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Rückblick – Bundeskongress 2020 in Münster

Der diesjährige Bundeskongress war wohl das intensivste und kräfteraubendste JEF-Event, was wir je in Münster hatten. Corona-bedingt stand die knapp ein Jahr lang geplante Veranstaltung mehrmals auf der Kippe und wir mussten immer wieder spontane, flexible und vor allem sichere Lösungen für die verschiedensten Herausforderungen finden. Wir sind uns aber sicher: Die Mühen und niemals endenden virtuellen Planungsmeetings haben sich ohne Zweifel gelohnt!

Diese Veranstaltung wurde nur möglich gemacht durch ein unerschrockenes, flexibles und hochmotiviertes Team aus mehr als 17 JEFer:innen aus Münster, geleitet vom Vorsitz-Duo Markus Tichy und Leo Mühlenweg sowie unserer ehemaligen Vorsitzenden Carolin Robert.

Sicherlich waren die diesjährigen Abläufe und Umstände alles andere als gewohnt und eingespielt, sodass wir uns umso mehr freuen, dass alle anwesenden – aber auch digital dazugeschalteten – Landes- und Kreisverbände mit einer genügenden Portion Geduld und Verständnis dennoch einen rundum gelungenen BuKo erleben durften.

Durchführung des BuKo in Krisenzeiten umso wichtiger

Als ausrichtender Kreisverband sind und waren wir von Anfang an überzeugt von der Wichtigkeit und Richtigkeit der Durchführung des BuKo in diesem Jahr. Das sind wir nicht trotz allem, was die politische und gesellschaftliche Situation momentan schwierig, komplex und kompliziert macht, sondern wegen allem was uns gerade starke Sorgen bereitet. Der Bundeskongress fällt in eine Zeit, in der es mehr denn je eine junge und dynamische Stimme für eine widerstandsfähige europäische Demokratie braucht!

Zu denken sie hier an das Versagen der europäischen Mitgliedstaaten, das Elend auf den griechischen Inseln zu beenden, an die fehlende europäische Solidarität, wenn es darum geht, Wege aus den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu finden, oder an die nicht hinnehmbaren plötzlichen innereuropäischen Grenzschließungen.  

Der Bundeskongress ist für unseren Verband essenziell, um solche Probleme anzugehen, zu diskutieren und um junge, progressive Lösungen zu finden. So konnte unter anderem der beschlossene Leitantrag hierzu starke inhaltliche Akzente setzen, aber auch nicht zuletzt freut uns besonders, dass der maßgeblich von unserer Münsteraner AG Programmatik ausgearbeitete Antrag zur Europäischen Klimapolitik einstimmig angenommen wurde.

Wir sind widerstandsfähig und haben progressive Ideen für Europa

Letztlich konnten wir mit dem BuKo in diesem Jahr unter Beweis stellen: Die JEF ist da! Wir sind politisch da und wir sind auch in Pandemiezeiten organisatorisch bestens vorbereitet und widerstandsfähig. Das zeigte nicht nur unser umfangreiches Hygienekonzept, das innovative hybride Interaktionsformat und die kleineren Aufmerksamkeiten für unsere Gäste, die wir uns für einen lebhaften Kongress in Social-Distancing-Zeiten einfallen lassen haben. Das zeigt daneben vor allem die Tatsache, dass wir – gemeinsam mit dem Bundesvorstand – mit dem BuKo ein Zeichen an die Europäischen Regierungen senden wollen: Lasst Europa nicht im Regen stehen! Setzt euch für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und mehr europäische Lösungen ein.

