weiterleiten.

Zum Ende hielt der – sich zuvor in den Debatten bereits engagierte – Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland Manuel Gath (Hessen) ein Schlusswort und eröffnete den Anwesenden die frohe Botschaft, dass mit diesem Sonntag das Online-Formular für Mitgliedschaftsanträge über jef.de/mitglied-werden freigeschaltet wurde. Die beiden am Anfang der Sitzung noch auf Papierformularen beigetretenen Neumitglieder bestanden allerdings auf ihrer zuvor unterschriebenen Zettel. 😉

Im Anschluss ließen viele der Gäste den Tag noch draußen im Hellen ausklingen und tauschten sich aus.

Die Ergebnisse der außerordentlichen Mitgliederversammlung können unter jef-nrw.de/lmv2017 betrachtet werden.

Erhaltet die Rechtsstaatlichkeit in Polen!

Der Landesvorstand hat zu den jüngsten Ereignissen in der Republik Polen eine Erklärung veröffentlicht, in dem die Pläne der polnischen Regierung verurteilt werden.

Die polnische Regierung zerstört die Unhabhängigkeit der Gerichte in Polen. Damit führt sie das Land weiter von der Demokratie weg. Das kann nicht unbeantwortet bleiben.

Am Donnerstag hat das polnische Parlament eine Reform des Rechtswesens beschlossen, welche das ohnehin angeschlagene Justizsystem weiter schwächen wird. Der Plan ist, alle derzeitigen Verfassungsrichter, die nicht unter der PiS-Regierung ihre Arbeit angetreten haben, abzusetzen und durch neue zu ersetzen, die vom Justizminister ausgewählt werden. Fortan sollen alle Verfassungsrichter vom Justizministerium eingesetzt werden und die Regierung gegenüber den Gerichten weisungsbefugt sein. Die JEF NRW lehnen diese Reformen ab. Gerichte sind dazu da, das Handeln der Regierung zu überprüfen und den Bürger vor Übergriffen staatlicher Organe zu schützen. Diese Justizreform hebt die Gewaltenteilung auf und macht die Gerichte zum Arm einer unkontrolliert waltenden Regierung. Das bedeutet das Ende der Rechtsstaatlichkeit in Polen. Saubere Gerichtsprozesse werden fortan nur noch stattfinden, sofern sie der Regierung genehm sind.

„Es ist entsetzlich, dass gerade in Polen die Regierung so handelt“, sagt Ludger Wortmann, stellvertretender Vorsitzender der JEF NRW. „Es war das polnische Volk, das 1980 mit der Solidarnosc-Bewegung begonnen hat, die kommunistische Tyrannei in Europa zum Einsturz zu bringen. Die polnische Demokratiebewegung war das Vorbild für ähnliche Bewegungen in anderen damaligen Ostblockstaaten. Nicht wenige Mitglieder und Anhänger der heutigen Regierung waren damals Freiheitskämpfer und haben anscheinend jetzt nichts Besseres zu tun, als den Polinnen und Polen diese Freiheit wieder wegzunehmen.“

Die JEF NRW fordern, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten mit Sanktionen auf diese Zerstörung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit reagieren. Es ist nicht das Ziel, Polen aus dem Ausland zu gängeln, sondern es vor einer Regierung zu beschützen, die offenbar vergessen hat, dass sie nicht das polnische Volk ist, sondern diesem zu dienen hat.

Der Kreisverband Münster wählt einen neuen Vorstand und blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück!

Seit unserer Mitgliederversammlung am Sonntag, den 16. Juli 2017 haben die Jungen Europäischen Föderalisten Münster einen neuen Vorstand. Dabei wurde Joris Duffner mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertretung übernehmen Juliane Miller, Lukas Uetz sowie Lena Heidemann, wobei letztere in ihrem Amt bestätigt wurde. Gemeinsam mit Rebecca Melzer, die bereits seit 2016 als Schatzmeisterin fungiert, bilden sie den geschäftsführenden Vorstand für das kommende Jahr. Zudem wurden Nikolaus Pape, Markus Tichy und Pascal Brüning als Beisitzer gewählt und Sonja Ebbing als kooptiertes Mitglied in den Vorstand aufgenommen.

Nach vier erfolgreichen Jahren schied Pia Schulte aus der aktiven Vorstandsarbeit aus und bedankte sich bei allen, die sie dabei begleitet haben: „Die Arbeit bei den JEF Münster war eine große Freude und es war umwerfend, die Entwicklung des Vereins in Münster hautnah miterleben und mitgestalten zu dürfen.“

Nachdem die Rechenschaftsberichte zu Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit sowie ein Rückblick auf die Veranstaltungen und Aktionen des vergangenen Jahre vorgelegt wurde, entlasstete die Mitgliederversammlung den ehemaligen Vorstand einstimmig. Und die Anwesenden bedankten sich bei Pia Schulte mit einem persönlichen Geschenk (einem Fotoalbum mit Erinnerungen an ihre JEF Münster Zeit) für ihren Einsatz und die gemeinsame Zeit!

Anschließend wurden der neue Vorstand in vier geheimen Wahlgängen und einer Abstimmung via Handzeichen gewählt. Nun heißt es Zusammenarbeit für die Europäische Integration!

Joris Duffner, Masterstudent der Politikwissenschaft appelliert als neuer Vorsitzender an die Anwesenden: „Euroskeptizismus und Populismus sind eine große Gefahr für die europäische Idee. In den letzten Monaten zeigte sich jedoch, zum Beispiel mit Pulse of Europe, auch eine starke pro-europäische Gegenbewegung. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, für die Europäische Integration Partei zu ergreifen, um diese Entwicklung am Leben zu erhalten!“ Gerade aus diesem Grund freue er sich auf die Zusammenarbeit und die vielfältigen Projekte und Aktionen im Vorstandsjahr 2017/18. „Bei den JEF Münster gibt es unglaublich viele aktive und motivierte Mitglieder, die gemeinsam viel erreichen können. Ich bin stolz, einen so engagierten Kreisverband übernehmen zu dürfen!“

Bundestagswahl 2017: Wie viel Europa steckt drin?

Am Dienstagabend, den 4. Juli 2017 organisierten die Jungen Europäischen Föderalisten Münster in Kooperation mit dem Förderverein des Instituts für Politikwissenschaft die Elefantenrunde der Münsteraner Partei-Jugendorganisationen zur Bundestagswahl 2017. Der Fokus lag auf der Frage: Wo spielt Europa eine Rolle bei der Bundestagswahl und wie beziehen die einzelnen Parteien hierzu Stellung? Im Rahmen des innovativen Fishbowl-Diskussionsformats, bei dem stets ein Stuhl unter den Diskutanten leer bleibt und durch das Publikum besetzt werden kann, nahmen Vertreter aller relevanten Jugendorganisationen Stellung zu europapolitischen Themen. Anwesend waren Dietrich Aden (Junge Union Münster), Konstantin Achinger (Jungsozialisten Münster), Simon Haastert (Junge Liberalen Münster) und Simon Winter (Grüne Jugend Münster). Das Angebot für das Publikum selbst in die Diskussionsrunde einzusteigen und die Runde mit Fragen zu löchern, wurde von vielen Gästen angenommen und bereicherte die Diskussion ungemein.