Unsere frisch gewählte Bundesvorsitzende Clara Föller, die nun gemeinsam mit Emmeline Charenton als Bundessekretärin die erste weibliche Doppelspitze der JEF bildet,  hat es in ihrer Schlussrede auf den Punkt gebracht: “Jetzt gilt es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und sich auf das zu besinnen, was wir sind: eine Gemeinschaft. Wollen wir, dass Europa auch langfristig zukunftsfähig ist, brauchen wir eine klare, ganzheitliche Zukunftsvision, die uns auch in schwierigen Zeiten Orientierung gibt.“

Ein lohnenswerter Kraftakt

Wir finden: Allein für diesen Mut für die Zukunft Europas hat sich der Kraftakt der BuKo-Organisation gelohnt! Nun können wir uns nur noch einmal bei allen bedanken, die hieran mitgewirkt haben. Vor allem danken wir auch Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen, für seine ideelle Unterstützung und sein digitales Grußwort, das sich unter anderem neben Linn Selle, Rainer Wieland oder auch David Sassoli einreihte. Daneben geht unser Dank an die Münsteraner Bäckerei Krimphove, die uns großzügigerweise mit Gebäckspenden als Kräftigung für die anwesenden Delegierten unterstützte und an das Europe Direct Center Steinfurt, das uns bei der Realisierung finanziell ein wenig unter die Arme griff.

Lieben und Leben Lassen!

Ein fundamentales Versprechen der Europäischen Union ist, dass die Menschen in Freiheit und Gleichberechtigung leben dürfen. Hierzu gehört auch das Recht, zu lieben und zu sein, wen und wie die Person es möchte. Dieses Versprechen wird aktuell zunehmend durch besonders zwei Mitgliedstaaten gebrochen: Polen und Ungarn.

Polens LGBTI+ Community steht zunehmend unter Beschuss

In Polen erklärten sich Anfang 2019 mehr als 80 polnische Kommunen und Regionen als “frei von LGBTI-Ideologie”. LGBTI+ steht für Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle Menschen. Es kommt zu Gewaltanwendungen auf Demonstrationen gegen homosexuelle Menschen und andere sexuelle Minderheiten. Aktivist*innen wie Elżbieta Podlesna und Margot werden von der Polizei festgenommen, weil sie für ein freies Land demonstrieren, das alle Menschen gleichermaßen anerkennt. Bei Demonstrationen gegen die Festnahme von Margot im August diesen Jahres wurden knapp 50 weitere Menschen festgenommen. Gegen drei wurde nun eine Anklage wegen Entweihung von Denkmälern und Verletzung religiöser Gefühle erhoben.

Unhaltbares Gesetz

Diese Festnahmen zeigen deutlich, dass es sich in Polen nicht nur um einige Regionen und Kommunen handelt, die Grundrechte missachten, sondern dass die Regierung Polens und ebenso die dort mächtige Katholische Kirche offen gegen die LGBTI+ Community vorgeht. Damit einher geht ein neues Gesetz, dass die Sexualaufklärung von Minderjährigen in Polen massiv einschränkt, wenn nicht sogar gänzlich verhindert. Eine gute Sexualaufklärung ist jedoch ein wichtiger Baustein für eine freie Gesellschaft, schafft Verständnis und Freiheit und zeigt den jungen Menschen, dass es okay ist, so zu sein, wie sie sind. Zu Recht hat das Europäische Parlament dieses Gesetz scharf kritisiert und selbst das Oberste Gericht in Polen kam zu dem Entschluss, dass das Gesetz in seiner jetzigen Form nicht mit den Unterrichtsauftrag der Schulen des Landes vereinbar sei.

Trotzdem ist das Gesetz in der ersten Lesung angenommen worden und es bleibt offen, ob es nochmal geändert oder doch in seiner jetzigen Form angenommen wird. Auch wenn sich das Europäische Parlament Ende 2019 kritisch zu der Situation für LGBTI+ Menschen in Polen äußerte, scheinen die bisherigen Anstrengungen zu gering. Polens Präsident Duda hetzte im Wahlkampf diesen Jahres weiter gegen die LGBTI+ Community, sodass Ende September 2020 50 Länder in einem offenen Brief an Polen mehr Schutz für Homosexuelle und weitere sexuelle Minderheiten forderten. Auch von der Leyen bezog in ihrer Rede zur Lage der Nation am 16. August 2020 Stellung gegen die Diskriminierung von LGBTI+ Menschen in Polen und kündigte an, eine Strategie zur Stärkung von LGBTI+ Menschen auszuarbeiten und sich für die gegenseitige Anerkennung von Familien in allen Mitgliedsstaaten einzusetzen. Dies muss geschehen, da Homo-Paare nicht in allen Mitgliedstaaten Hetero-Paaren rechtlich gleichgestellt sind. 

Verschärfung der Lage auch in Ungarn    

Auch in Ungarn verschlechtert sich die Situation für die LGBTI+ Community erheblich. Der Premier Viktor Orbán steht selbst für ein konservatives und traditionszentriertes Europa und hat 2018 ein Projekt ins Leben gerufen, in dem eine “neue kulturelle Ära” ausgerufen wurde, in der christliche und traditionelle Werte “verteidigt” würden. Hierzu gehörte auch die Abschaffung des Faches “Gender Studies” als interdisziplinäres Fach, dass sich mit Geschlechtern und Sexualität befasst. Dieses Jahr wurde ein Gesetz verabschiedet, dass es trans und inter Menschen unmöglich macht, ihr Geschlecht legal auf ihren Ausweisdokumenten zu ändern. Dieses Gesetz ist ein gravierender Rückschritt für die ganze Community und verletzt die Persönlichkeitsrechte von trans und inter Menschen zutiefst. Doch die ungarische Regierung geht noch weiter und greift mittlerweile auch in die künstlerische Szene ein. So wurde ein Musical von Elton John verboten, weil es Homosexualität zelebriere oder ein Kinderbuch kritisiert, weil dort homosexuelle und trans Menschen vorkommen. 

Wir, die Jungen Europäischen Föderalisten NRW, verurteilen die öffentliche Diskriminierung sexueller Minderheiten in Polen und Ungarn und fordern die genannten Länder dazu auf, Menschen- und Grundrechte auf Basis der europäischen Menschenrechtskonvention anzuerkennen und zu respektieren.

Demnach gilt es insbesondere alle LGBTI+ freien Zonen in Polen unverzüglich aufzuheben sowie Anfeindungen und Hetze gegenüber den Betroffenen konsequent zu unterbinden und dagegen vorzugehen.

In diesem Kontext verweisen wir auf den Beschluss der JEF Deutschland vom 64. Bundeskongress 2017 zur Stärkung der (Menschen-)Rechte von LGBTQI*+ Personen und verleihen den dort genannten Forderungen an dieser Stelle Nachdruck. Ebenso begrüßen wir die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 18. Dezember 2019 in dieser Sache. Hier schließen wir uns den Forderungen des Europäischen Parlaments an: EU-Gelder dürfen nicht zur Finanzierung der Diskriminierung der LGBTI+ Community ausgegeben werden!

Der Schutz jeglicher Minderheiten sowie die Achtung der Grund- und Menschenrechte sind Kernanliegen der Jungen Europäischen Föderalisten. Die öffentliche Diskriminierung sexueller Minderheiten in Polen und Ungarn ist dabei in genannten Ländern eine weitere Distanzierung von den Grundwerten der Europäischen Union. In den vergangenen Jahren sind dort bereits rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien zunehmend ausgesetzt und beschränkt worden. Aus diesen Gründen erachten wir es als umso dringender, dass zukünftig EU-Mittel an rechtsstaatliche Bedingungen geknüpft werden und ein effektiver Rechtsstaatsmechanismus eingesetzt wird. Hiermit unterstreichen wir noch einmal unsere Forderung, dass die Rechtsstaatskonditionalität in den aktuellen Verhandlungen um den EU-Haushalt berücksichtigt und umgesetzt werden muss. 

Klimaneutrale Agrarpolitik!

Diese Woche haben sich sowohl die Mitgliedsstaaten als auch das EU-Parlament auf eine Position zur Verteilung der Agrarsubventionen ab 2023 geeinigt. Diese machen insgesamt rund ein Drittel des EU-Haushalts aus und sind somit immer noch der wichtigste Ausgabenposten der EU.

Ein klimafreundlicher Agrarsektor? Sieht anders aus!