Kontrovers diskutiert wurde über zahlreiche Fragen: Vergemeinschaftung von Staatsschulden, Weiterentwicklung und Demokratisierung der EU, Europäische Verfassung, Möglichkeit einer Sozialunion auf europäischer Ebene und vieles mehr waren Themen an diesem Abend. Alle Vertreter der Jugendorganisationen bekannten sich deutlich für Europa – aber es waren durchaus vier unterschiedliche Bekenntnisse. Dietrich Aden (Junge Union) betonte: „Die Entwicklung Europas muss behutsam vorangehen. Man darf nicht das Gefühl entstehen lassen, die Staaten würdet entmachtet werden. Die Verbreitung einer solchen Stimmung hat zum Aufschwung der AfD geführt.“ Konstantin Achinger (Jungsozialisten) kritisierte, dass man im Programm der CDU keinen Punkt zur zukünftigen Struktur Europas finden könne. Er machte in puncto Weiterentwicklung der EU deutlich: „Wir brauchen endlich ein einheitliches, europäisches Wahlrecht“. Simon Winter (Junge Grüne) betonte: „In der Vergangenheit wurde immer nur reagiert und halbgare Antworten dahingezimmert, sobald ein Problem an die Oberfläche trat. Wir müssen wieder dahin kommen, Europa aktiv mitzugestalten.“ In diesem Zusammenhang betonte er, dass insbesondere Themen der Umwelt- und Klimapolitik in der EU nicht vernachlässigt werden dürften. Simon Haastert (Junge Liberale) sagte „Die EU muss demokratischer und die Aufgabenteilung transparenter werden.“ Im Rahmen der Diskussion über eine Sozialunion betonte er, dass zuerst die Grundlage einer europäischen Fiskalunion gelegt werden müsse, um überhaupt über Themen wie die Gestaltung einer Sozialunion reden zu können.

Die Vorsitzende der JEF Münster, Pia Schulte, war am Ende der Veranstaltung zufrieden. „Ich halte es für immens wichtig, das Thema Europa beim jetzigen Bundestags-Wahlkampf immer wieder in den Fokus zu rücken. Denn für mich ist klar, wer nach dieser Wahl im September 2017 am Ruder von Europas größter Wirtschaftsmacht steht, prägt den Weg, den die EU gehen wird entscheidend mit. Die proeuropäische Grundeinstellung aller Vertreter, die heute hier waren, freut mich dabei natürlich sehr.“

One year on: Brexit und die Folgen

Unsere Podiumsdiskussion unter dem Motto „One year on: Brexit und die Folgen“ zeigte ein Jahr nach dem Brexitreferendum: Es herrscht immer noch große Ungewissheit über die Zukunft Großbritanniens und der EU – gerade auch nach der kürzlichen Parlamentswahl.

In unserer Diskussionsrunde ging es vom aktuellen Stand des Brexits schnell zu den Zukunftsaussichten für Großbritannien, die EU und auch NRW. Dabei gab es bei den Diskutanten durchaus unterschiedliche Ansichten, ob und wie Großbritannien im März 2019 austreten wird. Auch die Innenpolitik Großbritanniens nach der Wahl wurde intensiv debatiert.

Vielen Dank an Dr. Mareike Kleine (London School of Economics), Rainer Steffens (Leiter der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union), Jon Worth (Blogger und EU-Aktivist) und Tobias Flessenkemper (Europa-Union Köln) auf dem Podium sowie unsere Partner Europe Direct Köln und Europa-Union Köln e.V. für die spannende Veranstaltung.

Wer die Diskussion zum Brexit nicht vor Ort verfolgen konnte, kann sie hier noch einmal in voller Länge sehen:
https://bambuser.com/v/6780279

Eure JEF Köln

Die Liebe zu Europa geht durch den Magen!

Mitte Juni fand das erste europäische Running Dinner in Münster statt. Mit etwa 140 angemeldeten Teilnehmern war die Veranstaltung aus unserer Sicht sehr erfolgreich. Pia und Caro haben die RuDi Goes Europe mit Herzblut organisiert und berichten über den Tathergang.

Ende November 2016 befindet sich ein kleiner Zettel mit der Aufschrift „Running Dinner“ inmitten einer Vielzahl von Ideen, Anregungen und Zielen für Aktionen und Veranstaltungen der JEF Münster, die während des JEF-Grundlagenseminars gesammelt wurden. Der Einfall stammte von zwei Mitgliedern, die sich auch direkt an der Organisation versuchen wollten. Pias und Caros Motto: Liebe geht durch den Magen – So auch die Liebe zu Europa.

Das generelle Konzept eines Running Dinners war klar: Ein Team aus zwei Personen kocht zusammen einen Gang (z.B. die Vorspeise), zum Essen kommen dann zwei weitere Teams dazu. Nach dem ersten Gang gehen alle auseinander um den Hauptgang bei einem anderen Team zu sich zu nehmen, mit einem weiteren unbekannten Team und beim Nachtisch wiederholt sich das Ganze. Am Ende des Abends war jedes Team einmal Gastgeber und zweimal Gast,hat drei leckere Mahlzeiten gegessen und sechs andere Teams kennengelernt. Natürlich musste es auch einen Bezug zu Europa geben. Dafür sollte jedes Team einen Mitgliedsstaat der EU zugeteilt bekommen um dann ein landestypisches Gericht zu zaubern.

Anfang des Jahres begann dann die genaue Planung. Ein Algorithmus für die Zuteilung der Teams zu den einzelnen Gängen und Routen musste her, damit jeder möglichst kurze Wege zu jedem Gang hat und kein Team sich im Laufe des Abends doppelt begegnet. Dann kam die Frage auf, in welchem Rahmen das Running Dinner stattfinden sollte, JEF-intern oder öffentlich. Man kam zu dem Schluss, dass es durchaus einen guten Werbeeffekt hätte, wenn jeder mitmachen könnte und so ging Anfang April die öffentliche Facebook-Veranstaltung online. Internes Ziel bzw. Erwartungen für die Anzahl der Teilnehmer: 30 Teams, hauptsächlich bestehend aus JEFern. Schnell zeichnete sich ein anderes Bild ab: Schon die erste Anmeldung war ein Team ohne JEF-Beteiligung und auch bei den übrigen Teams fanden sich einige JEF-interne, viele JEF-externe oder gemischte Teams und sogar ein Team, dass sich erst durch die Anmeldung zu diesem Event kennen gelernt hat. Bei Anmeldeschluss waren dann alle überrascht, es hatten sich tatsächlich knapp über 70 Teams angemeldet!

Am Tag vor dem Running Dinner wurde es dann für die beiden Organisatorinnen noch einmal stressig. Es meldeten sich am Abend noch drei Teams ab, am nächsten Morgen ein weiteres. Zum Glück fanden sich noch zwei Nachrücker-Teams und so mussten nur für zwei Teams Retter gefunden werden. Schnell gingen noch E-Mails raus, damit auch alle ihre geänderten Routen wussten.

Am Abend des Running Dinners selber lief dann überraschend wenig schief. Bis auf zwei kleine Pannen, bei denen falsche Namen oder Hausnummern angegeben worden waren, fanden alle problemlos zu ihren Gastgebern.

Es wurde gelacht, getrunken und natürlich viel und lecker gegessen. Dabei waren alle vor allem von der Vielfalt, die durch die Verteilung der europäischen Staaten entstand, begeistert. Man merkte, dass sich jeder mit seinem Land auseinandergesetzt hatte. Dies zeigte sich neben dem Essen auch bei der Tischdeko, denn servierten Getränken und landestypischer Musik. Einige Teams dachten sich sogar ein kleines Quiz zu ihrem Land aus. Natürlich wurde auch von der JEF berichtet, viele Teilnehmer hatten das Event über Facebook gefunden und informierten sich am Abend bei unseren Mitgliedern über unsere weiteren Aktivitäten.