Dabei ist der Agrarsektor für die Vorstellung eines klimaneutralen Europas von zentraler Bedeutung, wobei er ein Teil des Problems ist und ein Teil der Lösung werden kann. So verursacht er durch die steigende Produktion tierischer Produkte einen wesentlichen Anteil der europäischen Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig kann er durch eine nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen aber auch einen wichtigen Beitrag zur Speicherung von Treibhausgasen und zum Erhalt der Biodiversität leisten. Die Produktion konzentriert sich zunehmend in einigen wenigen industriellen Großbetrieben, während viele kleinere Betriebe in den letzten Jahren aufgrund der niedrigen Preise schließen mussten. Hier kann man direkt die Konsequenzen der Agrarsubventionen der EU sehen, die bisher vor allem nach der Fläche der Betriebe ausgezahlt werden, sodass vorrangig größere Betriebe hiervon profitieren. Daran wollen weder die Mehrheit der Mitgliedsstaaten noch die Mehrheit der EU-Parlamentarier*innen etwas ändern, da weiterhin nur ein kleiner Teil der Subventionen an Umweltauflagen geknüpft werden soll. 

Wir finden aber, dass aufgrund der Dringlichkeit der Klimakrise eine Agrarwende nicht warten kann! Daher fordern wir sofort drastische Veränderungen bei der Verteilung der Agrarsubventionen: So muss sich auch in der Agrarpolitik sämtliches Handeln der EU an dem Ziel eines klimaneutralen Europas ausrichten, weshalb sämtliche Agrarsubventionen an strenge Umweltauflagen geknüpft werden sollten. Hierbei sollten vor allem nachhaltige Formen der Flächenbewirtschaftung und der Nutztierhaltung gefördert werden, während eine industrielle und auf Wachstum ausgerichtete Landwirtschaft keine Gelder aus dem EU-Haushalt mehr erhalten sollte. Außerdem fordern wir die Begrenzung der Zahlungen an einzelne Betriebe, um eine gerechte Verteilung der Subventionen zu gewährleisten. Durch die Unterstützung kleinerer und mittlerer Betriebe würde dies dabei helfen, auch die Transformation dieses Wirtschaftsbereiches sozialverträglich auszugestalten. Nur eine klare Kurswende in der EU-Agrarpolitik schafft für die europäischen Landwirt*innen die notwendige Planungssicherheit, um ihre Produktionsweise nachhaltig zu gestalten.

by Steffen Verheyen
Stellv. Vorsitzender JEF Münster
steffen.verheyen@jef-nrw.de

Positionierung zum Abtreibungsgesetz in Polen

In Polen wurde eine Ausnahmeregelung, die die Abtreibung schwer geschädigter Föten erlaubt, vom – durch die rechtskonservative Partei PiS stark beeinflussten – Verfassungsgericht als verfassungswidrig erklärt. Das katholisch geprägte Land hatte bereits zuvor eines der striktesten Abtreibungsgesetze in ganz Europa. Seit 1997 war eine Abtreibung nur bei Entstehung einer Schwangerschaft durch ein Verbrechen wie Vergewaltigung, bei Gefährdung des Lebens der Mutter und im Falle einer Schädigung des Embryos möglich. Da das Verfassungsgericht eine Abtreibung bei Fehlbildung des Fötusses nun für illegal erklärt hat, sind Frauen vom Staat von nun an dazu gezwungen, schwer kranke Kinder zu gebären. 

Kriminalisierung der Abtreibung

Wenn man bedenkt, dass von den 1.200 legal vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüchen im letzten Jahr in Polen 1.074 vorgenommen wurden, wegen einer schweren Schädigung des Fötusses, wird deutlich, dass es sich bei diesem Gerichtsbeschluss praktisch um ein Abtreibungsverbot handelt. Dies stellt eine Menschenrechtsverletzung da und zwingt Frauen dazu, ungewollte Schwangerschaften sowie Schwangerschaften, bei denen das Leben des Kindes unmittelbar gefährdet ist, fortzuführen. Aufgrund dieser Rechtslage sehen sich viele Frauen gezwungen, illegale Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu lassen oder dafür ins Ausland zu gehen. Frauenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der bei Polinnen im Ausland vorgenommenen oder nicht gesetzmäßigen Abtreibungen jährlich auf 200.000. Illegale Schwangerschaftsabbrüche stellen ein enormes Risiko für die Mutter dar und führen zur Kriminalisierung der Abtreibung. Dieses defacto Abtreibungsverbot wird nicht für weniger Abtreibungen sorgen, sondern diese lediglich risikoreicher machen. Gerade für Frauen, die sich diese Schritte nicht leisten können, ist die Entscheidung des Verfassungsgerichts noch problematischer. 