Nach dem Essen trafen sich dann alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abschluss in der Himmel und Hölle Bar in der Altstadt, die schon eine große Europaflagge gehisst hatte. Die Stimmung war ausgelassen, man traf die Teams, die man den Abend über kennengelernt hatte, sowie noch viele weitere und es wurde angeregt ausgetauscht, wer bei welchem Gang was zu essen bekommen hatte. Viele bedankten sich bei Caro und Pia für die gelungene Organisation. Alle waren vom Abend begeistert und fragten schon nach einer Wiederholung. Nachdem dann um 1:00 Uhr die Himmel und Hölle Bar die Türen schloss, hatten einige immer noch nicht genug von dem tollen Abend und zogen in die nächste Kneipe, den Bullenkopp, weiter.

Insgesamt schauen wir auf einen gelungenen Abend voller unterschiedlicher kulinarischer Eindrücke, die uns Europa nochmal aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt haben, zurück und freuen uns, dass wir so viele Münsteraner Studenten und Studentinnen erreichen und von der europäischen Idee begeistern konnten – es gab tatsächlich noch in der Himmel und Hölle Bar einen neu ausgefüllten Mitgliedsantrag.

Es wird bestimmt ein nächstes „Running Dinner goes Europe“ geben und bis dahin denkt daran: Liebe geht durch den Magen.

Beiträge zur Veranstaltung findet ihr in den Sozialen Netzwerken unter #cookforeuope #cheerstoeurope #jefspirit #europaliebe

Mitgliedsstaaten müssen jetzt geschlossen auftreten!

Anlässlich des knappen Ausgangs der britischen Parlamentswahlen erklären die Jungen Europäischen Föderalisten Nordrhein-Westfalen:

Theresa Mays Strategie, die Wahlen zum britischen Unterhaus vorzuziehen, um eine komfortablere Mehrheit zu erhalten und damit den Brexit leichter durchsetzen zu können, ist gescheitert. „Theresa May hat mit den vorgezogenen Wahlen einen ihrer Verhandlungsvorteile – nämlich eine Mehrheit im britischen Unterhaus – verspielt,“ sagte Markus Thürmann, Vorsitzender der JEF NRW.

Die veränderten Mehrheitsverhältnisse werden vermutlich die Brexit-Verhandlungen schwieriger gestalten. Statt einer werden zwei oder drei Parteien auf britischer Seite die Verhandlungen führen. Dies könnte für die EU aber auch ein Vorteil sein, da eine zerstrittene Regierung weniger firm auftreten kann als eine einige. Dafür, dass sich eine Mehrheit der Wähler beim Referendum für den Austritt aus der EU entschied, war die Begrenzung der Immigration ein wichtiger Grund. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem Erhalt der Freizügigkeit für EU-Bürger zustimmen wird. Jedoch sollte die EU durchsetzen, dass niemand der bereits in Großbritannien lebenden EU-Bürger das Land verlassen muss und dass für neue Immigranten aus der EU die Einwanderungsbedingungen möglichst leicht sind. Auch sollten europäische Unternehmen einen privilegierten Zugang zum britischen Markt behalten. Jedoch kann Großbritannien, wenn es die Freizügigkeit nicht zulässt, keinen vollständigen Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben. Es bleibt weiterhin ein wichtiger Partner, ist jedoch ein Drittstaat, ganz ähnlich wie Kanada oder Südkorea.

Theresa May hat gesagt, gar kein Deal wäre besser als ein schlechter Deal. Das mag zwar nicht stimmen, doch sollte die EU alles daran setzen, dass der ausgehandelte Deal für die EU nicht schlecht ist. „Um so wichtiger ist es, dass die Europäische Union in den Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich geschlossen auftritt und nicht einzelne Staaten ausscheren und versuchen die Verhandlungsposition der Europäischen Union zu untergraben“, so Markus Thürmann. Angesichts des Gewichts der EU und der neuen Machtverhältnisse im Vereinigten Königreich können wir als Bürger dies von unseren Repräsentanten erwarten.