Nach dem durch Massenproteste verhinderten Bestreben der PiS-Partei, in den letzten Jahren das Abtreibungsrecht über gesetzgeberischen Weg zu verschärfen, gelang es der Regierungspartei nun, ohne öffentliche Debatte oder einen Beschluss im Parlament, durch Einsatz des befangenen Gerichts. Das oberste polnische Gericht wurde bereits nach dem ersten Wahlsieg der PiS-Partei 2015 von der Regierung umstrukturiert. Selbst die Richterin, die dem Antrag letztendlich stattgegeben hat, gilt als eine enge Vertraute des Parteivorsitzenden. 

Untragbare Rechtseinschränkung

Die Entscheidung über das Abtreibungsrecht ist somit weder demokratisch, noch nach legislativen Maßstäben rechtlich legitim. Sie schränkt die Freiheit von Frauen, frei über ihren eigenen Körper und ihre Lebensführung in Familie, Beruf und Bildungsmöglichkeiten zu bestimmen, drastisch ein. Dies ist in unseren Augen mehr als unvereinbar mit den in den Verträgen definierten Europäischen Grundwerten der Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und der Menschenrechte (vgl. Art. 2 EUV) und betont vor allem durch den gestrigen Tag (25.10.), dem Europäischen Tag der Justiz nachdrücklich: „Rule of Law Matters“! Ein solcher gerichtlicher Beschluss, der die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung der BürgerInnen derart einschränkt und unter staatliche Kontrolle stellt, ist innerhalb der Europäischen Union untragbar.

Daher fordern wir:

  • Eine einheitliche, reformierte und liberalisierte Gesetzgebung auf EU-Ebene zum Abtreibungsrecht. Im Zuge dessen, sollte in der EU die Entkriminalisierung und Zugänglichkeit zu sicherer Abtreibung für jede Frau, in jedem Fall gewährleistet werden. Denn Polen ist nur ein extremes Beispiel, auch in vielen anderen Ländern der EU, inklusive Deutschland, werden Frauen absichtlich Steine in den Weg gelegt, auf den ohnehin schon psychisch schwierigen Weg zu einer Abtreibung. 
  • Jedes Mädchen und jede Frau sollte Zugang zu Informationen und Mitteln der Schwangerschaftsverhütung haben. 
  • Die Information zu Schwangerschaftsabbrüchen darf keiner Kriminalisierung zum Opfer fallen, sondern muss frei zugänglich sein für jede Frau, die sich darüber Informieren möchte. 
  • Die Sanktionierung Polens für die Verletzung der Menschenrechte und die Instrumentalisierung der Justiz als Werkzeug der Regierung.

Stammtisch JEF Köln: Aktionärsrechte

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen finden unsere Stammtische wieder digital statt. Alicia hat an unserem Stammtisch im Oktober einen Impulsvortrag über Aktionärsrechte in Europa und Deutschland gehalten.

Alicia hat in ihrem Vortrag aufgezeigt, welche Rechte Aktionäre haben. Aktionäre können beispielsweise in der Hauptversammlung auf die jeweiligen Aktiengesellschaften einwirken und somit ein Wort in der Unternehmenspolitik und -strategie mitreden. Für uns war besonders interessant zu sehen, wie die EU Einfluss auf die deutsche Gesetzgebung in diesem Rechtsgebiet nimmt und welche Ziele die EU damit verfolgt.

Wenn Ihr Interesse an uns habt oder Euch Europa einfach interessiert, dann besucht unsere (digitalen) Veranstaltungen, die wir regelmäßig auf unserer Facebook-Seite kommunizieren.

Stammtisch „Beziehung der Afrikanischen Union (AU) – Europäische Union (EU)“

An unserem Stammtisch am Mittwoch, dem 14.10.2020, trafen wir uns zum Themenabend „Beziehung der Afrikanischen Union (AU) – Europäische Union (EU)“ im Fiddlers in Endenich.