Auf Tuchfühlung mit der JU Dortmund

Unsere „Kennenlern“-Reihe „JEF meets…“ führte uns wieder einmal nach Dortmund, wo wir am 30. Mai die Junge Union der Stadt näher kennengelernt haben.

Bei kühlem Bier und leckeren Softdrinks im „Luups“, haben wir unseren Verein vorgestellt und uns über unsere Ansätze in der jugendpolitischen Arbeit ausgetauscht. Im zweiten Teil des Abends haben wir zunächst über allerhand Europathemen gesprochen und letztlich versucht zu erörtern, welche Chancen die Europäische Union angesichts des Brexits und der desaströsen Politik Donald Trumps hat, zentrale Problematiken bzw. Krisen der europäischen Integration zu bewältigen.

News aus der AG International

Unsere AG International ist stets fleißig. Nach Versand eines ERASMUS+-Antrags arbeiten die Mitglieder nun an der nächsten Europareise, einem Städtetrip und planen den Rückbesuch der letzten Europareise.

Nach der Landesversammlung am 5. März haben Hannah (International Officer) und Sonja (ebenfalls im Vorstand für Internationales zuständig) mit den Vorbereitungen für die nächste Europareise begonnen. Die Europareise ist unsere jährliche, einwöchige Studienreise in ein europäisches Land, und hat uns in den letzten Jahren nach Bosnien-Herzegowina und Kosovo geführt. Die beiden haben in der AG für die diesjährige Ausgabe ein mehrköpfiges Team aufgebaut und nun heißt es: Auf in die Ukraine! Denn in diesem Oktober möchten wir euch eine einwöchige Reise in dieses osteuropäische Land bieten! Die Mitglieder der AG knüpfen zurzeit fleißig Kontakte, schreiben Mails, basteln an einem Programm. Bald erhatet ihr mehr Informationen und die Anmeldung kann beginnen.

Puh, und da war er endlich abgeschickt: der famose ERASMUS+-Antrag! Wir bewerben uns nämlich für eine Förderung aus dem Topf der Europäischen Kommission um eine zweite Begegnung mit den JEF Kosovo zu ermöglichen, diesmal in unserem schönen NRW. Darin hat das zweite Team der AG viele Stunden investiert. Doch nebenbei arbeitet das Team auch an der Ausschöpfung von weiteren Fördertöpfen, damit der Rückbesuch unserer Freund*innen noch in diesem Jahr klappt.

Als wäre das noch nicht genug: Kleiner Sommerausflug nach Kopenhagen gefällig? Natürlich würden wir dort eine große Portion #jefspirit beim Kennenlernen mit der JEF Kopenhagen versprühen. Lust? Wir schmieden Pläne. Im Gespräch war auch eine Tramp-Ralley. In den nächsten Tagen wissen wir allerdings genaueres – und berichten euch!
[kleiner Nachtrag: Hannah war zwischenzeitlich in Kopenhagen und hat die dortigen JEFer*innen getroffen. Die Ergebnisse besprechen wir am Montag, 12.6. in der Telefonkonferenz des Landesvorstands]

Aufmerksamen Leser*innen schießt nun eventuell die Frage in den Kopf, was mit der traditionellen Brüssel-Fahrt passiert ist. Aktuell überlegen wir, dieses Jahr einmal zu pausieren und eventuell zwei Tage nach Frankfurt zu fahren, um mehr über die europäische Geldpolitik zu erfahren (und gemeinsam mit Frankfurter JEFfer*innen das Nachtleben zu erkunden). Aber auch das ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Du hast nach all diesen Informationen Interesse, in der AG und einem der Teams mitzuarbeiten? Dann melde dich bei Hannah oder Sonja.

Sterne für Europa – the sky is no limit

Der Weltraum fasziniert seit Generationen, und die Neugier auf das Sternenreicht macht auch vor uns Europa-Interessierten nicht halt. Was also besser als ein Besuch beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum, welches auch das Astronauten-Trainingszentrum der European Space Agency beherbergt? Ein Bericht über Schwimmbecken, Spiegel und Raumsonden.