Dazu war Oyewole, ein Junior-Researcher des Zentrums für Europäische Entwicklungsforschung (ZEF) bei uns zu Gast. Er hielt einen interaktiven Vortrag über die Funktionsweise der AU, wie sie der EU ähnelt, und wie die EU aktiv unterstützen kann.

Ein brennendes Thema war der Vergleich von Interessen der EU und der Chinas auf dem Kontinent. Dabei sprach Oyewole sich deutlich für die wertebasierte Strategie der EU aus. In der Runde gab es viele Fragen zu Capacity-Management, Lieferketten, und Geschichtsbewusstsein.

Europa, mein Revier: Endlich wieder vor Ort in Schulen!

Am 6.Oktober waren Alicia und Julia im Reinoldus und Schiller Gymnasium in Dortmund und haben einen Workshop zur Vorbereitung der Auftaktveranstaltung des neuen Projekts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) „Europa, mein Revier. Außen- und Europapolitik im Ruhrgebiet“ durchgeführt.

Das dreijährige Projekt soll verlorenes Vertrauen in die Europäische Union wiederaufbauen und über die Einflussmöglichkeiten des Ruhrgebiets auf die EU aufklären. In dem Workshop haben sich die Schülerinnen spannenden Fragen ausgedacht, die sie politischen Entscheidungsträgerinnen auf der Auftaktveranstaltung stellen möchten! Wir freuen uns schon auf die Diskussionen…

Lies hier ein Interview mit Anna-Lena und Markus von der JEF Ruhrgebiet, das die DGAP zum Thema Europa Erleben in Ruhrgebiet geführt hat:

Interview mit Anna-Lena & Markus

Der Bundeskongress 2020: Lasst Europa nicht im Regen stehen

Der Bundeskongress 2020 wird der JEF NRW noch lange Zeit in Erinnerung bleiben als der Bundeskongress, bei dem alles ein bisschen anders war. Weniger Delegierte, ein strenges Hygienekonzept, weniger Party, aber umso mehr JEF-Spirit und Zusammenhalt.

Der BuKo wurde eingeleitet von einem Empfang und einer kleinen Diskussionsrunde zwischen eingeladenen Mitglieder*innen der Jungparteien von CDU, FDP und Grünen. Diese Runde anlässlich der deutschen Beteiligung an der EU-Ratspräsidentschaft stand unter der Überschrift: „Trio Talks – Welche Verantwortung tragen Deutschland, Portugal und Slowenien?“ Wichtige Themen, wie die wirtschaftliche Entwicklung, politische Ausrichtung, Klimawandel und soziale Verantwortung der Europäischen Union wurden diskutiert. Nach der Diskussion haben sich Buko-Neulinge und alte Hasen an ihren Tischgruppen kennen gelernt.

Am Samstag startete der BuKo richtig durch: es standen wichtige Entscheidungen an und ein neuer Bundesvorstand musste gewählt werden. Unser ehemaliger Bundesvorsitzender Malte Steuber ging in den „JEF-Ruhestand“ und Clara Föller wurde zur neuen Vorsitzenden gewählt. Wir danken Malte und dem gesamten ehemaligen Bundesvorstand für die Jahre der Zusammenarbeit und freuen uns auf die Projekte und Ideen, an denen wir mit Clara und ihrem Team arbeiten können. Für die JEF NRW waren Nora Varga, Joris Duffner, Wai Long Van, Ludger Wortmann, Georg Meinhardt und Pia Wirtz als Delegierte vor Ort.

Neuer Vorstand, neue Aufgaben

Clara und die neue Bundessekretärin Emmeline Charenton haben in ihren Antrittsreden betont, dass die JEF sich als diverser Jugendverband entwickelt muss und als bildungspolitischer Akteur präsenter sein sollte. Die JEF NRW begrüßt die Pläne des neuen Bundesvorstandes den Verband stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken und unsere politische Stimme zu stärken. Auch die Ideen der fünf stellvertretenden Vorsitzenden und die der neuen Besitzer*innen haben die Delegationen überzeugt, die mit großen Mehrheiten gewählt wurden. Leider konnte auf dem 67. Bundeskongress der JEF kein Schatzmeister gewählt werden. Die JEF NRW hofft, dass sich dieses Problem in den nächsten Wochen und Monaten im Sinne des Verbandes lösen kann.

Als Novum konnten übrigens auch online JEFer aus Risikogebieten oder Gäste im Stream den BuKo verfolgen. Auch wenn die Technik vielleicht nicht immer auf unserer Seite stand, war es schön aus ganz Deutschland mit JEFern verbunden zu sein. Auch die Grußworte ehemaliger Vorsitzender, der EUD und vieler weiterer ließen uns (natürlich nur sinnbildlich) alle enger zusammenrücken. Nach einem Tag voller Wahlen gab es noch Zeit für inhaltliche Debatten. In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmer über verschiedenen Themengebiete aus. Im inoffiziellen Rahmen und mit Abstand ließen die JEFer den Tag ausklingen.

Einstimmigkeit bei Klimapolitik

Am Sonntag ging es endlich in die heiß ersehnte Antragsdebatte. Bei diesem BuKo wurden historisch viele Anträge eingereicht. Allein die JEF NRW hat sechs Anträge formuliert. Besonders froh sind wir über die einstimmige Annahme des Antrages zur Klimapolitik. Der Antrag ist in seinem basisdemokratischen Entstehen im Rahmen eines World Cafés und der Finalisierung in enger Zusammenarbeit mit anderen Landesverbänden ein echtes Beispiel für die Zusammenarbeit innerhalb der JEF. Auch der Leitantrag des BuVo und der Corona-Antrag konnten verabschiedet werden. Die restlichen Anträge wurden aus Zeitgründen in den BA verwiesen, der im November unter seinen neuen Leitern Tobias von Gostomski und Daniel Schäfer tagen wird.

Am Ende des 67. Bundeskongress stehen große Pläne für eine europäische Zukunft und der feste Wille des Verbandes sich auch in politisch stürmischen Zeiten zu entwickeln und seine Überzeugungen zu teilen. Auch wenn dieser BuKo in vielerlei Hinsicht anders war, spricht die JEF NRW wahrscheinlich für alle Delegierten, wenn sie sagt, dass es unglaublichen Spaß gemacht hat wieder gemeinsam und in Persona für Europa zu kämpfen. Der Bundeskongress 2020 fand in Münster statt. Der Gastgeberverband Münster hat durch die Ausrichtung dieses Kongresses unter Corona Umständen unglaubliches geleistet. Trotz Abstand und Masken hat der KV es geschafft ein Event mit wahrem JEF-Spirit auszurichten. Der Landesverband bedankt sich bei allen Münsteraner*innen, die diesen ganz besonderen Bundeskongress der Jungen Europäischen Föderalisten ermöglicht haben.

Europa Quiz

Europaexperten aufgepasst! Das, was wir heute die Europäische Union nennen, ist noch sehr jung. Umso älter ist die Europäische Geschichte. Teste hier dein Wissen zur Europäischen Einigung in 20 spannenden Fragen.

Europa Quiz

Erstellt wurde das Quiz von Felix Diekmann ©, Historiker und JEF Mitglied aus Düsseldorf. Alle Rechte vorbehalten.

Die JEF Düsseldorf/Duisburg

Wir stellen uns vor. Die JEF Düsseldorf/Duisburg bietet dir eine Plattform für spannende Diskussionen und die Möglichkeit, näher am europäischen Geschehen zu sein.

Du kannst eigene Ideen umsetzen und dich politisch für Europa engagieren – mit oder ohne Parteizugehörigkeit. Bei uns lernst du neue Leute kennen und vertiefst gleichzeitig dein Wissen über Europa, hast Spaß dabei und kannst dich aktiv in die Gesellschaft einbringen.

Wir treffen uns regelmäßig zu Stammtischen, sowohl in Düsseldorf als auch in Duisburg. Über unsere Aktivität könnt ihr euch auf Instagram oder durch Anmeldung für unseren Newsletter informieren lassen. Das geht ganz einfach, indem ihr eine Mail an unseren Vorstand schreibt, und um Anmeldung bittet. Zack, seid ihr im Verteiler!

Wir freuen uns, euch kennenzulernen! 🙂