Was haben Europa und der Weltraum gemeinsam? Sicherlich mehr als nur Sterne, das war uns bewusst, aber dennoch machten wir – eine bunte Gruppe aus Mitgliedern der Europa-Union, der Jungen Föderalisten und ein paar Gästen – uns am 22. Mai auf den Weg nach Köln, zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auf dem Gelände befinden sich nämlich das Astronauten-Trainingszentrum der ESA (European Space Agency).

Die ESA ist eine intergouvernementale Organisation, die zum größte Teil aus Mitgliedsländern der EU besteht, und deren Integration in die EU noch angestrebt wird. Neben dem Zentrum in Köln gibt es noch weitere Standpunkte in Noordwijk (Niederlande), Frascati (Italien), Harwell (England), Madrid und Darmstadt. Ihren Hauptsitz hat die ESA in Paris.

Teil unserer Führung waren zunächst jedoch auch einige Anlagen des DLR, wie der cryogenische Windkanal, in dem zum Beispiel die aerodynamischen Eigenschaften von Zügen getestet werden, eine Wärmespeicheranlage (zur Anwendung bei Solaranlagen), sowie später eine Spiegelkonstruktion, mit der langfristige Sonneneinwirkungen auf Materialen getestet wird.

Fotos machen durften wir leider lediglich im Gebäude der ESA, wo wir eine Einführung in den Aufbau der ISS (International Space Station) bekamen, zu dem die ESA das Columbus-Modul beigesteuert hat. Ein Model von diesem fanden wir auch versenkt in einem riesigen Schwimmbecken – dort üben Astronauten Außenarbeiten in einem der Schwerelosigkeit ähnlichem Zustand. Wir lernten auch, dass Astronauten nicht nur Englisch, sondern auch Russisch auf höchstem Niveau sprechen können müssen – hier zeigt sich die weiterhin bestehende Weltraumrivalität zwischen den USA und Russland.

Ebenfalls besichtigt haben wir das neue Forschungszentrum envihab des Instituts für Luft- und Weltraummedizin, wo beispielsweise Experimente zu Muskelschwund bei Astronauten, Schlafstudien und Biorhythmusstudien durchgeführt, ebenso aber auch die Auswirkungen von Fluglärm untersucht werden.

Das DLR beherbergt des Weitern auch ein Nutzerzentrum, welches wissenschaftliche Experimente, die im All ausgeführt werden, betreut. So konnten wir dem französischen Astronauten Thomas Pesquet in Echtzeit bei der Arbeit zuschauen.

Unsere Führung endete mit der Beschreibung der Landung der Philae-Raumsonde (von Köln aus gesteuert) auf dem Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko im November 2014, und den anschließenden Ereignissen: Philae überschlug sich mehrmals und landete im Schatten einer Klippe, wodurch die Solarbatterien nicht wieder aufgeladen werden konnten. Zum Glück reichte die Batterie noch zur Durchführung der vorgesehenen Experimente, doch nach wenigen Tagen musste die Raumsonde in den Standbymodus gehen. Abgesehen von kurzen Kontakten im Juli 2015 sendete sie keine Daten mehr – traurig, bei einer Anreisezeit von zehn Jahren. Die nächste Raumsonde wird sich jedoch bewegen können, und sich somit im Falle von ähnlichen Problemen hoffentlich im Sonnenlicht platzieren können.

Diese Exkursion hat sicherlich beim ein oder anderen etwas Weltraumfieber ausgelöst. Da ist es gut zu wissen, dass eine Pilotenausbildung oder ein naturwissenschaftliches Studium nicht zwingende Voraussetzung für die Arbeit beim DLR/der ESA sind – unsere Führerin hatte nämlich Kunstgeschichte studiert.